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Chronik Kyoto, 1997

18.07.2001
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KYOTO 1997

155 Vertragstaaten beschlossen im japanischen Kyoto das sogenannte Kyoto-Protokoll. Darin verpflichten sich die Industrieländer, in der Zeit von 2008 bis 2012 die Emissionen von sechs Treibhausgasen um durchschnittlich 5,2 Prozent zu senken. Das Ziel der Europäischen Union, den Ausstoß der Treibhausgase bis zum Jahr 2010 um 15 Prozent zu senken, war damit bei weitem nicht erreicht.

Nach dem Protokoll gelten für die Industrieländer unterschiedliche Quoten. Die höchsten Verpflichtungen haben mit acht Prozent die Europäische Union, die Schweiz und einige mittelosteuropäische Länder zu erfüllen. Es folgen mit sieben Prozent die Vereinigten Staaten, mit sechs Prozent Japan, Kanada, Ungarn und Polen. Russland, die Ukraine und Neuseeland sollen ihre Emissionen bis zum Jahr 2012 auf das Niveau von 1990 bringen. Norwegen darf seine Emissionen um ein Prozent erhöhen, Australien um acht und Island gar um zehn Prozent.

Drei Mechanismen zur Emissionssenkung

Das Protokoll sieht drei Mechanismen vor, mit denen Staaten ihre Emissionen senken können: einmal den Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung ("clean development machanism"). Er ermöglicht es Industrieländern, Projekte in Entwicklungsländern zu finanzieren und damit ihre eigenen Verpflichtungen zu reduzieren. Der zweite Mechanismus sind Gutschriften für Klimaschutzprojekte in anderen Industrieländern ("Gemeinsame Umsetzung"). Hinzu kommt ein System für den Handel mit Emissionszertifikaten.

Der Abschluss des Kyoto-Protokolls steht bis heute aus. Es wurde um Abschläge, Zeitperioden, Handelsrechte und die Einbindung der Entwicklungsländer gefeilscht. Wieder bremsten die Vereinigten Staaten am stärksten. Vizepräsident Al Gore, der zur Unterstützung der amerikanischen Position nach Japan gereist war, stand unter starkem innenpolitischen Druck. Vor allem die großen amerikanischen Energie- und Autokonzerne befürchteten einen Einbruch im Aufschwung der inländischen Wirtschaft durch hohe Umweltschutzauflagen.

Deshalb blieb das Kyoto-Protokoll ein Papiertiger. Zwar wurde es 1998 in New York zur Unterzeichnung ausgelegt und von 34 Ländern und der Europäischen Union unterschrieben. 55 Unterschriften sind jedoch zur Ratifizierung notwendig, und diese 55 Länder müssen zudem mehr als die Hälfte des weltweiten Emissionsausstoßes erbringen. Die zweite Zahl ist jedoch ohne die Vereinigten Staaten und Russland kaum zu erreichen. Der Anteil Amerikas an den Treibhausgas-Emissionen beträgt 36,1 Prozent, der Russlands 17,4.

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