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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Das Verfahren Schavan Der Doktor vor Gericht

 ·  Womöglich müsste nach den im Fall Schavan angelegten Maßstäben vielen der Doktorgrad entzogen werden. Das entlastet die Bildungsministerin nicht. Dennoch ist ein Entzug des Titels nur eingeschränkt überprüfbar.

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Reinhold Wüst

Doktorhüte aus Düsseldorf

1. Wie konnte die Uni Düsseldorf den Doktortitel vergeben? Wenn die Uni heute Fehler in ihrem System feststellt, müsste sie dem Gleichheitspinzip entsprechend und gemass den Regeln eines Qualitätsmanagementsystem sämtliche ihrer Arbeiten überprüfen, oder neu bewerten, also vorab sämtliche Titel entziehen, die sie vergeben hat. Daraus folgt:
2. Warum gilt das grundgesetzlich verankerte Gleichheitsprinzip nicht?
3. Warum ist die Universität ein rechtsfreier Raum, wo sich Gremien ihre Gesetze selber stricken, ohne dass sie einer rechtlichen Inhaltskontrolle unterliegen?
4. Warum gelten an der "Bildungsanstalt Hochschule" andere Prinzipien als an "Bildungsanstalt Schule"?
5. Warum wird nicht ein internationales Zertifizierungssystem dieser "wissenschaftlichen" Arbeiten verbindlich eingeführt? Denn: Vergleichbarkeit herrscht derzeit nicht. Und ein Düsseldorfer Doktorhut wird schon zum Karnevalsscherz!

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Reinhold Wüst

Reine Willkür - der "Leitsatz"

„Auf den Umfang der abgeschriebenen Stellen sowie auf die Frage, ob die Arbeit auch ohne das Plagiat noch als selbständige wissenschaftliche Arbeit hätte angesehen werden können, kommt es grundsätzlich nicht an.“ Dann mal ran an die juristischen Disserationen!
Freiheit von Forschung von Lehre - Das ist ein Ideal aus dem vorletzten Jahrtausend, das damals seine Berechtigung hatte. Es endet bei der Lehre. Wir sind doch nicht mehr im 19. Jahrhundert!

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Thomas Mertes

Was mich beruhigt

Nun kann man in dieser Sache viele Überlegungen anstellen, z. B. was wäre, wenn in Deutschland alle Promotionen überprüft würden? Hätten wir dann 50% weniger Promovierte? Kann gut sein. Pech für Frau Schavan, wenn frau so im Licht der Öffentlichkeit steht. Und natürlich sind hier unweigerlich die Parallelen zu Guttenberg da. Damals hatte Frau Schavan (Interview mit der SZ vom 1. März 2011) allein der Uni das Recht zugestanden, über einen Entzug des Doktortitels zu entscheiden. So ändern sich die Zeiten (Ansichten).

Was ich aber am interessantesten finde: Seit Jahren wird uns Männern gesagt, dass Frauen in der Politik eine Wohltat seien, weil weniger machtversessen, kompromissbereiter, kommunikativer, nicht an Posten klebend usw. Guttenberg hat auf sein Amt verzichtet. Bei Frau Schavan habe ich den Verdacht, dass sie wie Frau Simonis den Gegenbeweis für die alte Gender-These antreten wird, dass Frauen einfach die besseren Menschen sind. Das beruhigt mich als Mann ungemein.

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Florian Müller-Plathe

Plagiatsvergehen dürfen nicht verjähren

Die derzeit vielfach geforderte Verjährung von Plagiatsvorwürfen ist kompletter Unfug. Der Entzug eines Doktortitels nach wissenschaftlichem Fehlverhalten erfolgt, weil die Voraussetzungen zum Führen dieses Titels von vornherein nie gegeben waren, dieser Titel also nie hätte erteilt werden dürfen. Der Entzug passt die Papierlage der tatsächlichen Situation an. Er ist keine Bestrafung. Würde das nicht so gehandhabt, so könnte auch jemand, die gar promoviert hat, aber 25 Jahre den Doktortitel auf ihre Visitenkarte gedruckt hat, jetzt eine Legalisiereung ihres Doktortitels fordern.
Das ist so ähnlich wie beim Doping. Dass Lance Armstrong im Nachhinein seine Tour-de-France-Siege aberkannt werden, ist eine Anpassung der Siegerliste an die Realität, aber keine Strafe. Die Strafe ist seine lebenslange Sperre.

