06.02.2011 · Mehrmals am Tag wird Deutschland im „Cyberspace“ angegriffen. Deutschland plant jetzt ein Cyber-Abwehrzentrum - wichtiger ist es freilich, die besten Fachleute auf diesem Feld zu gewinnen. Darunter mögen einige sein, die bisher mit einem Dienst für den Staat nicht viel am Hut hatten.
Von Reinhard MüllerMehrmals am Tag wird Deutschland, wird die Nato angegriffen – im „Cyberspace“. Die Folgen solcher Attacken im Internet sind mitunter alles andere als virtuell. Das hat Estland 2007 erfahren, als Teile seiner Kommunikationssysteme lahmgelegt wurden. Für die Nato war das (noch) kein Bündnisfall. Das westliche Bündnis hat aber mittlerweile deutlich gemacht, dass es Angriffe im Netz ernst nimmt – und darauf reagieren wird. Gut, dass Deutschland jetzt auch ein Cyber-Abwehrzentrum plant, über das Amerika schon verfügt.
Wichtiger als die Schaffung einer neuen Behörde ist es freilich, die besten Fachleute auf diesem Feld zu gewinnen – darunter mögen einige sein, die bisher mit einem Dienst für den Staat nicht viel am Hut hatten. Auch die nun verabredete verstärkte internationale Zusammenarbeit ist zu begrüßen, es geht schließlich um einen weltweiten Gefechtsraum, der keine klassischen Kombattanten kennt. Aber man darf nicht blauäugig sein: Wenn wichtige westliche Verbündete Deutschland tagtäglich ausspionieren, dann wird man ihnen auch manche Cyberattacke zurechnen dürfen.
Eine sehr realistische Einschätzung, der man nur zustimmen kann!
Hermann F. Sack (Collobriere)
- 06.02.2011, 19:17 Uhr
Reinhard Müller Jahrgang 1968, Redakteur in der Politik, zuständig für „Staat und Recht“.
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