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Veröffentlicht: 14.03.2003, 18:00 Uhr

Bush, Blair und Aznar Sondergipfel zu Irak auf den Azoren

Der amerikanische Präsident Bush, der britische Premierminister Blair und der spanische Regierungschef Aznar wollen sich am Sonntag zu einem Irak-Gipfel auf den Azoren treffen, berichteten mehrere Quellen am Freitag.

© AP Bereit zum Gipfel: Tony Blair und José Maria Aznar

Der amerikanische Präsident George W. Bush will den britischen Premierminister Tony Blair und den spanischen Ministerpräsidenten Jose Maria Aznar zu einem Krisengipfel treffen.

Das Präsidialamt in Washington teilte am Freitag mit, das Gipfeltreffen finde auf den Azoren statt und sei der letzte Versuch die Irak-Krise diplomatisch zu lösen. Die drei Länder befürworten eine neue Resolution, in der Irak für die Erfüllung der UN-Abrüstungsauflagen ein Ultimatum von nur wenigen Tagen gestellt werden soll. Amerika hatte zuvor erneut deutlich gemacht, angesichts der Uneinigkeit im UN-Sicherheitsrat bleibe die Möglichkeit bestehen, auch ohne Unterstützung des Rats und allein auf der Grundlage der schon bestehenden Resolution 1441 die Irak-Offensive einzuleiten.

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Trotz tagelanger Verhandlungen und eines abgeänderten Vorschlags der Briten haben die drei Länder bislang keinen Kompromiss mit den anderen Mitgliedern im höchsten UN-Gremium erzielen können.

Chirac telefoniert mit Blair

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac hat sich am Freitag in einem Telefonat mit Blair bereit erklärt, gemeinsam an einer Lösung zur Entwaffnung Iraks zu arbeiten. Diese müsse jedoch in der „Logik der (UN)-Resolution 1441“ liegen, erklärte Chirac nach Angaben seiner Sprecherin Catherine Colonna. Frankreich sei bereit, die Kriterien einer Entwaffnung zu prüfen und dabei auch „unter den Zeitraum der 120 Tage“ zu gehen.

Ein Ultimatum oder ein Automatismus für den Einsatz von Gewalt seien dagegen für Paris weiter nicht hinnehmbar. Vor irgendeiner Entscheidung müssten die UN-Waffeninspekteure dem Sicherheitsrat Bericht erstatten. Allein das UN-Gremium könne eine Entscheidung treffen.

Nach Darstellung eines Sprechers von Blair ging die Initiative zu dem Telefonat von Chirac aus. Paris hatte am Donnerstag die britische Liste mit sechs konkreten Prüfsteinen für den Abrüstungswillen Iraks abgelehnt. Für die weiteren UN-Inspektionen sollte es einen präzisen Arbeits- und Zeitplan geben, ohne in eine „Logik des Ultimatums“ einzutreten, sagte Außenminister Dominique de Villepin. Die französische Haltung war in London auf scharfe Kritik gestoßen.

In Bagdad rief der Geistliche Abdul Rassak Saadun die Moslems in der Freitagspredigt zur Gewalt gegen die Vereinigten Staaten auf. Im „Dschihad“ (Heiligen Krieg) solle „im Namen Gottes“ weltweit in amerikanischen Einrichtungen Feuer gelegt und amerikanische und britische Schiffe versenkt werden, predigte der Geistliche.

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Von Jochen Stahnke

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Quelle: wahlrecht.de
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