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Heinz Pasquardo

Taktik

Mein lieber Schavan! Die Klage der Frau Schavan ist von vorneherein aussichtslos. Darum geht es ihr auch nicht - die Klage dauert natürlich und kauft ihr Zeit, um in Ruhe die Legislaturperiode zu beenden und eventuelle Pensionsansprüche zu sichern - manchmal kommt es ja auf Monate an. Kluger Schachzug und er zeigt, wie skrupellos und "gewissenlos" die politische Kaste ist und das bei einer abgeschriebenen Doktorarbeit "Person und Gewissen".

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Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 08.02.2013 11:37 Uhr

Missverständnis?

Der Inhalt der missglückten (?) Promotion von Frau S. würde nicht nochmal geprüft im Rahmen
eines Zivilverfahrens. Das steht schon fest. Geprüft werden etwaige Rechtsfehler. Sollte sich dies
bejahen, käme ein "Freispruch" heraus. Jedoch nur einer der zweiten Klasse. Der politische Feind
hat S. bereits beschädigt, weil die Frau in der Öffentlichkeit herabgewürdigt wurde. Dieses Gremium versteht von Promotionen so gut wie nichts, urteilt dafür aber umso schneller.

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most farmer

Die Trennung vom Kirche und Staat ist allgemein akzeptiert.

Ich fordere jetzt eine Trennung von Wissenschaft und Politik !

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Florian Adler

Der Entzug des Doktorgrades

war wegen der Vielzahl an Plagiatsstellen zwingend - die Uni Düsseldorf hatte gar keine Wahl. Mit der Lehrbuchliteratur der 1970er-Jahre wurde belegt, dass damals auch an dem Institut der Uni Düsseldorf klar vorgeschrieben war, was zulässig und was nicht zulässig war. Es gibt in den Promotionsordnungen keine Verjährungsfrist. Wenn eine solche Frist in den Promotionsordnungen enthalten wäre, würde sie auch gelten. Aber da sie derzeit nicht in den Promotionsordnungen steht, kann dieser Aspekt bei der Beurteilung des Fall Schavans auch nicht herangezogen werden.

Die deutschen Verwaltungsgerichte sind wesentlich strenger als die Uni Düsseldorf und haben schon Arbeiten als Plagiat gewertet, nur weil wenige Seiten oder einzelne Absätze als Plagiat erkannt wurden. Und das geschieht zum Schutz der Wissenschaft - zu recht.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.02.2013 20:12 Uhr
Bernhard Keim
Bernhard Keim (KeimB) - 08.02.2013 20:12 Uhr

Nun gibt es aber auch ein Willkürverbot

d.h. man kann dem einen nicht zum Vorwurf machen, was man dem anderen durchgehen lässt. Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, sondern kann nur dann beantwortet werden, wenn man die anderen Arbeiten der Epoche daneben legt.

Im Übrigen wird - gerade an den Maßstäben, die man heute anlegt - der Doktortitel überbewertet. Es kommt in diesen Arbeiten nicht darauf an, ob das, was einer von sich gibt, Hand und Fuß hat - das braucht es nicht wie wir an vielen Arbeiten sehen - sondern, dass richtig zitiert wird. Sprich, die Form schlägt den Inhalt.

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Angelika  King
Angelika King (AIKing) - 08.02.2013 11:57 Uhr

"zum Schutz der Wissenschaft" - das ist etwas zu kurz gedacht!

Es geht hier nicht nur um den Schutz der Wissenschaft.

Ein Dr.-Titel dient in einem viel größeren Maße dazu, ein besseres Ansehen in der Gesellschaft und Aurtoritát im Beruf zu erlangen. Deshalb muss der Schutz der Allgemeinheit einen höheren Stellenwert haben als der Schutz der Wissenschaft. Deshalb muss eine Prüfung zeitnah stattfinden und es dürfen erst gar keine Plagiatstitel vergeben werden. Und deshalb liegt die Verantwortung im System. Alle bisherigen Bildungs- u. Wissenschaftsminister seit 1945 haben in dieser Hinsicht bisher versagt. Es wird Zeit, dass sich das ändert.

