06.02.2013 · Womöglich müsste nach den im Fall Schavan angelegten Maßstäben vielen der Doktorgrad entzogen werden. Das entlastet die Bildungsministerin nicht. Dennoch ist ein Entzug des Titels nur eingeschränkt überprüfbar.
Von Reinhard MüllerRichtlinien für Lesermeinungen
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1. Wie konnte die Uni Düsseldorf den Doktortitel vergeben? Wenn die
Uni heute Fehler in ihrem System feststellt, müsste sie dem
Gleichheitspinzip entsprechend und gemass den Regeln eines
Qualitätsmanagementsystem sämtliche ihrer Arbeiten
überprüfen, oder neu bewerten, also vorab sämtliche Titel
entziehen, die sie vergeben hat. Daraus folgt:
2. Warum gilt das grundgesetzlich verankerte Gleichheitsprinzip nicht?
3. Warum ist die Universität ein rechtsfreier Raum, wo sich Gremien
ihre Gesetze selber stricken, ohne dass sie einer rechtlichen
Inhaltskontrolle unterliegen?
4. Warum gelten an der "Bildungsanstalt Hochschule" andere
Prinzipien als an "Bildungsanstalt Schule"?
5. Warum wird nicht ein internationales Zertifizierungssystem dieser
"wissenschaftlichen" Arbeiten verbindlich eingeführt?
Denn: Vergleichbarkeit herrscht derzeit nicht. Und ein Düsseldorfer
Doktorhut wird schon zum Karnevalsscherz!
Reine Willkür - der "Leitsatz"
„Auf den Umfang der abgeschriebenen Stellen sowie auf die Frage,
ob die Arbeit auch ohne das Plagiat noch als selbständige
wissenschaftliche Arbeit hätte angesehen werden können, kommt
es grundsätzlich nicht an.“ Dann mal ran an die juristischen Disserationen!
Freiheit von Forschung von Lehre - Das ist ein Ideal aus dem vorletzten
Jahrtausend, das damals seine Berechtigung hatte. Es endet bei der
Lehre. Wir sind doch nicht mehr im 19. Jahrhundert!
Nun kann man in dieser Sache viele Überlegungen anstellen, z. B.
was wäre, wenn in Deutschland alle Promotionen überprüft
würden? Hätten wir dann 50% weniger Promovierte? Kann gut
sein. Pech für Frau Schavan, wenn frau so im Licht der
Öffentlichkeit steht. Und natürlich sind hier unweigerlich die
Parallelen zu Guttenberg da. Damals hatte Frau Schavan (Interview mit
der SZ vom 1. März 2011) allein der Uni das Recht zugestanden,
über einen Entzug des Doktortitels zu entscheiden. So ändern
sich die Zeiten (Ansichten).
Was ich aber am interessantesten finde: Seit Jahren wird uns
Männern gesagt, dass Frauen in der Politik eine Wohltat seien, weil
weniger machtversessen, kompromissbereiter, kommunikativer, nicht an
Posten klebend usw. Guttenberg hat auf sein Amt verzichtet. Bei Frau
Schavan habe ich den Verdacht, dass sie wie Frau Simonis den Gegenbeweis
für die alte Gender-These antreten wird, dass Frauen einfach die
besseren Menschen sind. Das beruhigt mich als Mann ungemein.
Plagiatsvergehen dürfen nicht verjähren
Die derzeit vielfach geforderte Verjährung von
Plagiatsvorwürfen ist kompletter Unfug. Der Entzug eines
Doktortitels nach wissenschaftlichem Fehlverhalten erfolgt, weil die
Voraussetzungen zum Führen dieses Titels von vornherein nie gegeben
waren, dieser Titel also nie hätte erteilt werden dürfen. Der
Entzug passt die Papierlage der tatsächlichen Situation an. Er ist
keine Bestrafung. Würde das nicht so gehandhabt, so könnte
auch jemand, die gar promoviert hat, aber 25 Jahre den Doktortitel auf
ihre Visitenkarte gedruckt hat, jetzt eine Legalisiereung ihres
Doktortitels fordern.
