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Chronologie 25 Tage in Geiselhaft

18.12.2005 ·  Die Archäologin Susanne Osthoff befand sich für mehr als drei Wochen in der Hand irakischer Geiselnehmer. Sie ist die erste Deutsche, die seit dem Sturz Saddam Husseins im Irak entführt wurde. Eine Chronologie der Ereignisse.

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Die Archäologin Susanne Osthoff befand sich für mehr als drei Wochen in der Hand irakischer Geiselnehmer. Sie ist die erste Deutsche, die seit dem Sturz Saddam Husseins im Irak entführt wurde. Eine Chronologie:

25. November

Osthoff und ihr irakischer Fahrer Chalid al Schimani werden auf dem Weg nach Arbil in der nördlichen irakischen Provinz Ninive von Unbekannten verschleppt.

26. November

Die amerikanische Botschaft in Bagdad bekommt einen Hinweis auf die Entführung und alarmiert die deutsche Botschaft. Im Auswärtigen Amt wird ein Krisenstab eingerichtet.

28. November

Einem freien Mitarbeiter des ARD-Büros in Bagdad wird eine CD mit einer Videobotschaft der Entführer zugespielt. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, ihre Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung einzustellen. Sonst würde die Geisel getötet.

29. November

Am Morgen berichtet die ARD-„Tagesschau“ von der Entführung. Ein Standbild zeigt eine kniende Frau, einen neben ihr hockenden Mann und drei Bewaffnete. Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert die Täter auf, die beidenfreizulassen.

30. November

Merkel kündigt in ihrer ersten Regierungserklärung ein konsequentes Vorgehen an. Sie sagte: „Wir lassen uns nicht erpressen.“

1. Dezember

Der irakische Präsident Dschalal Talabani will sich persönlich um die Befreiung der deutschen Geisel kümmern. In einem dramatischen Appell wenden sich Mutter und Schwester der Entführten im Fernsehen an die Geiselnehmer.

2. Dezember

Nach Berichten der Magazine „Spiegel“ und „Focus“ läuft das Ultimatum um 2.37 Uhr MEZ ab. Die deutschen Sicherheitsbehörden haben noch immer keinen Kontakt zu den Entführern. Im Irak fordert der radikale Schiiten-Prediger Muqtada al Sadr die Entführer auf, ihre Geiseln sofort freizulassen.

3. Dezember

Die islamischen Dachverbände in Deutschland verurteilen die Entführung „aufs Schärfste“. Die Geiselnehmer gehören nach einem „Spiegel“-Bericht möglicherweise zum arabisch-nationalistischen Umfeld der sunnitischen Ischrin-Brigaden. Die Gruppe gehört nicht dem Terrornetz Al Qaida an.

4. Dezember

Ranghohe Persönlichkeiten aus Politik und Kultur fordern in der „Bild am Sonntag“ die Freilassung der Deutschen.

6. Dezember

Die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice sichert Bundeskanzlerin Merkel in Berlin die Unterstützung der Vereinigten Staaten zu.

7. Dezember

Die Bundesregierung hat immer noch keinen Kontakt zu den Entführern. Der frühere Kanzler Gerhard Schröder appelliert in einer von Al Dschazira ausgestrahlten Erklärung an die Geiselnehmer.

14. Dezember

Die Türkische Gemeinde in Deutschland hält in Berlin am Brandenburger Tor eine Mahnwache für Osthoff ab. In einem dringenden Appell bittet Schwester Anja die Bürger in Deutschland um Unterstützung.

17. Dezember

Mit einer Großbildkampagne und einem Fernsehspot setzt sich eine Berliner Initiative von 50 Medienschaffenden für die Freilassung Osthoffs und ihres Fahrers ein.

18. Dezember

Osthoff kommt nach 25 Tagen Geiselhaft im Irak frei. Ihr Fahrer bleibt vorerst in den Händen der Entführer.

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