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Herman Kohlgraf Medeco

Es geht nicht nur um den Doktortitel - es geht Ehre u. Moral!

Als Bildungsministerin u. "oberste Instanz" der Universitäten u. "Vorbild" der Studenten
geht Schavan nicht mehr! Das ist klar!
"Alles nur geklaut" sangen die Prinzen. Mir ist es gleich, ob jemand einen Doktortitel hat
o. nicht! In unserer Gesellschaft wird immer noch zu viel wert auf den Dr. oder
den Adelstitel gelegt. Aber ist es nicht eine Frage der Ehre u. Moral, ob jemand besch....t?
Er betrügt ja nicht nur sich selbst und die Uni, sondern als Politiker auch die Wähler.
Mehr "Schein statt Sein" - man kann solche Politiker aller Couleur nur abstrafen, wenn man
sie nicht mehr wählt. Aber was kommt dann? Das 4. Reich? Leider ist unsere heutige Zeit
dem Bild von Sodom und Gomorrha aus der Bibel sehr ähnlich.

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leopold mansk

geehrter Herr Manzer:...


... Spreu vom Weizen trennen.

Ja.

Unseren Aussenminister, Herrn Dr. Westerwelle – sofern er seinen Titel nicht erschlichen hat, wovon ich ausgehe – würde ich zwar nicht als Bauprojektleiter engagieren, aber als Anwalt schon.

Aber darum geht`s doch gar nicht, sondern um Glaubwürdigkeit und Titel, die nicht regulär erworben wurden.

Ansonsten könnte jeder sich als Arzt, Lehrer, Apotheker, Ingenieur, Handwerksmeister usw. betätigen, sich das Abitur oder Ausbildungsnachweis irgendwie besorgen, wenn es legal nicht geklappt hat.

Das bedeutet ja nicht, dass Ungelernte oder Leute ohne Titel keine guten Leistungen erbringen können.

Aber solange unsere Gesetze sind wie sie sind, müssen wir darauf vertrauen, dass ein Doktor, ein Arzt oder was auch immer wirklich z.B. ein Doktor ist, ohne sich den Titel erschlichen zu haben.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.02.2013 20:03 Uhr
Diethard Manzer

Sehr geehrter Herr Mansk,

Sie unterliegen meines Erachtens einem Irrtum, wenn Sie der Annahme sind, daß eine Promotion von besonderer intelektueller Leistungsfähigkeit zeugt oder gar die Entscheidungsfähigkeit begünstigt. Eine Promotion ist mit einem größeren Zeitaufwand und damit häufig mit einem größerem finanziellem Verzicht oder Hintergrund verbunden.
Ihre positive Einschätzung von Promovierten in allen Ehren, Sie sind hier mit einem Großteil unserer Gesellschaft in einem Boot.

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klaus keller
klaus keller (klkeller) - 07.02.2013 15:15 Uhr

Der Führerschein für Akademiker

Wenn der Prüfling nicht ordentlich fährt und trotzdem den Führerschein erhält ist dies dem Prüfling nicht anzulasten. Er darf die Überzeugung haben (ausreichend) richtig gefahren zu sein.
Die damaligen Verkehrsreglen sind der Maßstab für die Beurteilung der Prüpfungsfahrt bzw des schriftlichen Ergebnisses der Prüfung.Heutige Maßstäbe sind bei der Beurteilung der Prüfungsleistung nicht anzulegen m.E.

PS Wenn wissenschaftliches Arbeiten eine erlernbare Kulturtechnik ist, deren Beherrschung mit der Erlaubnis zum führen eines Titels bescheinigt wird ist in diesem Fall auch zu Fragen wie den die Leistung der Hochschule zu beurteilen an der die Studentin in dieser Kulturtechnik ausgebildet wurde.

Eine andere Frage ist wie objektiv die Beurteilung der Leistung ist.

