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China schießt Satellit ab „Erfolgreicher Raketentest im Weltall“

19.01.2007 ·  / Kritik aus Washington, Tokio und London

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China hat erstmals eine Anti-Satelliten-Rakete getestet und dabei einen alten Wettersatelliten abgeschossen. Der Satellit wurde nach amerikanischen Angaben von einem Projektil getroffen , das von einer ballistischen Rakete abgefeuert wurde. Damit ist China theoretisch in der Lage, Spionage-Satelliten anderer Staaten abzuschießen.

Die Mittelstreckenrakete war am 12. Januar vom chinesischen Raumfahrtzentrum Xichang aus gestartet. Der ausgediente Wettersatellit des Typs Feng Yun befand sich in einer Umlaufbahn etwa 850 Kilometer über der Erde.

Peking beschwichtigt: Kein Grund zur Sorge

Während der Raketentest international Kritik hervorrief, versicherte das chinesische Außenministerium, China bleibe weiterhin einer friedlichen Nutzung des Weltalls verpflichtet und sei gegen eine Militarisierung des Weltalls. „Es gibt keine Grund, sich davon bedroht zu fühlen“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums, ohne aber den Test direkt zu bestätigen. China wolle sich nicht an einem Rüstungswettlauf im All beteiligen.

Neben den Vereinigten Staaten äußerten besonders Japan und Australien Kritik an dem Test. Das Weiße Haus teilte mit, der Raketeneinsatz bedrohe das Verhältnis Chinas zum Westen und sei eine potentielle Gefahr für amerikanische Satelliten. Der britische Premierminister Blair äußerste seine Besorgnis. London habe auch dagegen protestiert, dass China trotz der Gefahr durch Trümmer vorher andere Länder nicht konsultiert habe.

Zweifel in Russland

Japan äußerte sich besorgt und verlangte von China Aufklärung. Kabinettschef Shiozaki sagte, ein Mangel an Transparenz lasse Misstrauen entstehen. Der australische Außenminister Downer sagte, der Test stehe im Gegensatz zu der von China geäußerten Absicht, eine Militarisierung des Weltalls vermeiden zu wollen. Er äußerte sich besonders besorgt über die Trümmer, die noch über Jahre im Weltall verblieben und eine Gefahr für andere Satelliten darstellten.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow hat den Abschuss eines Satelliten durch China angezweifelt. Iwanow bekräftigte den Widerstand seines Landes gegen „jegliche Militarisierung des Weltraums“.

Während das chinesische Außenministerium in seiner ersten Stellungnahme defensiv blieb, zeigten sich chinesische Militärexperten offen erfreut über den Abschuss. Er werde die militärischen Fähigkeiten Chinas steigern und auch Chinas politischen Status verbessern. Ausländische Militärexperten zeigten sich über die chinesischen Fähigkeiten nicht überrascht, da die Technik, über die die Vereinigten Staaten bereits seit zwanzig Jahren verfügen dieselbe sei, wie die, mit der Satelliten ins ins All gebracht werden.

Quelle: F.A.Z., 20.01.2007, Nr. 17 / Seite 1
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