29.12.2009 · China hat Gefallen daran gefunden, westliche Wünsche und Eingaben zu ignorieren. Die Machthaber in Peking können offenbar vor Stärke nicht laufen. Amerikaner und Europäer bekommen das zu spüren.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerChina hat Gefallen daran gefunden, westliche Wünsche und Eingaben zu ignorieren. Auf der Klimakonferenz gab es den Obersaboteur; ein Dissident, der auch im Ausland Resonanz fand, erhielt eine lange Haftstrafe; jetzt wurde ein britischer Staatsbürger hingerichtet, für den die Regierung Brown mehrfach um Gnade ersucht hatte.
Der Mann wurde wegen Rauschgiftschmuggels verurteilt - in einem Hauruck-Verfahren, in dem das Gericht den offensichtlichen Einwand, der Angeklagte sei psychisch krank, kalt beiseitewischte. Wer aber käme auf die Idee, vier Kilogramm Heroin nach China zu schmuggeln, in einem fremden Koffer, gelockt von Rauschgifthändlern in Polen mit dem Köder, ihn in China zum Schlagerstar zu machen?
Die Machthaber in Peking können offenbar vor Stärke nicht laufen. Amerikaner und Europäer bekommen das zu spüren. Und wenn die es doch wagen, ihre Stimme zu erheben, bekommen sie mit der "Respekt vor unserer Souveränität"-Keule eins übergezogen. Die Hinrichtung offenbart den gewaltigen Unterschied in den Rechtssystemen - und Chinas Verachtung für den Westen.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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