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Das Jahr in Zitaten : „Ich schäme mich nicht nur heimlich“

„Er kann es, Peer Steinbrück hat in seiner Zeit als Finanzminister bewiesen, dass er regieren und verwalten kann.“ (Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt über die Kanzlerkandidatur der SPD.) Bild: Lisowski, Philip

Es ist der Satz des Jahres: Forschungsministerin Annette Schavan auf die Frage, ob sie sich heimlich für Karl-Theodor zu Guttenberg schäme. Nicht jeder war 2011 so böse empathisch.

          JANUAR

          „Dies wird eines der spannendsten Jahre.“

          Bertram  Eisenhauer

          Verantwortlich für das Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel

          „Im Theater heißt es, dass nur eine misslungene Generalprobe zu einer gelungenen Premiere führt.“

          Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender der Linkspartei, über eine umstrittene Rede seiner Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch, in der es hieß: „Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung.“

          „Das einzige große politische Amt, das mich wirklich interessiert, ist für mich nicht erreichbar, weil ich ja in Österreich geboren wurde.“

(Arnold Schwarzenegger, ehemaliger Gouverneur von Kalifornien, über seinen Wunsch, Präsident der Vereinigten Staaten zu werden; im Mai wird bekanntwerden, dass er mit einer Haushälterin ein uneheliches Kind hat; kurz vor der Enthüllung hatte seine Frau ihn verlassen.)
          „Das einzige große politische Amt, das mich wirklich interessiert, ist für mich nicht erreichbar, weil ich ja in Österreich geboren wurde.“ (Arnold Schwarzenegger, ehemaliger Gouverneur von Kalifornien, über seinen Wunsch, Präsident der Vereinigten Staaten zu werden; im Mai wird bekanntwerden, dass er mit einer Haushälterin ein uneheliches Kind hat; kurz vor der Enthüllung hatte seine Frau ihn verlassen.) : Bild: dpa

          „Portugal wird nicht um Hilfe bitten.“

          José Socrates, Ministerpräsident von Portugal, hält Milliardenhilfen aus dem Euro-Rettungsschirm für unnötig – noch; im Mai werden Kreditzusagen für Portugal von 78 Milliarden Euro über einen Zeitraum von drei Jahren nötig.

          “Wir prüfen gerade, wie viele von ihnen noch leben.“

          Griechenlands Arbeitsministerin Louka Katseli im Juni über die Nachricht, dass für Tausende tote Griechen weiterhin Rente gezahlt werde; 4500 inzischen verstorbene Angestellte im öffentlichen Dienst erhielten noch Geld, was die Steuerzahler jährlich mehr als 16 Millionen Euro koste; das Ministerium wolle die etwa 9000 über Hundertjährigen des Landes unter die Lupe nehmen.

          „Also, ich freue mich jetzt über jedes Schnitzel und jedes Steak und jedes Ei, das ich im letzten Jahr nicht gegessen habe, und werde das auch so beibehalten.“

          Schriftstellerin Karen Duve fühlt sich durch den Dioxin-Skandal in ihrer vegetarischen Lebensweise bestärkt; Hühner, Puten und Schweine hatten auf deutschen Bauernhöfen vergiftetes Futter gefressen.

          „Wir sind im Augenblick, was Frauen in den Führungspositionen angeht, auf Höhe mit Indien, hinter Russland, hinter Brasilien, hinter China.“

          Ursula von der Leyen (CDU), Arbeitsministerin, über die Notwendigkeit einer Frauenquote in der deutschen Wirtschaft.

          „Der Märtyrer Mohammed Bouazizi, geboren am 29.3.1984, gestorben am 4.1.2011.“

          Marmorplatte am Grab eines tunesischen Gemüsehändlers, der sich am 17. November 2010 selbst angezündet hatte, angeblich, weil er von einer Beamtin gedemütigt worden war; die Geschichte, an deren Wahrheitsgehalt Zweifel bestehen, wird zu einem der Funken, der die Revolte in seiner Heimat entzündet – und nicht nur dort; zehn Tage nach Bouazizis Tod am 4. Januar flieht Diktator Ben Ali aus dem Land; auch beispielsweise in Ägypten, im Jemen, in Libyen und Syrien kommt es zu Protesten und Revolutionen.

          FEBRUAR

          „Ich werde bis zum letzten Tropfen meines Blutes kämpfen.“

          Libyens Diktator Muammar al Gaddafi im Fernsehen zum Ausbruch des Bürgerkrieges.

          „Liebe Werbeagentur Jung von Matt, bzgl. Eurer Anfrage, ob wir bei der aktuellen ,Bild‘-Kampagne mitmachen wollen: Ich glaub’ es hackt.“

          Die Band „Wir sind Helden“.

          „Wir essen unser Saatgut auf“; „Deutschlanddämmerung“; „Deutschland im Abendlicht“

          Titel, die Thilo Sarrazin seinem Verlag nach eigenen Angaben ursprünglich für „Deutschland schafft sich ab“ vorgeschlagen hatte; dort lehnte man den ersten Vorschlag als „zu landwirtschaftlich“ ab; „Deutschlanddämmerung“ klinge nach Lyrikband, und Lyrikbände erzielten keine hohen Auflagen.

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