03.04.2008 · Der CSU traut man alles zu, vor allem, wenn es nach Kreuth geht. Doch ein halbes Jahr vor der ersten Landtagswahl nach Stoiber stürzt die CSU ihren Chef nicht, schon weil sie ihn noch für den Fall braucht, dass sie ihn nach der Wahl stürzen muss.
Von Berthold KohlerDer CSU traut man alles zu, vor allem, wenn es nach Kreuth geht. Doch die jüngsten Gerüchte über eine Verschwörung dreier Herren, deren Namen dramatischerweise mit demselben Buchstaben beginnen, gegen das Münchner Führungsduo oder wenigstens gegen den besonders bedrängten Vorsitzenden Huber sind selbst für CSU-Maßstäbe hoch gegriffen.
Natürlich hätten Stoiber, Seehofer und Söder überzeugende Motive für eine solche Tat. Stoiber hat noch zwei Rechnungen offen. Seehofer ebenfalls, dazu unerfüllte Karriereträume.
Und Söder darf in seinem Alter durchaus noch daran denken, sich dem nächsten CSU-Vorsitzenden zu empfehlen.
Doch ein halbes Jahr vor der ersten Landtagswahl nach Stoiber stürzt die CSU ihren Chef nicht, schon weil sie ihn noch für den Fall braucht, dass sie ihn nach der Wahl stürzen muss. Abgesehen davon hat die Opposition gerade einen Untersuchungsausschuss zur innerparteilichen Stabilisierung Hubers durchgesetzt, der freilich auch ohne diese Hilfestellung bis zum Herbst sein Bestes geben wird. Im Lichte des Wahlergebnisses wird sich zeigen, ob es der CSU reicht.