Das ist so ähnlich wie beim Doping. Dass Lance Armstrong im
Nachhinein seine Tour-de-France-Siege aberkannt werden, ist eine
Anpassung der Siegerliste an die Realität, aber keine Strafe. Die
Strafe ist seine lebenslange Sperre.
Mein lieber Schavan! Die Klage der Frau Schavan ist von vorneherein aussichtslos. Darum geht es ihr auch nicht - die Klage dauert natürlich und kauft ihr Zeit, um in Ruhe die Legislaturperiode zu beenden und eventuelle Pensionsansprüche zu sichern - manchmal kommt es ja auf Monate an. Kluger Schachzug und er zeigt, wie skrupellos und "gewissenlos" die politische Kaste ist und das bei einer abgeschriebenen Doktorarbeit "Person und Gewissen".
Der Inhalt der missglückten (?) Promotion von Frau S. würde
nicht nochmal geprüft im Rahmen
eines Zivilverfahrens. Das steht schon fest. Geprüft werden etwaige
Rechtsfehler. Sollte sich dies
bejahen, käme ein "Freispruch" heraus. Jedoch nur einer
der zweiten Klasse. Der politische Feind
hat S. bereits beschädigt, weil die Frau in der Öffentlichkeit
herabgewürdigt wurde. Dieses Gremium versteht von Promotionen so
gut wie nichts, urteilt dafür aber umso schneller.
Die Trennung vom Kirche und Staat ist allgemein akzeptiert.
Ich fordere jetzt eine Trennung von Wissenschaft und Politik !
war wegen der Vielzahl an Plagiatsstellen zwingend - die Uni
Düsseldorf hatte gar keine Wahl. Mit der Lehrbuchliteratur der
1970er-Jahre wurde belegt, dass damals auch an dem Institut der Uni
Düsseldorf klar vorgeschrieben war, was zulässig und was nicht
zulässig war. Es gibt in den Promotionsordnungen keine
Verjährungsfrist. Wenn eine solche Frist in den Promotionsordnungen
enthalten wäre, würde sie auch gelten. Aber da sie derzeit
nicht in den Promotionsordnungen steht, kann dieser Aspekt bei der
Beurteilung des Fall Schavans auch nicht herangezogen werden.
Die deutschen Verwaltungsgerichte sind wesentlich strenger als die Uni
Düsseldorf und haben schon Arbeiten als Plagiat gewertet, nur weil
wenige Seiten oder einzelne Absätze als Plagiat erkannt wurden. Und
das geschieht zum Schutz der Wissenschaft - zu recht.
Nun gibt es aber auch ein Willkürverbot
d.h. man kann dem einen nicht zum Vorwurf machen, was man dem anderen
durchgehen lässt. Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten,
sondern kann nur dann beantwortet werden, wenn man die anderen Arbeiten
der Epoche daneben legt.
Im Übrigen wird - gerade an den Maßstäben, die man heute
anlegt - der Doktortitel überbewertet. Es kommt in diesen Arbeiten
nicht darauf an, ob das, was einer von sich gibt, Hand und Fuß hat
- das braucht es nicht wie wir an vielen Arbeiten sehen - sondern, dass
richtig zitiert wird. Sprich, die Form schlägt den Inhalt.
"zum Schutz der Wissenschaft" - das ist etwas zu kurz gedacht!
Es geht hier nicht nur um den Schutz der Wissenschaft.
Ein Dr.-Titel dient in einem viel größeren Maße dazu,
ein besseres Ansehen in der Gesellschaft und Aurtoritát im Beruf
zu erlangen. Deshalb muss der Schutz der Allgemeinheit einen
höheren Stellenwert haben als der Schutz der Wissenschaft. Deshalb
muss eine Prüfung zeitnah stattfinden und es dürfen erst gar
keine Plagiatstitel vergeben werden. Und deshalb liegt die Verantwortung
im System. Alle bisherigen Bildungs- u. Wissenschaftsminister seit 1945
haben in dieser Hinsicht bisher versagt. Es wird Zeit, dass sich das
ändert.
Es geht nicht nur um den Doktortitel - es geht Ehre u. Moral!
Als Bildungsministerin u. "oberste Instanz" der
Universitäten u. "Vorbild" der Studenten
geht Schavan nicht mehr! Das ist klar!
"Alles nur geklaut" sangen die Prinzen. Mir ist es gleich, ob
jemand einen Doktortitel hat
o. nicht! In unserer Gesellschaft wird immer noch zu viel wert auf den
Dr. oder
den Adelstitel gelegt. Aber ist es nicht eine Frage der Ehre u. Moral,
ob jemand besch....t?
Er betrügt ja nicht nur sich selbst und die Uni, sondern als
Politiker auch die Wähler.
Mehr "Schein statt Sein" - man kann solche Politiker aller
Couleur nur abstrafen, wenn man
sie nicht mehr wählt. Aber was kommt dann? Das 4. Reich? Leider ist
unsere heutige Zeit
dem Bild von Sodom und Gomorrha aus der Bibel sehr ähnlich.
... Spreu vom Weizen trennen.
Ja.
Unseren Aussenminister, Herrn Dr. Westerwelle – sofern er seinen
Titel nicht erschlichen hat, wovon ich ausgehe – würde ich
zwar nicht als Bauprojektleiter engagieren, aber als Anwalt schon.
Aber darum geht`s doch gar nicht, sondern um Glaubwürdigkeit und
Titel, die nicht regulär erworben wurden.
Ansonsten könnte jeder sich als Arzt, Lehrer, Apotheker, Ingenieur,
Handwerksmeister usw. betätigen, sich das Abitur oder
Ausbildungsnachweis irgendwie besorgen, wenn es legal nicht geklappt hat.
Das bedeutet ja nicht, dass Ungelernte oder Leute ohne Titel keine
guten Leistungen erbringen können.
Aber solange unsere Gesetze sind wie sie sind, müssen wir darauf
vertrauen, dass ein Doktor, ein Arzt oder was auch immer wirklich z.B.
ein Doktor ist, ohne sich den Titel erschlichen zu haben.
Sehr geehrter Herr Mansk,
Sie unterliegen meines Erachtens einem Irrtum, wenn Sie der Annahme
sind, daß eine Promotion von besonderer intelektueller
Leistungsfähigkeit zeugt oder gar die Entscheidungsfähigkeit
begünstigt. Eine Promotion ist mit einem größeren
Zeitaufwand und damit häufig mit einem größerem
finanziellem Verzicht oder Hintergrund verbunden.
Ihre positive Einschätzung von Promovierten in allen Ehren, Sie
sind hier mit einem Großteil unserer Gesellschaft in einem Boot.
Der Führerschein für Akademiker
Wenn der Prüfling nicht ordentlich fährt und trotzdem den
Führerschein erhält ist dies dem Prüfling nicht
anzulasten. Er darf die Überzeugung haben (ausreichend) richtig
gefahren zu sein.
Die damaligen Verkehrsreglen sind der Maßstab für die
Beurteilung der Prüpfungsfahrt bzw des schriftlichen Ergebnisses
der Prüfung.Heutige Maßstäbe sind bei der Beurteilung
der Prüfungsleistung nicht anzulegen m.E.
PS Wenn wissenschaftliches Arbeiten eine erlernbare Kulturtechnik ist,
deren Beherrschung mit der Erlaubnis zum führen eines Titels
bescheinigt wird ist in diesem Fall auch zu Fragen wie den die Leistung
der Hochschule zu beurteilen an der die Studentin in dieser
Kulturtechnik ausgebildet wurde.