Von Fahrschulen Wissen wir das der Fahrprüfer nicht Lehrer der Fahrschule ist.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.02.2013 16:30 Uhr
Sebastian Müller

Haben Sie einmal forschend gearbeitet?

Ich denke nicht!

Das plagiieren ist nicht zu vergleichen mit einer schlechten Fahrleistung bei der Führerscheinprüfung und dem Bestehen der Prüfung, trotz ungenügender Leistung.

Plagiieren, um bei ihrem Beispiel zu bleiben, wäre eher vergleichbar damit, daß Sie ihren Zwillingsbruder, der einen Führerschein besitzt und ein ausgezeichneter Fahrer ist, ihrer statt zur Prüfung schicken. Wenn das auffliegt sind Sie selbstverständlich ihren Führerschein los, auch nach 30 Jahren!

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Angelika  King
Angelika King (AIKing) - 07.02.2013 14:13 Uhr

Nonchalance – gängige Praxis in der Vergabe von Doktortiteln

Vor Guttenberg konnte Hinz und Kunz noch davon ausgehen, dass ein Doktortitel eine Auszeichnung für eine besondere wissenschaftliche Arbeit darstellte und diese nicht ohne Grund vergeben wurde.
Jetzt muss Hinz & Kunz feststellen, dass dem nicht so ist. Das Gegenteil ist eigentlich der Fall. Universitáten und Professoren berufen sich darauf, dass den Studenten die Regel für die Erstellung einer Doktorarbeit mitgeteilt wurde und verlassen sich darauf, dass sich auch jeder Student an diese Regel hält.
„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“, hat Lenin schon gesagt.
Es ist schwer zu glauben (aber wohl wahr), wir haben ein Heer von Doktoren in Deutschland, die diesen Tiltel wohl nicht verdienen.
Wenn es den Studenten bekannt ist, dass dieser Titel so nonchalnat vergeben wird, kann man ihnen auch keinen Vorwurf daraus machen, wenn sie sich dann entsprechend verhalten und diese Situation ausnutzen, das ist menschlich . Die Verantwortung liegt im System, bei den Universitäten und Profes

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.02.2013 19:18 Uhr
Angelika  King
Angelika King (AIKing) - 07.02.2013 19:18 Uhr

3 > Nochalance

...oder Respekt verdient.

Ein toller Erfolg!

PS: Sorry, copy & paste haben nicht so richtig funktioniert! - Ist aber kein Plagiat!

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Angelika  King
Angelika King (AIKing) - 07.02.2013 18:45 Uhr

Nonchalance

... Die Verantwortung liegt im System, bei den Universitäten und Professoren. – Das System ist krank! Hinz und Kunz, Krethi & Plethi müssten davon ausgehen kónnen, dass ein einmal verliehener Doktor-Titel unantastnbar ist und nur durch ein grobes Fehlverhalten während der Berufsausübung entzogen werden kann. Die nachträglichen Prüfverfahren und Aberkennungen haben jetzt lediglich dazu geführt, dass kein Doktortitel noch irgend etwas wert ist oder Respe

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Angelika  King
Angelika King (AIKing) - 07.02.2013 18:43 Uhr

I beg your pardon!

Ein Meister ist auch ein Titel. Um diesen zu bekommen, muss er eine ordentliche Meisterprüfung ablegen und ein Stuck handwerklicher Arbeit vollbringen. Diesen Maßstab muss man erst recht für einen akademischen Titel voraussetzen dürfen.

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Sebastian Müller

Vertrauen ist die Basis guter Zusammenarbeit!

Bei einer Dissertation arbeitet man sehr eng mit seinem Betreuer zusammen. Dabei ist es schier unmöglich, eine ständige Kontrolle auszuüben. Würde man sie ausüben, würde das die Zusammenarbeit unmöglich machen und demzufolge auch die Ergebnisse der Arbeit verschlechtern. Ich gehe davon aus, daß die Wenigsten Promoventen so dreist sind, wie Schavan und Co. Zumindest nicht in meinem Freundeskreis. Und da sind viele Fachrichtungen vertreten, geistes- wie auch naturwissenschaftliche.

