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Chronik Entführungen Deutscher im Ausland

24.01.2006 ·  Ob im Irak, im Jemen, in der Sahara, auf den Philippinen oder in Kolumbien: Immer wieder werden Deutsche Opfer von Entführungen. Die bekanntesten Fälle der vergangenen zehn Jahre im Überblick.

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Im Irak sind am Dienstag zwei deutsche Ingenieure entführt worden. Erst im November war in dem Land die deutsche Archäologin Susanne Osthoff verschleppt worden. Es folgt eine Übersicht über die bekanntesten Entführungen deutscher Staatsbürger aus der jüngeren Vergangenheit.

Dezember 2005: Der frühere Staatssekretär Jürgen Chrobog und seine Familie werden am 28. Dezember 2005 während einer Überlandfahrt im Jemen entführt. Die Geiselnehmer fordern die Freilassung von Mitgliedern ihres Stammes aus dem Gefängnis. Drei Tage später kommen die fünf Chrobogs frei. Welche Zugeständnisse die jemenitische oder deutsche Regierung gemacht haben könnten, wird nicht bekannt.

November 2005: Unbekannte entführen im Irak die Archäologin Susanne Osthoff auf einer Überlandfahrt. Auf einem der ARD zugespielten Video drohen sie damit, Frau Osthoff zu töten, wenn Deutschland nicht die Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung einstellt. Nach gut drei Wochen kommt Osthoff frei. Laut Medienberichten zahlte die Bundesregierung fünf Millionen Dollar Lösegeld, von denen einige tausend Dollar bei Osthoff gefunden worden seien. Die Bundesregierung schweigt dazu.

Februar 2003: Islamisten der Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) entführen in der südalgerischen Sahara 32 Touristen, unter ihnen 16 Deutsche. Sie kommen im Mai und August nach Monaten in der Gewalt der Entführer frei. Dabei soll nach unbestätigten Berichten Lösegeld in Millionenhöhe gezahlt worden sein. Eine Frau aus Augsburg überlebt die Strapazen nicht.

November 2001: Ein deutscher Geschäftsmann wird im Jemen entführt und nach zehn Tagen von Sicherheitskräften befreit.

September 2001: Fast zwei Monate nach seiner Entführung kommt ein im Jemen entführter deutscher Diplomat wieder frei. Ob Lösegeld gezahlt wurde, blieb unklar.

Juli 2001: Der niedersächsische GTZ-Entwicklungshelfer Ulrich Künzel, sein Bruder Thomas und deren Freund Reiner Bruchmann werden am 18. Juli von der kolumbianischen Farc-Guerilla verschleppt. Thomas Künzel gelingt zwei Monate später die Flucht aus der Dschungelhaft. Einen Monat später werden sein Bruder und Bruchmann freigelassen.

Juni 2001: Nach dreiwöchiger Gefangenschaft kommt ein im Jemen entführter deutscher Student wieder frei.

März 2001: Der Reiseführer Ibrahim Ali verschleppt im ägyptischen Luxor vier Deutsche in seine Wohnung und droht damit, sie zu töten. Er will erzwingen, daß seine in Deutschland lebende frühere Ehefrau die beiden gemeinsamen Söhne nach Ägypten bringt. Nach dreitägigen Verhandlungen mit der Polizei gibt der Täter auf, die Geiseln kommen frei.

April 2000: Militante Islamisten der Organisation Abu Sayyaf, die Kontakte zu Al Qaida unterhalten soll, entführen auf der malaysischen Insel Sipadan die deutsche Familie Wallert aus Göttingen und 18 weitere Touristen und verschleppen sie auf die philippinische Insel Jolo. Nach monatelanger Geiselhaft kommen sie durch libysche Vermittlung frei.

Dezember 1998: Nach mehr als drei Wochen Geiselhaft kommen vier im Jemen entführte deutschen Touristen wieder frei.

April 1997: Nach zehn Tagen kommen vier im Jemen verschleppte deutsche Touristen fei. Die beiden Paare werden von Sicherheitskräften befreit. Im Monat zuvor waren bereits sieben deutsche Motorrad-Touristen im Jemen entführt worden und nach mehr als einer Woche unverletzt freigekommen.

Januar 1996: Am Neujahrstag werden die deutsche Touristin Nicola Fleuchaus und die Schweizer Reiseleiterin Susanna Regula Siegfried in Costa Rica von ehemaligen rechten Contra-Rebellen aus Nicaragua aus ihrem Hotel in den Dschungel verschleppt. Nach über zwei Monaten kommen sie frei. Es soll ein relativ geringes Lösegeld geflossen sein. Nach der Festnahme des Anführers der Entführer Monate später sorgen Fotos für Überraschung, die ihn und Fleuchaus beim Küssen zeigen. Das Verhältnis habe zehn Tage nach Entführungsbeginn begonnen, sagte die Schweizerin Siegfried später vor Gericht - eine extreme Form des sogenannten Stockholm-Syndroms, daß sich Geiseln mit ihren Entführern identifizieren.

Juli 1995: In Indien werden der deutsche Student Dirk Hasert und vier weitere Touristen von einer Gruppe separatistischer Muslime aus der Kaschmir-Region verschleppt. Einer der Entführten wird später enthauptet aufgefunden. Die Behörden gehen davon aus, daß sämtliche Geiseln tot sind.

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