10.06.2008 · Bis zum Ende von Bushs Amtszeit kann noch einiges geschehen: Es wäre also besser, die verbleibende Zeit, so gut es geht, zu nutzen - und vor Illusionen zu warnen.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerAllein das Thema Iran zeigt, wie fahrlässig es ist, so zu tun, als spiele der Europa-Reisende Bush keine Rolle mehr, als sei er auch in der Außenpolitik jene „lahme Ente“, die bildhaft die schwindende Macht amerikanischer Präsidenten im letzten Jahr beschreibt. Bush bleibt noch sieben Monate im Amt – während dieser Zeit kann noch einiges geschehen.
Es ist richtig: Die meisten Europäer haben das Kapitel Bush abgeschlossen und stimmen schon in Vorfreude auf den Nachfolger ätzende, manchmal selbstgerechte Nachrufe auf jenen Präsidenten an, der nicht der Ihre war und ist.
Das kann aber nicht bedeuten, dass eine „Auszeit“ ausgerufen wird. Erstens ist und bleibt die Regelung des Iran-Konflikts und anderer Probleme dringlich. Zweitens wird es Monate dauern, bis der neue Mann im Weißen Haus seinen Apparat organisiert und seine Prioritäten festgelegt hat. Und drittens wird auch der neue Präsident nicht jeden Wunsch der Europäer erfüllen. Es wäre also besser, die verbleibende Zeit, so gut es geht, zu nutzen – und im Übrigen vor Illusionen zu warnen.
Der Koordinator der deutschen-amerikanischen Regierungsbeziehungen, Karsten Voigt, sieht den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bewerber Barack Obama im Rennen gegen den Republikaner John McCain nicht als klaren Favoriten für Bush-Nachfolge.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
Jüngste Beiträge
Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?