Stellen Sie sich vor ihr Chef auf der Arbeit würde jeden Abend, bevor Sie nach Hause gehen ihre Taschen kontrollieren um zu sehen, ob Sie auch nichts gestohlen haben und würde bei jeder Aufgabe, die Sie erfüllt haben, zunächst alle Kollegen fragen, ob die nicht eigentlich sie Arbeit getan hätten. Da würden zum Einen Sie nicht lange arbeiten wollen und zum Anderen würde auch der Großteil der Arbeitszeit sinnlos verschwendet werden. Das ist bei einer Promotion nicht anders!

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Alfred Vomberg

Doktor hin, Doktor her

Worum geht es Frau Schavan eigentlich?
Die Interessen des Wissenschaftsstandorts Deutschland wogen für einen Rücktritt nicht schwer genug.
Nun wird eben das Interesse der Partei dafür sorgen.
Bei diesen Schauspiel sieht keiner gut aus.
Weder Schavan, noch die CDU, noch die Medien mit ihren durchsichtigen Verteidigungs- und Relativierungsversuche.

Nicht nur Schavan, sondern auch die Medien hätten einmal anstatt über das eventuelle Unrecht der Aberkennung nachzudenken, die Frage stellen sollen, ob Schavans Verbleiben im Amt unserem Land dienlich ist.
Damit hätten wir uns diese internationale Blamage erspart.

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leopold mansk

Aber sicher muss der Doktortitel...



... notfalls vor Gericht, damit die Spreu vom Weizen getrennt wird und die mit dem erschwindelten Doktortitel erworbenen wirtschaftlichen Vorteile rückgängig gemacht werden können.

„Doktoren“ mit erschwindelten Titeln müssen aus Politik und Wirtschaft herausgesiebt werden, damit echte fähige Promovierte ihren Platz übernehmen können.

Vielleicht klappte es bei uns dann auch wieder mit Grossprojekten, wie Flughafen, Bahnhof, Philharmonie usw.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.02.2013 14:22 Uhr
Diethard Manzer

Spreu vom Weizen trennen...?

Zum Einen wird vor Gericht nur über mögliche Verfahrensfehler gestritten, die sachliche Bewertung übernimmt der Fakultätsrat und zum Anderen, was hat der akademische Grad mit der Fähigkeit der Beurteilung und Entscheidung von Bauprojekten zu tun. Oder glauben sie, das z.B. Herr Dr. Westerwelle besondere Fähigkeiten im Management von Bauprojekten hat ?

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Ivan Künnemann

Verjährung...

Wenn wir schon bei Vergleichen die "hinken" sind:
Frau Schavan den Doktortitel zu lassen ist in etwa so als wenn man nach einer gewissen Zeitspanne einem Bankräuber das Raubgut lässt:
"Nein, behalten Sie ruhig die 2 Mio. Euro, der Bankraub ist doch schon 20 Jahre her..."

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.02.2013 12:59 Uhr
Ivan Künnemann

Falsch

Bevor § 852 BGB (Herausgabeanspruch NACH Eintritt der Verjährung) als Anspruchsgrundlage greift (und dann gemäß § 852 S. 2 BGB verjährt) muss erstmal der Herausgabeanspruch aus § 812 BGB verjähren. Dieser verjährt nach §§ 195, 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB innerhalb von 3 Jahren ab Kenntnis des Anspruchs und der Person des Schuldners. Im Fall des Bankräubers dessen Identität erst 2012 herauskommt, obwohl er die Tat 1970 begangen hat, fängt die regelmäßige Verjährung erst mit Abschluss des Jahres 2012 an zu laufen und verjährt mit Abschluss des Jahres 2015.

Erst mit Kenntnis über die Person kann die geschädigte Bank Rechtsverfolgung hinsichtlich des Anspruchs betreiben (und damit die Verjährung hemmen), versäumt die Bank das, hilft auch § 852 BGB nicht mehr, weil dieser Anspruch gemäß § 852 S.2, 2 Halbsatz verjährt ist.

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Achim Koch
Achim Koch (docarpad) - 07.02.2013 15:08 Uhr

Und genau so ist es ....

nach unseen geltenden Gesetzen. Sogar der Bankräuber darf die Beute nach 30 Jahren behalten, wie sich aus den §§199, 852 BGB ergibt.