Eine andere Frage ist wie objektiv die Beurteilung der Leistung ist.
Von Fahrschulen Wissen wir das der Fahrprüfer nicht Lehrer der
Fahrschule ist.
Haben Sie einmal forschend gearbeitet?
Ich denke nicht!
Das plagiieren ist nicht zu vergleichen mit einer schlechten
Fahrleistung bei der Führerscheinprüfung und dem Bestehen der
Prüfung, trotz ungenügender Leistung.
Plagiieren, um bei ihrem Beispiel zu bleiben, wäre eher
vergleichbar damit, daß Sie ihren Zwillingsbruder, der einen
Führerschein besitzt und ein ausgezeichneter Fahrer ist, ihrer
statt zur Prüfung schicken. Wenn das auffliegt sind Sie
selbstverständlich ihren Führerschein los, auch nach 30 Jahren!
Nonchalance – gängige Praxis in der Vergabe von Doktortiteln
Vor Guttenberg konnte Hinz und Kunz noch davon ausgehen, dass ein
Doktortitel eine Auszeichnung für eine besondere wissenschaftliche
Arbeit darstellte und diese nicht ohne Grund vergeben wurde.
Jetzt muss Hinz & Kunz feststellen, dass dem nicht so ist. Das
Gegenteil ist eigentlich der Fall. Universitáten und Professoren
berufen sich darauf, dass den Studenten die Regel für die
Erstellung einer Doktorarbeit mitgeteilt wurde und verlassen sich
darauf, dass sich auch jeder Student an diese Regel hält.
„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“, hat Lenin schon gesagt.
Es ist schwer zu glauben (aber wohl wahr), wir haben ein Heer von
Doktoren in Deutschland, die diesen Tiltel wohl nicht verdienen.
Wenn es den Studenten bekannt ist, dass dieser Titel so nonchalnat
vergeben wird, kann man ihnen auch keinen Vorwurf daraus machen, wenn
sie sich dann entsprechend verhalten und diese Situation ausnutzen, das
ist menschlich . Die Verantwortung liegt im System, bei den
Universitäten und Profes
3 > Nochalance
...oder Respekt verdient.
Ein toller Erfolg!
PS: Sorry, copy & paste haben nicht so richtig funktioniert! - Ist
aber kein Plagiat!
Nonchalance
... Die Verantwortung liegt im System, bei den Universitäten und Professoren. – Das System ist krank! Hinz und Kunz, Krethi & Plethi müssten davon ausgehen kónnen, dass ein einmal verliehener Doktor-Titel unantastnbar ist und nur durch ein grobes Fehlverhalten während der Berufsausübung entzogen werden kann. Die nachträglichen Prüfverfahren und Aberkennungen haben jetzt lediglich dazu geführt, dass kein Doktortitel noch irgend etwas wert ist oder Respe
I beg your pardon!
Ein Meister ist auch ein Titel. Um diesen zu bekommen, muss er eine ordentliche Meisterprüfung ablegen und ein Stuck handwerklicher Arbeit vollbringen. Diesen Maßstab muss man erst recht für einen akademischen Titel voraussetzen dürfen.
Vertrauen ist die Basis guter Zusammenarbeit!
Bei einer Dissertation arbeitet man sehr eng mit seinem Betreuer
zusammen. Dabei ist es schier unmöglich, eine ständige
Kontrolle auszuüben. Würde man sie ausüben, würde
das die Zusammenarbeit unmöglich machen und demzufolge auch die
Ergebnisse der Arbeit verschlechtern. Ich gehe davon aus, daß die
Wenigsten Promoventen so dreist sind, wie Schavan und Co. Zumindest
nicht in meinem Freundeskreis. Und da sind viele Fachrichtungen
vertreten, geistes- wie auch naturwissenschaftliche.
