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Demonstrationen Weltweite Proteste zum ersten Jahrestag des Irak-Kriegs

20.03.2004 ·  Hunderttausende gingen weltweit auf die Straße, um ein Jahr nach dem Angriff amerikanischer Truppen auf den Irak für den Frieden zu demonstrieren. In Deutschland beteiligten sich weniger als erwartet.

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Ein Jahr nach dem Angriff amerikanischer Truppen auf den Irak haben Friedensaktivisten in aller Welt zu Protestkundgebungen aufgerufen. Die Serie der Demonstrationen begann am Samstag in Australien unter Beteiligung tausender Kriegsgegner. Allein in Sydney marschierten und 3.000 Menschen durch die Straßen und verlangten einen Abzug der Koalitionstruppen aus Irak. „Binnen der nächsten 24 Stunden werden weltweit Millionen Menschen ihre Regierungen aufrufen, keinen Krieg zu führen, sondern den Menschen Frieden zu bringen“, sagte Pamela Curr vom Organisationsteam in Sydney. Der australische Premierminister John Howard hat den Irak-Kurs der Vereinigten Staaten und Großbritanniens von Anfang an unterstützt und auch 2.000 Soldaten für den Irak-Krieg bereit gestellt. Er wurde von den Protestierenden entsprechend angegriffen.

Proteste in Deutschland verhalten

In Deutschland haben am Samstag einige tausend Menschen an den Kriegsbeginn in Irak vor einem Jahr erinnert. In zahlreichen Städten fanden Demonstrationen, Kundgebungen oder Mahnwachen statt, die allerdings meist kleiner als erwartet waren. Im rheinland-pfälzischen Landstuhl versammelten sich am Mittag nach Polizeiangaben rund 800 Menschen zu einem Protestmarsch zur amerikanischen Luftwaffenbasis Ramstein. Die Organisatoren hatten mit einigen tausend Teilnehmern gerechnet. In Berlin kamen am Potsdamer Platz rund 500 Menschen zusammen; dort hatten die Veranstalter ebenfalls eine weitaus größere Beteiligung erwartet.

Auch in weiteren Städten Deutschlands gingen meist nur einige hundert Menschen auf die Straße: In Hamburg beteiligten sich laut Polizei rund 500 Menschen an einem Protestzug durch die Innenstadt, in Frankfurt am Main knapp 300. In München versammelten sich 200 Kriegsgegner zu einer Kundgebung auf dem Marienplatz. Die Friedensbewegung hatte sich zum Jahrestag des Irak-Kriegs gegen eine zentrale Veranstaltung entschieden. Die Organisatoren rechneten zudem auf keinen Fall mit Massenprotesten wie Anfang vergangenen Jahres, als weltweit Millionen gegen den unmittelbar bevorstehenden Irakkrieg auf die Straße gingen. Allein in Berlin demonstrierten damals eine halbe Million Menschen. Eine der größten Kundgebungen sollte am Samstagnachmittag in Ramstein stattfinden, wo unter anderem der frühere SPD-Chef Oskar Lafontaine als Redner erwartet wird. Aufgerufen zu dem Protest hatte die Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW).

Kritik an Bush-Regierung

In Hongkong war eine Demonstration zum Konsulat der Vereinigten Staaten geplant. Der Irak-Krieg habe den Terrorismus weiter geschürt, kritisierte der Aktivist Lau San Ching. Damit habe der amerikanische Präsident George W. Bush nicht nur dem irakischen Volk, sondern der ganzen Welt viel Leid zugefügt.

Auch in den Vereinigten Staaten waren für das Wochenende Protestkundgebungen im ganzen Land geplant. In San Francisco gingen schon am Freitag knapp 1.000 Menschen auf die Straße, um ihre Ablehnung von Bushs Irak-Politik zu bekunden. Die Polizei nahm 19 Demonstranten fest, unter anderem wegen Übergriffs auf einen Beamten und Blockade einer Firma, die führend am Wiederaufbau Iraks beteiligt ist. Vor einem Jahr hatten die Anti-Kriegs-Demonstrationen in San Francisco noch 20.000 Menschen angezogen. Gleichwohl rechneten die Organisatoren der rund 250 für Samstag geplanten Protestveranstaltungen auch diesmal wieder mit viel Zuspruch. Vor allem in New York wurden tausende Menschen zu einer Großkundgebung erwartet. Dabei sollten nach Angaben der Organisatoren nicht nur der Irak-Krieg und die anhaltende Besetzung des Landes, sondern die gesamte Politik der Regierung Bush angeprangert werden.

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