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Clintons Nordkorea-Reise Schadensbegrenzung

 ·  Die „humanitäre Mission“ des Privatmanns Bill Clinton war ein voller Erfolg, was die Freilassung der Journalistinnen betrifft. Politisch allerdings muss Washington jetzt Schadensbegrenzung betreiben.

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Die „humanitäre Mission“ des Privatmanns Bill Clinton war in dieser Hinsicht ein voller Erfolg. Die zwei von Nordkorea über mehrere Monate festgehaltenen amerikanischen Journalistinnen sind frei. Und es ist nicht von Belang, ob sich Clinton während seines Besuchs in Pjöngjang für Taten „entschuldigt“ hat, die die beiden womöglich gar nicht begangen haben. Solche Gesten sind bei Geiselnahmen aller Art üblich und verpflichten zu nichts.

Politisch allerdings muss Washington jetzt Schadensbegrenzung betreiben. Nach außen wird stur die Version verbreitet, Clinton habe nur den Auftrag gehabt, die beiden Frauen aus nordkoreanischer Haft freizubekommen. Aber es fällt schwer, sich vorzustellen, dass bei den Unterredungen des Ehemannes der amerikanischen Außenministerin mit dem nordkoreanischen Chefunterhändler bei den Atomverhandlungen das Thema „nukleare Aufrüstung Nordkoreas“ so gar keine Rolle gespielt haben sollte.

Wenn man also annimmt, dass die beiden über das Atomprogramm gesprochen haben, dann haben die Vereinigten Staaten eine der wichtigsten Forderungen Pjöngjangs erfüllt. Nordkorea möchte als Atommacht betrachtet werden. Und als solche wünscht es bilateral mit Washington zu sprechen. Genau das sollte eigentlich vermieden werden. In diesem Sinne sind die Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates aus den vergangenen Wochen zu verstehen.

Jetzt könnte zum Beispiel Südkorea seinem Verbündeten Amerika vorwerfen, es sei ihm in den Rücken gefallen. Die Position Seouls gegenüber dem Norden wird noch dadurch erschwert, dass ein südkoreanischer Arbeiter von Nordkorea festgehalten wird. Sein „Vergehen“: Kritik am politischen System des Nordens.

Dieses um jeden Preis zu erhalten ist oberstes Staatsziel in Pjöngjang. Und deshalb erscheint es unrealistisch, ein substantielles Nachgeben Nordkoreas in der Atomfrage zu erwarten. Selbst kleinere Zugeständnisse sind wenig wahrscheinlich. Kim Jong-il und seine Führung leiden auch knapp zwanzig Jahre nach den Umwälzungen im Ostblock noch am „Gorbatschow-Syndrom“: Demnach führen kleine Zugeständnisse zum großen Zusammenbruch. Und ein Leben fern der Höhen der Macht ist für Funktionäre vom Typ Kims nicht lebenswert.

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Jahrgang 1958, Redakteur in der Politik.

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