Stellen Sie sich vor ihr Chef auf der Arbeit würde jeden Abend,
bevor Sie nach Hause gehen ihre Taschen kontrollieren um zu sehen, ob
Sie auch nichts gestohlen haben und würde bei jeder Aufgabe, die
Sie erfüllt haben, zunächst alle Kollegen fragen, ob die nicht
eigentlich sie Arbeit getan hätten. Da würden zum Einen Sie
nicht lange arbeiten wollen und zum Anderen würde auch der
Großteil der Arbeitszeit sinnlos verschwendet werden. Das ist bei
einer Promotion nicht anders!
Worum geht es Frau Schavan eigentlich?
Die Interessen des Wissenschaftsstandorts Deutschland wogen für
einen Rücktritt nicht schwer genug.
Nun wird eben das Interesse der Partei dafür sorgen.
Bei diesen Schauspiel sieht keiner gut aus.
Weder Schavan, noch die CDU, noch die Medien mit ihren durchsichtigen
Verteidigungs- und Relativierungsversuche.
Nicht nur Schavan, sondern auch die Medien hätten einmal anstatt
über das eventuelle Unrecht der Aberkennung nachzudenken, die Frage
stellen sollen, ob Schavans Verbleiben im Amt unserem Land dienlich ist.
Damit hätten wir uns diese internationale Blamage erspart.
Aber sicher muss der Doktortitel...
... notfalls vor Gericht, damit die Spreu vom Weizen getrennt wird und
die mit dem erschwindelten Doktortitel erworbenen wirtschaftlichen
Vorteile rückgängig gemacht werden können.
„Doktoren“ mit erschwindelten Titeln müssen aus Politik
und Wirtschaft herausgesiebt werden, damit echte fähige Promovierte
ihren Platz übernehmen können.
Vielleicht klappte es bei uns dann auch wieder mit Grossprojekten, wie
Flughafen, Bahnhof, Philharmonie usw.
Spreu vom Weizen trennen...?
Zum Einen wird vor Gericht nur über mögliche Verfahrensfehler gestritten, die sachliche Bewertung übernimmt der Fakultätsrat und zum Anderen, was hat der akademische Grad mit der Fähigkeit der Beurteilung und Entscheidung von Bauprojekten zu tun. Oder glauben sie, das z.B. Herr Dr. Westerwelle besondere Fähigkeiten im Management von Bauprojekten hat ?
Wenn wir schon bei Vergleichen die "hinken" sind:
Frau Schavan den Doktortitel zu lassen ist in etwa so als wenn man nach
einer gewissen Zeitspanne einem Bankräuber das Raubgut lässt:
"Nein, behalten Sie ruhig die 2 Mio. Euro, der Bankraub ist doch
schon 20 Jahre her..."
Falsch
Bevor § 852 BGB (Herausgabeanspruch NACH Eintritt der
Verjährung) als Anspruchsgrundlage greift (und dann
gemäß § 852 S. 2 BGB verjährt) muss erstmal der
Herausgabeanspruch aus § 812 BGB verjähren. Dieser
verjährt nach §§ 195, 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB innerhalb von
3 Jahren ab Kenntnis des Anspruchs und der Person des Schuldners. Im
Fall des Bankräubers dessen Identität erst 2012 herauskommt,
obwohl er die Tat 1970 begangen hat, fängt die
regelmäßige Verjährung erst mit Abschluss des Jahres
2012 an zu laufen und verjährt mit Abschluss des Jahres 2015.
Erst mit Kenntnis über die Person kann die geschädigte Bank
Rechtsverfolgung hinsichtlich des Anspruchs betreiben (und damit die
Verjährung hemmen), versäumt die Bank das, hilft auch §
852 BGB nicht mehr, weil dieser Anspruch gemäß § 852
S.2, 2 Halbsatz verjährt ist.
Und genau so ist es ....
nach unseen geltenden Gesetzen. Sogar der Bankräuber darf die Beute nach 30 Jahren behalten, wie sich aus den §§199, 852 BGB ergibt.