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werner katz
werner katz (wpkatz) - 07.02.2013 13:03 Uhr

ja und?

Der Doktorvater hat sicher nicht die optimale Leistung gebracht. Aber ändert das etwas an Fr. Schavans Plagiat? Um es scharf zu formulieren: "anständige Ganoven" sind bemüht, keine Kumpanen hineinzuziehen sondern ihre Straftat allein zu büßen. Was will Fr. Schavan mit ihrem Einspruch? Den Doktorvater mit hineinreiten? Der damals ihr Schummeln übersehen und ihr damit die Arbeit erleichtert hat, soll jetzt dafür als (Mit-)Schuldiger herhalten?

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Dieter Potzel
Dieter Potzel (maisy) - 07.02.2013 12:40 Uhr

Ihre Nähe zur "Katholischen Theologie" ist auch fragwürdig und ein Rücktritt gut für die Bildung

Frau Schavan hat ja auch aus ihrer Nähe zur Theologie, vor allem der katholischen, keinen Hehl gemacht. Für Außenstehende werden aber durch eine vermeintliche "wissenschaftliche" "Fundierung" die katholischen Dogmen auch nicht wahr oder wahrer. Jetzt kommt die fehlende Einsicht der Ministerin in die ungenügende Qualität ihrer einstigen Promotion hinzu. Und spätesens damit sollte klar sein, dass die Bildungspolitik eine anderer Spitze braucht. Zu bedenken ist natürlich, dass Frau Schavan auch eine katholische "Quotenfrau" im Kabinett Merkel war. Doch man kann das auch mal von einer anderen Seite sehen: Bei ca. 34 % Konfessionslosen wäre ein humanistischer nichtkonfessioneller Bildungsminister eine gute Wahl.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.02.2013 13:37 Uhr
Michael Scheffler

Falsch

Frau Schavan ist mit Sicherheit nicht in der Nähe der katholischen Kirche verortet.

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Jörg Schönharting

Welche Rolle spielt der Doktorvater?

Es wundert mich, dass in der ganzen Affäre der Doktorvater kein Diskussionsgegenstand war. In der Regel ist dieser, schon allein aufgrund der Spezialisierung aller Disziplinen, der einzige, der beurteilen kann, ob der Inhalt einer Dissertation den Promotionsanforderungen entspricht, sprich hinreichend neue und wertvolle Erkenntnisse für das Spezialgebiet bringt. Weil das so ist, übernimmt der Doktorvater eine erhebliche Verantwortung. Er ist der Einzige, der über ein vergleichbares Spezialwissen verfügt wie der Kandidat und somit auch beurteilen kann, ob die Dissertation für einen Doktortitel geeignet ist. Dieser Aspekt und diese Verantwortung des Doktorvaters hat aber bisher in den öffentlichen Diskussionen keine Rolle gespielt. Wie sieht das der Promotionsausschuss, in dem normalerweise Personen aus allen Spezialbereichen einer Fakultät sitzen und die über Arbeiten in ihrem eigenen Gebiet urteilen können, aber nur bedingt über Arbeiten aus Nachbargebieten?

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.02.2013 21:22 Uhr
anna jahn
anna jahn (annajahn) - 08.02.2013 21:22 Uhr

Deutschland - den Narzisten

Ach nein...warum ist die nicht die Aufgabe der Doktorvaters zu kontrollieren? sollte sich nicht der Doktorvater sehr gut in diesem Bereich auskennen, um selbst wie Vorfeld darauf hinzuweisen? Es wäre gut, wenn wir als nächstes kontrollieren, ob der Doktorvater eine gute DOKTORarbeit geleistet hat...aber in dieser Argumentationsschiene befassen wir uns doch nur mit dem fauligen Apfel und nicht mit dem Wurm in der Wurzel....
Aus welcher Intention heraus, möchte jemand eine andere Person vor der Öffentlichkeit bloßstellen? Weil sie mangelhaft zitiert hat? Aus der ehrenvollen Absicht, etwas für die Bildung zu tun, ein Beispiel für die Zukunft und die anderen zu setzen? Oder freut man sich doch persönlich letztendlich, dass man eine machtvolle im gesellschaftlichen Kontext anerkannte Person zu Boden sinken sieht...wie sagt man so schön: Die Schadenfreude ist doch die reinste Freunde. Willkommen, du neidvolles Deutschland! Und dies, ist wahrlich nichts Neues im geschichtlichen Kontext.

