27.12.2007 · Schon seit Monaten wird Pakistan von Machtkämpfen und Unruhen heimgesucht. Mit dem tödlichen Anschlag auf die frühere Ministerpräsidentin Benazir Bhutto ist der vorläufige Höhepunkt erreicht. Eine Chronik der Ereignisse.
Pakistan ist in den vergangenen Monaten immer wieder von politischer Gewalt und Unruhen heimgesucht worden. Eine Chronik der Ereignisse:
9. März 2007: Der oberste Richter Iftikhar Mohammad Chaudry wird von Präsident Pervez Musharraf abgesetzt. Das führt zu Großdemonstrationen.
3. Juli: Radikale Koranschüler besetzen die Rote Moschee in Islamabad. Bei der Erstürmung am 10. Juli werden mehr als 100 Menschen getötet.
20. Juli: Chaudhry wird wieder ins Amt eingesetzt.
August: Bei drei Selbstmordattentaten kommen 13 Menschen ums Leben. Die Anschläge konzentrieren sich auf den Nordwesten des Landes. Nahe der pakistanisch-afghanischen Grenze befinden sich weitgehend autonome und religiös streng konservative Stammesgebiete.
Anfang September: Bei Kämpfen mit islamistischen Aufständischen im Grenzgebiet zu Afghanistan werden mehrere hundert Menschen getötet.
28. September: Das Verfassungsgericht entscheidet, dass Musharraf zur Präsidentenwahl antreten darf, obwohl er zugleich Armeechef ist.
6. Oktober: Das Parlament und die Provinzparlamente bestätigen Musharraf im Präsidentenamt. Die Oppositionsparlamentarier boykottieren die Wahl.
18. Oktober: Die ehemalige Premierministerin Benazir Bhutto kehrt nach acht Jahren im Exil zurück. Bei einem Anschlag auf ihren Konvoi werden 140 Menschen getötet.
3. November: Musharraf verhängt den Ausnahmezustand, Richter Chaudhry wird wieder abgesetzt.
9. November: Bhutto wird erstmals für einen Tag unter Hausarrest gestellt. Es folgt ein weiterer Hausarrest vom 12. bis zum 16. November.
18. November: Musharraf schlägt eine Parlamentswahl für den 8. Januar nächsten Jahres vor.
22. November: Das Commonwealth setzt Pakistans Mitgliedschaft aus.
25. November: Pakistans ehemaliger Premierminister Nawaz Sharif kehrt nach sieben Jahren im Exil zurück.
28. November: Musharraf legt die Uniform ab und tritt als Armeechef zurück.
29. November: Mit der Vereidigung Musharrafs als Präsident werden acht Jahre Militärherrschaft in Pakistan formell beendet.
3. Dezember: Die Wahlkommission schließt Sharif von der Wahl aus.
9. Dezember: Die zerstrittene Opposition lässt den Plan fallen, die Wahl geschlossen zu boykottieren.
16. Dezember: Musharraf hebt den Ausnahmezustand wieder auf.
21. Dezember: Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Vertrauten Musharrafs kommen in einer Moschee 50 Menschen ums Leben.
27. Dezember: Bhutto wird bei einem Anschlag während einer Wahlkampfveranstaltung getötet.