03.02.2010 · Finanzminister Schäuble tut gut daran, der Schweiz nicht mit der Kavallerie zu drohen. Man muss kein Freund von Steuerhinterziehern sein, um zu verstehen, dass die Eidgenossen überfordert sind. Grobe Umgangsformen dienen nur den Rechtspatrioten.
Von Günther NonnenmacherFinanzminister Schäuble tut gut daran, der Schweiz nicht mit der Kavallerie zu drohen. Da mag die Neigung des Badeners mitspielen, die alemannischen Verwandten jenseits der Grenze bei Lörrach nicht zu verprellen. Es entspricht aber auch der historischen Lektion, dass die „Großen“ in Europa mit ihren kleineren Nachbarn pfleglich umgehen sollten.
In der Schweiz wird inzwischen ein giftiger, fremdenfeindlicher Widerstand stärker. Da geht es nicht nur um Islam und Minarette, sondern um eine befürchtete Überfremdung durch die Deutschen - von den Universitäten bis ins Geschäftsleben. Geschürt wird diese Angst von der rechtspatriotischen SVP.
Grobe Umgangsformen würden sie noch weiter anfachen, zum Schaden aller Beteiligten. Man muss kein Freund von Steuerhinterziehern sein, um zu verstehen, dass die Schweiz überfordert ist: Sie hat sich zu lange in ihrer gepolsterten wirtschaftlich-politischen Nische eingerichtet und ist nicht so rasch fähig, auf ein in schnellem Wandel begriffenes internationales Umfeld zu reagieren. Ihr dabei zu helfen ist eine europäische Aufgabe.
Überforderte Schweiz
Max Maag (SwissReader)
- 03.02.2010, 15:06 Uhr
Treffend analysiert jedoch....
Ralf Schneider (ralf61)
- 03.02.2010, 15:10 Uhr
Ja, die Schweiz...
Ernst Auner (Erenau)
- 03.02.2010, 15:16 Uhr
Der Schweiz zu helfen, ist eine europäische Aufgabe. Soso?
Christoph Gruber (christophgruber)
- 03.02.2010, 15:29 Uhr
Hilfe ja, Mitleid nein.
Dirk Berends (Berends)
- 03.02.2010, 15:30 Uhr