Der Doktorvater hat sicher nicht die optimale Leistung gebracht. Aber ändert das etwas an Fr. Schavans Plagiat? Um es scharf zu formulieren: "anständige Ganoven" sind bemüht, keine Kumpanen hineinzuziehen sondern ihre Straftat allein zu büßen. Was will Fr. Schavan mit ihrem Einspruch? Den Doktorvater mit hineinreiten? Der damals ihr Schummeln übersehen und ihr damit die Arbeit erleichtert hat, soll jetzt dafür als (Mit-)Schuldiger herhalten?
Ihre Nähe zur "Katholischen Theologie" ist auch fragwürdig und ein Rücktritt gut für die Bildung
Frau Schavan hat ja auch aus ihrer Nähe zur Theologie, vor allem der katholischen, keinen Hehl gemacht. Für Außenstehende werden aber durch eine vermeintliche "wissenschaftliche" "Fundierung" die katholischen Dogmen auch nicht wahr oder wahrer. Jetzt kommt die fehlende Einsicht der Ministerin in die ungenügende Qualität ihrer einstigen Promotion hinzu. Und spätesens damit sollte klar sein, dass die Bildungspolitik eine anderer Spitze braucht. Zu bedenken ist natürlich, dass Frau Schavan auch eine katholische "Quotenfrau" im Kabinett Merkel war. Doch man kann das auch mal von einer anderen Seite sehen: Bei ca. 34 % Konfessionslosen wäre ein humanistischer nichtkonfessioneller Bildungsminister eine gute Wahl.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.02.2013 13:37 UhrFalsch
Frau Schavan ist mit Sicherheit nicht in der Nähe der katholischen Kirche verortet.
Welche Rolle spielt der Doktorvater?
Es wundert mich, dass in der ganzen Affäre der Doktorvater kein Diskussionsgegenstand war. In der Regel ist dieser, schon allein aufgrund der Spezialisierung aller Disziplinen, der einzige, der beurteilen kann, ob der Inhalt einer Dissertation den Promotionsanforderungen entspricht, sprich hinreichend neue und wertvolle Erkenntnisse für das Spezialgebiet bringt. Weil das so ist, übernimmt der Doktorvater eine erhebliche Verantwortung. Er ist der Einzige, der über ein vergleichbares Spezialwissen verfügt wie der Kandidat und somit auch beurteilen kann, ob die Dissertation für einen Doktortitel geeignet ist. Dieser Aspekt und diese Verantwortung des Doktorvaters hat aber bisher in den öffentlichen Diskussionen keine Rolle gespielt. Wie sieht das der Promotionsausschuss, in dem normalerweise Personen aus allen Spezialbereichen einer Fakultät sitzen und die über Arbeiten in ihrem eigenen Gebiet urteilen können, aber nur bedingt über Arbeiten aus Nachbargebieten?
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.02.2013 21:22 UhrDeutschland - den Narzisten
Ach nein...warum ist die nicht die Aufgabe der Doktorvaters zu
kontrollieren? sollte sich nicht der Doktorvater sehr gut in diesem
Bereich auskennen, um selbst wie Vorfeld darauf hinzuweisen? Es
wäre gut, wenn wir als nächstes kontrollieren, ob der
Doktorvater eine gute DOKTORarbeit geleistet hat...aber in dieser
Argumentationsschiene befassen wir uns doch nur mit dem fauligen Apfel
und nicht mit dem Wurm in der Wurzel....
Aus welcher Intention heraus, möchte jemand eine andere Person vor
der Öffentlichkeit bloßstellen? Weil sie mangelhaft zitiert
hat? Aus der ehrenvollen Absicht, etwas für die Bildung zu tun, ein
Beispiel für die Zukunft und die anderen zu setzen? Oder freut man
sich doch persönlich letztendlich, dass man eine machtvolle im
gesellschaftlichen Kontext anerkannte Person zu Boden sinken sieht...wie
sagt man so schön: Die Schadenfreude ist doch die reinste Freunde.