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Jörg Schönharting

am Thema vorbei?

Lieber Herr Schlimm, das sehe ich vollkommen anders. Der Doktorvater hat sehr wohl die Verpflichtung, eine Dissertation zu prüfen, bevor er dem Kandidaten ihre Einreichung empfiehlt. Ganz abgesehen davon, dass eine gute Betreuung Plagiate von vornherein ausschließen sollte. Was wäre denn sonst die Aufgabe eines Doktorvaters? Nein, den Doktorvater von dieser Aufgabe zu entbinden und auf die eidesstattliche Erklärung des Kandidaten zu vertrauen, ist der völlig falsche Weg.

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Ronald Schlimm
Ronald Schlimm (ronslim) - 07.02.2013 13:47 Uhr

Völlig am Thema vorbei....

geht Ihre Argumentation. Zu keiner Zeit stand die Qualität der Doktorarbeit von Fr. Schavan zur Debatte. Es ging und geht einzig um die Causa mangelhafte Kennzeichnung der Zitate, worauf sich der Plagiatsvorwurf bezieht. Es ist keineswegs Aufgabe des Doktorvaters dies zu kontrollieren, schließlich hat der Doktorand per Unterschrift dokumentiert (z.T. eidesstattlich) daß er Regel gerecht gearbeitet hat.

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Dragan Mayer
Dragan Mayer (asmo-uk) - 07.02.2013 12:21 Uhr

Wo liegt der Unterschied zwischen Copy & Past und Betrug?

Mit einem „Copy & Past“ Doktortitel lässt sich Geld verdienen, aber auch strafrechtlich wegen Betrug belangt werden.
Das gilt anscheinend nicht für Politiker.

Minister erzielen hohe Einkommen, erst mit Diäten, Pensionen, Übergangsregelungen usw. und danach in Wirtschaftskanzleien.

Eine wissenschaftliche Arbeit ist Voraussetzung für viele hochdotierte Jobs, besonders für einen Wissenschaftsminister/ in-, sollte man meinen. Aber das Beispiel des ehm. österreichischen Wissenschaftsminister J. Hahn spricht für sich, damals (1997) so dass Urteil zum Plagiatsvorwurf galten „noch“ andere Standards & Zitierregeln, und- heute würde Hahns Arbeit nicht mehr genügen.
Und Schavan’s Arbeit von 1980, welche Standards haben damals gegolten?

Aber die politische Kaste lenkt ein: „akademische Titel sind nicht Voraussetzung für ein Ministeramt“. Das ist absolut bemerkenswert-, kein Wunder dass Minister nötiges Fachwissen über Beratungskanzleien dazukaufen, bei denen sie dann später unterkommen.

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Kai Schraube

Diskussion endlich von Schavan trennen

Auch wenn die "Plagiatsforscher" letztlich nur den Job der Kanalarbeiter für die SPD betrieben haben: die aufgedeckten Fälle zeigen über den Wahlkampf hinaus, daß es offenbar erheblich an Sorgfalt bei der Betreuung wissenschaftlicher Arbeiten mangelt.

Eine Diskussion, die sich nur auf die "Betrüger" konzentriert, greift zu kurz. Jede Dissertation wird mindestens von 4 Betreuern und Gutachtern geprüft. Kommen die (gut dotierten und keineswegs überlasteten) Professoren ihrer Aufgabe offensichtlich nicht nach, ist dies ein Beleg für Faulheit oder Inkompetenz. Hier gilt es anzusetzen. Das Problem heißt nicht Schaven, sondern Beamtenmentalität im Hochschulwesen. Nähme die Universität ihren wissenschaftlichen Auftrag ernst, würde sie längst selbst Fehler recherchieren. Die Professoren aber sitzen dies aus. Denn, wer im Glashaus sitzt...

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Jahrgang 1968, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Zeitgeschehen“ und für „Staat und Recht“.

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