12.01.2006 · Mit milden Worten versucht China, die iranische Regierung zum Einlenken im Atomstreit zu bewegen. Peking unterhält traditionell freundliche Beziehungen zu Iran. Das Land ist für die Volksrepublik ein wichtiger Energielieferant.
China hat die Regierung in Teheran zu vermehrten Anstrengungen aufgerufen, mit den Europäern eine Verhandlungslösung im Atomstreit zu erreichen. Die Regierung sei sehr besorgt, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Donnerstag in Peking. China hoffe, daß Iran mehr tun werde, um Vertrauen aufzubauen und die Wiederaufnahme der Gespräche mit den EU-Ländern möglich zu machen.
Der Sprecher rief alle beteiligten Parteien dazu auf, Zurückhaltung zu üben. China habe diese Nachricht auch dem stellvertretenden iranischen Außenminister Safari vermittelt, der zu Beginn der Woche Peking besucht hatte. Auch China hat einen Brief an die iranische Regierung geschrieben, in dem es sie davor warnte, das Atomprogramm wiederaufzunehmen. Nach Angaben amerikanischer Diplomaten hatte sich Peking geweigert, einen gemeinsamen Brief der fünf ständigen UN-Sicherheitsratsmitglieder zu unterzeichnen.
China unterhält traditionell freundliche Beziehungen zu Iran. Das Land ist besonders als Energielieferant für die Volksrepublik wichtig. China bezieht aus Iran verflüssigtes Gas, und chinesische Unternehmen sind am Ausbau der Energieindustrie in Iran beteiligt. Daher ist China nicht geneigt, den Fall vor den Sicherheitsrat zu bringen. Im Gespräch mit amerikanischen Kongreßabgeordneten in Peking hat amerikanischen Zeitungen zufolge Parlamentspräsident Wu Bangguo aber gesagt, Iran solle keine Atomwaffen haben.