12.01.2010 · Niemand hat die Absicht, China anzugreifen. Deshalb muss sich auch niemand davor fürchten, wenn die Volksrepublik viel Geld dafür ausgibt, „feindliche“ Raketen abfangen zu können; es sei denn, man gäbe in Peking zu, dass man aggressive Absichten gegenüber Taiwan hätte.
Von Peter SturmNiemand hat die Absicht, die Volksrepublik China anzugreifen. Deshalb muss sich auch niemand davor fürchten, wenn China viel Geld dafür ausgibt, „feindliche“ Raketen abfangen zu können.
Falls der chinesische Test wirklich der Erfolg war, als der er öffentlich verkauft wird, falls es sich wirklich nur um ein Abwehrsystem handelt, zeigt das Ereignis vor allem, dass China „dazugehören“ will. So wie früher große Schlachtschiffe Ausweis der Großmachtstellung eines Landes waren, so ist es heute die Fähigkeit der „technischen“ Kriegführung.
Unsinnig ist die argumentative Verknüpfung des chinesischen Raketentests mit der Lieferung amerikanischer Abwehrraketen an Taiwan. Dass sich China über diesen amerikanischen Schritt geärgert hat, liegt auf der Hand. Eine Bedrohung können aber selbst die eifrigsten Verschwörungstheoretiker daraus nicht konstruieren; es sei denn, man gäbe in Peking zu, dass man aggressive Absichten gegenüber Taiwan hätte. Das wiederum vertrüge sich dann gar nicht mit dem Image des friedliebenden Entwicklungslandes, das China so eifrig von sich verbreitet.