Willkommen, du neidvolles Deutschland! Und dies, ist wahrlich nichts
Neues im geschichtlichen Kontext.
am Thema vorbei?
Lieber Herr Schlimm, das sehe ich vollkommen anders. Der Doktorvater hat sehr wohl die Verpflichtung, eine Dissertation zu prüfen, bevor er dem Kandidaten ihre Einreichung empfiehlt. Ganz abgesehen davon, dass eine gute Betreuung Plagiate von vornherein ausschließen sollte. Was wäre denn sonst die Aufgabe eines Doktorvaters? Nein, den Doktorvater von dieser Aufgabe zu entbinden und auf die eidesstattliche Erklärung des Kandidaten zu vertrauen, ist der völlig falsche Weg.
Völlig am Thema vorbei....
geht Ihre Argumentation. Zu keiner Zeit stand die Qualität der Doktorarbeit von Fr. Schavan zur Debatte. Es ging und geht einzig um die Causa mangelhafte Kennzeichnung der Zitate, worauf sich der Plagiatsvorwurf bezieht. Es ist keineswegs Aufgabe des Doktorvaters dies zu kontrollieren, schließlich hat der Doktorand per Unterschrift dokumentiert (z.T. eidesstattlich) daß er Regel gerecht gearbeitet hat.
Wo liegt der Unterschied zwischen Copy & Past und Betrug?
Mit einem „Copy & Past“ Doktortitel lässt sich Geld
verdienen, aber auch strafrechtlich wegen Betrug belangt werden.
Das gilt anscheinend nicht für Politiker.
Minister erzielen hohe Einkommen, erst mit Diäten, Pensionen,
Übergangsregelungen usw. und danach in Wirtschaftskanzleien.
Eine wissenschaftliche Arbeit ist Voraussetzung für viele
hochdotierte Jobs, besonders für einen Wissenschaftsminister/ in-,
sollte man meinen. Aber das Beispiel des ehm. österreichischen
Wissenschaftsminister J. Hahn spricht für sich, damals (1997) so
dass Urteil zum Plagiatsvorwurf galten „noch“ andere
Standards & Zitierregeln, und- heute würde Hahns Arbeit nicht
mehr genügen.
Und Schavan’s Arbeit von 1980, welche Standards haben damals gegolten?
Aber die politische Kaste lenkt ein: „akademische Titel sind nicht
Voraussetzung für ein Ministeramt“. Das ist absolut
bemerkenswert-, kein Wunder dass Minister nötiges Fachwissen
über Beratungskanzleien dazukaufen, bei denen sie dann später unterkommen.
Diskussion endlich von Schavan trennen
Auch wenn die "Plagiatsforscher" letztlich nur den Job der
Kanalarbeiter für die SPD betrieben haben: die aufgedeckten
Fälle zeigen über den Wahlkampf hinaus, daß es offenbar
erheblich an Sorgfalt bei der Betreuung wissenschaftlicher Arbeiten
mangelt.
Eine Diskussion, die sich nur auf die "Betrüger"
konzentriert, greift zu kurz. Jede Dissertation wird mindestens von 4
Betreuern und Gutachtern geprüft. Kommen die (gut dotierten und
keineswegs überlasteten) Professoren ihrer Aufgabe offensichtlich
nicht nach, ist dies ein Beleg für Faulheit oder Inkompetenz. Hier
gilt es anzusetzen. Das Problem heißt nicht Schaven, sondern
Beamtenmentalität im Hochschulwesen. Nähme die
Universität ihren wissenschaftlichen Auftrag ernst, würde sie
längst selbst Fehler recherchieren. Die Professoren aber sitzen
dies aus. Denn, wer im Glashaus sitzt...
Reinhard Müller Jahrgang 1968, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Zeitgeschehen“ und für „Staat und Recht“.
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