http://www.faz.net/-gpf-428b

Bush, Blair und Aznar : Sondergipfel zu Irak auf den Azoren

  • Aktualisiert am

Bereit zum Gipfel: Tony Blair und José Maria Aznar Bild: AP

Der amerikanische Präsident Bush, der britische Premierminister Blair und der spanische Regierungschef Aznar wollen sich am Sonntag zu einem Irak-Gipfel auf den Azoren treffen, berichteten mehrere Quellen am Freitag.

          Der amerikanische Präsident George W. Bush will den britischen Premierminister Tony Blair und den spanischen Ministerpräsidenten Jose Maria Aznar zu einem Krisengipfel treffen.

          Das Präsidialamt in Washington teilte am Freitag mit, das Gipfeltreffen finde auf den Azoren statt und sei der letzte Versuch die Irak-Krise diplomatisch zu lösen. Die drei Länder befürworten eine neue Resolution, in der Irak für die Erfüllung der UN-Abrüstungsauflagen ein Ultimatum von nur wenigen Tagen gestellt werden soll. Amerika hatte zuvor erneut deutlich gemacht, angesichts der Uneinigkeit im UN-Sicherheitsrat bleibe die Möglichkeit bestehen, auch ohne Unterstützung des Rats und allein auf der Grundlage der schon bestehenden Resolution 1441 die Irak-Offensive einzuleiten.

          Trotz tagelanger Verhandlungen und eines abgeänderten Vorschlags der Briten haben die drei Länder bislang keinen Kompromiss mit den anderen Mitgliedern im höchsten UN-Gremium erzielen können.

          Chirac telefoniert mit Blair

          Der französische Staatspräsident Jacques Chirac hat sich am Freitag in einem Telefonat mit Blair bereit erklärt, gemeinsam an einer Lösung zur Entwaffnung Iraks zu arbeiten. Diese müsse jedoch in der „Logik der (UN)-Resolution 1441“ liegen, erklärte Chirac nach Angaben seiner Sprecherin Catherine Colonna. Frankreich sei bereit, die Kriterien einer Entwaffnung zu prüfen und dabei auch „unter den Zeitraum der 120 Tage“ zu gehen.

          Ein Ultimatum oder ein Automatismus für den Einsatz von Gewalt seien dagegen für Paris weiter nicht hinnehmbar. Vor irgendeiner Entscheidung müssten die UN-Waffeninspekteure dem Sicherheitsrat Bericht erstatten. Allein das UN-Gremium könne eine Entscheidung treffen.

          Nach Darstellung eines Sprechers von Blair ging die Initiative zu dem Telefonat von Chirac aus. Paris hatte am Donnerstag die britische Liste mit sechs konkreten Prüfsteinen für den Abrüstungswillen Iraks abgelehnt. Für die weiteren UN-Inspektionen sollte es einen präzisen Arbeits- und Zeitplan geben, ohne in eine „Logik des Ultimatums“ einzutreten, sagte Außenminister Dominique de Villepin. Die französische Haltung war in London auf scharfe Kritik gestoßen.

          In Bagdad rief der Geistliche Abdul Rassak Saadun die Moslems in der Freitagspredigt zur Gewalt gegen die Vereinigten Staaten auf. Im „Dschihad“ (Heiligen Krieg) solle „im Namen Gottes“ weltweit in amerikanischen Einrichtungen Feuer gelegt und amerikanische und britische Schiffe versenkt werden, predigte der Geistliche.

          Weitere Themen

          Selbstmordanschlag fordert über 50 Tote Video-Seite öffnen

          Kabul : Selbstmordanschlag fordert über 50 Tote

          Der Attentäter griff einen Festsaal an, in dem sich Hunderte Menschen versammelt hatten. Mindestens 50 Menschen kamen bei der Explosion ums Leben.

          Topmeldungen

          Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn (v.l.n.r.), hier auf einer Veranstaltung in Idar-Oberstein, wollen Angela Merkel an der Parteispitze beerben.

          Zweite CDU-Regionalkonferenz : „Eine unbezahlbare Marketingshow“

          „Wir brauchen euch drei gemeinsam“, meint Julia Klöckner bei der zweiten Regionalkonferenz im Kampf um den CDU-Vorsitz. Doch die Kandidaten versuchen, sich von den Konkurrenten abzusetzen – zum Beispiel beim Migrationspakt. Mit Erfolg?
          Unser Sprinter-Autor: Felix Hooß

          FAZ.NET-Sprinter : Grüne Städte und weiße Elefanten

          Mit einer Abstimmung über den Migrationspakt will Jens Spahn für Transparenz sorgen. Donald Trump scheint die Heimlichtuerei Riads im Fall Khashoggi hingegen nicht zu stören. Was sonst noch wichtig wird, steht im FAZ.NET-Sprinter

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.