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Bush-Besuch Stralsund rüstet sich

10.07.2006 ·  Die Vorbereitungen auf den Besuch des amerikanischen Präsidenten George W. Bush in der Hafenstadt Stralsund laufen auf Hochtouren: Polizei und Stadtwerke begannen am Montag mit dem Versiegeln von 2.200 Gullydeckeln.

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Am Mittwoch abend kommt der amerikaniche Präsident George W. Bush. Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern hat längst die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Im Stadtzentrum von Stralsund, wo Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag ihren Gast empfangen wird, begannen Experten am Montag nach Polizeiangaben damit, insgesamt 600 Gullydeckel zu verschweißen und weitere 400 zu versiegeln. Darüber hinaus sollen etwa 1200 Kanalabdeckungen entlang der 14 Kilometer langen Protokollstrecke von der Marinetechnikschule Parow nach Stralsund gesichert werden.

Vor der Küste von Heiligendamm, wo Bush für zwei Tage logieren wird, sperrte das Wasser- und Schifffahrtsamt am Montag ein etwa 50 Quadratmeilen großes Seegebiet. Im Abstand von etwa 15 Kilometern von dem Hotelkomplex entfernt sei der gesamte Schiffs- und Sportbootverkehr sowie jegliche Fischerei verboten worden, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Zur Überwachung seien bis Freitag mehrere hundert Beamte mit 11 Küstenstreifen- und Schnellbooten, 15 Streifenbooten und 28 Schlauchbooten im Einsatz. Für den nahe gelegenen Hafen Kühlungsborn wurde ein Ein- und Auslaufverbot verordnet.

Merkel soll Guantanamo ansprechen

Unterdessen empfahl die Polizei den Bewohnern der Stralsunder Innenstadt, ihre Fahrzeuge für die Dauer des Bush-Besuchs auf einem Sonderparkplatz bei Devin abzustellen. Für das Stadtzentrum wurde ein absolutes Parkverbot angeordnet. Die Stadt werde ab Mittwochmittag einen kostenlosen Bus-Shuttle-Verkehr zu dem etwa zehn Kilometer entfernten Parkplatz einrichten, sagte ein Polizeisprecher. Bewohnern und Gästen soll während der Bush-Visite der Zugang zum Stralsunder Marktplatz verwehrt werden. Dagegen werde jedoch Interessenten die Möglichkeit geboten, die An- und Abreise des Präsidenten entlang der Protokollstrecke von Parow über Groß Kedingshagen nach Stralsund zu verfolgen, sagte ein Polizeisprecher. Allerdings müsse man sich auf entsprechende Kontrollen einrichten.

SPD und Grüne forderten Merkel auf, auch das Gefangenenlager Guantanamo anzusprechen. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sprach am Montag in Berlin von einem völkerrechtlich nicht haltbaren Zustand. Die SPD wolle genau wissen, wann Guantanamo geschlossen werde. Heil sagte, der amerikanische Präsident sei in Deutschland „jederzeit willkommen“. Daß es in der SPD Kritik an Bushs Politik gebe, sei aber nicht zu leugnen. Auch die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth rief Merkel auf, gegenüber Bush die Schließung Guantanamos als einem „Ort der systematischen Entrechtung“ zu fordern. Der SPD-Kreisverband Stralsund hatte Bush harsch kritisiert und ihn für „nicht willkommen“ erklärt.

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