Home
http://www.faz.net/-gpf-xpzy
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

China meldet Durchbruch in nuklearer Wiederaufbereitung

"Unser Uran reicht jetzt für dreitausend Jahre"

fäh. PEKING, 3. Januar. Chinesische Wissenschaftler haben nach Angaben der staatlichen Presse einen Durchbruch bei der Wiederaufbereitung abgebrannter nuklearer Brennelemente erzielt. Durch die Gewinnung von Uran und Plutonium aus abgebrannten Brennstäben könnten die Uranbestände in China um ein Vielfaches länger genutzt werden können als bisher angenommen, hieß es in einem Bericht des staatlichen Fernsehsenders CCTV vom Montag. Statt bislang lediglich 50 bis 70 Jahre würden diese nun bis zu 3000 Jahre lang halten, hieß es in dem Beitrag. Die Nutzung des Nuklearmaterials werde durch die neue Technologie sechzigmal effizienter. Bislang seien nur drei bis vier Prozent des Brennstoffs genutzt worden.

Nur Frankreich, Großbritannien, Russland, Indien und Japan beherrschten bislang die Technologie zur Wiederaufarbeitung abgebrannten Brennstoffes, hieß es in dem Beitrag, doch werde sie von den Ländern als Geheimnis behandelt. Der Chefingenieur des chinesischen Wiederaufbereitungsprojekts, Wang Jian, sagte dem Fernsehsender, die neue chinesische Anlage beruhe zu 100 Prozent auf eigenen Entwicklungen. Den Wissenschaftlern des staatlichen Unternehmens China National Nuclear Cooperation (CNNC) sei der Durchbruch schon am 21. Dezember in ihrer Fabrik Nr. 404 in der Wüste Gobi in der abgelegenen Westprovinz Gansu gelungen. Ihm seien 24 Jahre Forschungsarbeit vorausgegangen; dabei habe man viele Versuche benötigt und etliche Fehlschläge erlebt.

China benötigt die Technologie, um seinen wachsenden Bedarf an nuklearem Brennstoff zu stillen. Das Land baut die Atomenergie massiv aus. Derzeit sind zwölf Reaktoren in Betrieb, 24 weitere werden gerade errichtet. China will die atomaren Kapazitäten von derzeit etwa zehn Gigawatt auf bis zu 80 Gigawatt im Jahr 2020 erhöhen. Dann sollen etwa fünf Prozent des Stroms aus der Kernkraft kommen. Mit Hilfe der Atomkraft will die Regierung sowohl die Stromknappheit in den wirtschaftlich erfolgreichen Ostprovinzen in den Griff bekommen als auch die Emissionen verringern. China ist das Land mit dem höchsten Energieverbrauch weltweit und zugleich der größte Emittent von Kohlendioxid. Gegenwärtig werden 80 Prozent der Energie aus dem Rohstoff Kohle gewonnen.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Das System Putin

Von Reinhard Veser

Der Schuldspruch im Falle Yukos ist ein vernichtendes Urteil über den russischen Staat. Er beleuchtet ein System, in dem staatliche Institutionen nur noch Instrumente in den Händen einiger weniger Mächtiger sind. Mehr 111 61

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden