Die Vorsitzende der CDU, Angela Merkel, hat die CSU angesichts des geplanten Engagements im Berliner Wahlkampf vor Alleingängen gewarnt.
„Ich will, dass wir Rot-Grün schlagen“, sagte Merkel der „Bild"-Zeitung vom Donnerstag. Dafür gebe es eine klare Strategie und einen eindeutigen Zeitplan, der gemeinsam mit der CSU festgelegt worden sei. Strategie und Zeitplan seien „richtig und alternativlos“.
Alles, was von diesem Weg abweiche oder „auch nur nebenherläuft“, schade der Union als Ganzes und ihrem Erfolg gegen Rot-Grün. „Das sollte auch die CSU in ihrem Verantwortungsbereich beherzigen.“ Die CSU plant, mit Plakaten und
Wahlkampfveranstaltungen in Eigenregie im Berliner Wahlkampf aufzutreten.
Kür des Kanzlerkandidaten vorziehen?
Unterdessen gibt es Überlegungen in der CSU, die Kür des Kanzlerkandidaten der Union auf den Herbst vorzuziehen. Der CSU-Rechtspolitiker Norbert Geis sagte in einem Interview: „Es wäre gut, wenn das Ergebnis der Kandidatenkür schon gegen Ende des Jahres fest stünde.“ Die Fahrplanänderung solle vor allem für den Fall gelten, dass CSU-Chef Edmund Stoiber nicht genügend Unterstützung aus der CDU erhalte.
Eine Sprecherin der CSU-Landesgruppe bestätigte dem Blatt zufolge, es werde ein Automatismus in der Kandidatenfrage befürchtet. Die Christsozialen wollen offenbar eine Situation vermeiden, in der Stoiber einer Kanzlerkandidatur nicht mehr ausweichen kann, weil er in Umfragen weit vor Merkel rangiert. Bisher hatten sich CDU und CSU darauf festgelegt, den Kanzlerkandidaten erst im nächsten Jahr zu bestimmen.