04.03.2010 · Die Mitglieder der Sauerland-Gruppe sind nicht die ersten verurteilten Terroristen in Deutschland. Die Urteile der vergangenen Jahre im Überblick.
Deutsche Gerichte haben schon mehrfach Islamisten verurteilt:
Oktober 2009: Ein Deutsch-Afghane muss wegen Unterstützung der terroristischen Islamischen Dschihad-Union für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Sein türkischer Komplize muss nach dem Urteil des Oberlandesgerichts in Frankfurt ein Jahr und zwei Monate in Haft. Beide halfen den Ausbildern der Sauerland-Gruppe mit Geld und Ausrüstung.
Juli 2009: Ein Terrorhelfer der islamistischen Terrororganisation Al Qaida wird zu acht Jahren Haft verurteilt. Aus Sicht des Koblenzer Oberlandesgerichts hat der Deutsche pakistanischer Herkunft Geld und Material beschafft sowie potenzielle Kämpfer angeworben. Das Urteil wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung sowie Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz und ein EU-Embargo ist noch nicht rechtskräftig.
Dezember 2008: Der sogenannte „Kofferbomber von Köln“ muss als treibende Kraft der gescheiterten Terroranschläge auf deutsche Reisezüge nach einem Urteil des Düsseldorfer Oberlandesgerichts lebenslang ins Gefängnis.
September 2008: Ein in Schweden festgenommener Marokkaner wird vom Oberlandesgericht in Schleswig wegen Unterstützung von Al Qaida und Beihilfe zur Gründung einer terroristischen Vereinigung im Ausland zu vier Jahren Haft verurteilt. Er hatte islamistische Kämpfer für den Einsatz im Irak rekrutiert.
Juli 2008: Wegen eines geplanten Anschlags auf den früheren irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi werden drei Männer zu zehn, acht und siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Oberlandesgericht Stuttgart sieht es als erwiesen an, dass die drei Iraker Mitglieder der radikal-islamischen Terrorvereinigung Ansar al-Islam (Helfer des Islam) waren und versuchten, Allawi bei dessen Deutschlandbesuch 2004 zu ermorden.
Juni 2008: Für die Verbreitung von Gewaltaufrufen der Terrorgruppe Al Qaida im Internet muss erstmals in Deutschland ein Mann ins Gefängnis. Das Oberlandesgericht Celle verurteilt den Iraker kurdischer Abstammung zu drei Jahren Haft.
Januar 2007: Das Hamburger Oberlandesgericht verurteilt den Helfer der Attentäter des 11. September 2001, Mounir El Motassadeq, zu 15 Jahren Gefängnis - wegen Beihilfe zum Mord in 246 Fällen und Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung.
Januar 2006: Im bundesweit ersten Prozess wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorgruppe verurteilt das Oberlandesgericht München einen irakischen Kurden zu sieben Jahren Haft. Er soll Mitglied der irakischen Ansar al-Islam gewesen sein.