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Darfur Sudan läßt Hilfsorganisationen in Krisenregion

21.05.2004 ·  Die Regierung will angeblich internationale Hilfe in der Krisenprovinz Darfur zulassen. Dort bahnt sich eine humanitäre Katastrophe an. Tausende kamen bei Kämpfen ums Leben, Hunderttausende sind auf der Flucht.

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Die sudanesische Regierung hat den internationalen Hilfsorganisationen ungehinderten Zugang in die Bürgerkriegsregion Darfur zugesichert. Für die Einreise in das Krisengebiet reiche nun ein gewöhnliches Visum aus, das jede diplomatische Vertretung Sudans im Ausland ausstellen könne, teilte Außenminister Mustafa Othman Ismail nach einem Bericht des britischen Senders BBC mit.

Der amerikanische Außenamtssprecher Richard Boucher bestätigte in Washington, daß Hilfsorganisationen ungehinderten Zugang nach Darfur erhalten sollen. Die Regierung in Khartum habe zudem versichert, daß humanitäre Flüge in die Krisenregion nicht mehr behindert würden. Diese Schritte seien „überfällig“, sagte Boucher.

Die Bundesregierung appellierte am Freitag an die Staatsführung in Khartum, ihre Ankündigung auch in die Tat umzusetzen. Bislang hatten die sudanesischen Behörden die Einreise von Helfern nur mit Sondergenehmigungen zugelassen. Das Auswärtige Amt forderte, Sudan müsse oben auf der Agenda des UN-Sicherheitsrats bleiben.

Tausende Tote, Hunderttausende auf der Flucht

In Darfur kämpfen arabische Milizen mit angeblicher Unterstützung der sudanesischen Regierung gegen die Rebellenorganisationen „Befreiungsbewegung Sudans“ und „Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit“. Seit Beginn der Kämpfe im Februar vergangenen Jahres wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bis zu 10.000 Menschen getötet und etwa 100.000 Menschen ins Nachbarland Tschad vertrieben. Etwa 670.000 Menschen seien in Sudan auf der Flucht.

Die Deutsche Welthungerhilfe wies unterdessen darauf hin, für die Versorgung der Menschen in Darfur sei nicht der Zugang der Helfer entscheidend. Vielmehr müsse die sudanesische Regierung die Verteilung von Lebensmitteln genehmigen. Die Organisation habe rund 1100 Tonnen Nahrungsmittel für 100.000 Menschen gelagert, die nicht an die Bedürftigen weitergegeben werden dürften.

Bundesregierung erhöht Hilfszusagen

Das Entwicklungsministerium stockte unterdessen seine Hilfe für Darfur auf; damit stellt Deutschland insgesamt rund fünf Millionen Euro für die Katastrophenhilfe im Sudan zur Verfügung. Mehrere Hilfsorganisationen kündigten am Freitag weitere Hilfsmaßnahmen an.

Die Vertriebenen müssten vor Beginn der Regenzeit in zwei Wochen versorgt werden, hob Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hervor. Sie forderte, daß in letzter Konsequenz die internationale Gemeinschaft auch bereit sein müsse, Friedenstruppen in die Region zu entsenden.

Das Flüchtlingshilfwerk der Vereinten Nationen UNHCR hat nach eigenen Angaben bislang 75.000 Flüchtlinge aus Darfur in den Tschad gebracht. Dort seien insgesamt sieben Lager aufgebaut worden. Im Tschad halten sich derzeit bis zu 180.000 Sudanesen auf.

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