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Claudia Roth Zweizack? Nein danke!

 ·  Hätte Claudia Roth jetzt hingeworfen, wäre das ganze schöne Gleichgewicht der grünen Mächte wieder gefährdet gewesen. Und eigentlich lieben sie doch alle.

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Es gab einen guten Grund für die Mitglieder der Grünen, Claudia Roth zu opfern. Der Grund ist Jürgen Trittin. Statt seiner oder gar an seine Seite die Parteivorsitzende zur Spitzenkandidatin zu wählen, ging wohl selbst manchem Linken in der Partei zu weit. Die Doppelspitze im Wahlkampf hätte dann nicht wie ein Tandem, sondern wie ein Zweizack gewirkt.

Warum Trittin dann gleich mehr als 70 Prozent der Stimmen bekam, dürfte dem Impuls geschuldet sein, auf Nummer sicher zu gehen. Damit ist aber auch klar, dass das Tandem eigentlich gar keins ist. Es gibt wohl eine Siegerin unter den drei Führungsfrauen, aber eigentlich hat nur Trittin gewonnen.

Der gute Grund für die demütigende Niederlage ist deshalb auch der gute Grund, warum Claudia Roth bleibt, was sie ist. Hätte sie hingeworfen, wäre das ganze schöne Gleichgewicht der Mächte in der Grünen-Führung wieder in eine labile Konstruktion zurückgefallen.

Ein gutes Ergebnis ist Roth sicher

Cem Özdemir, der zweite Parteivorsitzende, ist das, was Katrin Göring-Eckardt nun im Wahlkampf darstellt, der bedächtige Pragmatismus neben schriller Ideologie. Fiele die Frau an seiner Seite weg, ginge das Spiel „Mann-Frau-Fundi-Realos“ von vorne los, zumal Özdemir ähnlich locker im Sattel sitzt wie Frau Roth, wenn es ihm nicht gelingt, auf Platz zwei seiner Landesliste gewählt zu werden.

Dann hätten die Grüne zwar ein sorgsam austariertes Wahlkampf-Duo, aber in der Parteispitze ginge es drunter und drüber. Ein gutes Ergebnis bei den Vorstandswahlen Ende der Woche in Hannover ist Claudia Roth deshalb sicher. Denn eigentlich lieben sie doch alle.

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12.11.2012, 11:52 Uhr

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Von Volker Zastrow

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