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Bundeswehr : Luftwaffeneinheit hört auf niederländisches Kommando

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Ein Trupp mit Stinger-Raketen zur Luftabwehr ausgerüsteter Bundeswehrsoldaten geht über den Schießplatz in Todendorf. Bild: dpa

Die Militärkooperation zwischen Amsterdam und Berlin wird enger. Die Flugabwehrraketengruppe 61 mit rund 450 Soldaten untersteht nun dem westlichen Nachbarn.

          Im Zuge der deutsch-niederländischen Militärkooperation wird an diesem Mittwoch die Flugabwehrraketengruppe 61 offiziell in Vredepeel unter niederländisches Kommando gestellt. Die Gruppe ist eine von insgesamt vier der deutschen Luftwaffe. Sie umfasst rund 450 Soldaten und ist in Todendorf (Schleswig-Holstein) stationiert. Ausgerüstet ist die Gruppe mit dem leichten Flugabwehrsystem Mantis, das zum Schutz von Truppen und Feldlagern vorgesehen ist. Das System befindet sich im Rahmen der UN-Friedensmission Minusma in Mali zusammen mit Soldaten der Gruppe erstmals in einem deutschen Auslandseinsatz.

          Die enge Verzahnung der Streitkräfte beider Länder soll unter anderem die Einsatzbereitschaft und Durchhaltefähigkeit der Luftverteidigung vom Boden aus erhöhen. Geplant sind auch eine gemeinsame Ausbildungsakademie sowie Absprachen bei Rüstungsprojekten.

          Die Soldaten in Todendorf werden trotz des Kommandowechsels, der de facto schon zum 1. April erfolgte, an ihrem Standort bleiben können. Auch für Auslandseinsätze und im Ernstfall kann die Flugabwehrraketengruppe weiterhin so genutzt werden, wie es Deutschland will. In einem solchen Fall werden die beteiligten Soldaten dann vom Einsatzführungskommando der Bundeswehr geführt.

          Die deutsch-niederländische Militärkooperation zählt zu den engsten in ganz Europa. So haben die Niederländer inzwischen sämtliche Panzer abgeschafft und bilden ihren Truppen in Deutschland aus. Im I. Deutsch-Niederländische Korps bündeln die Streitkräfte seit 1995 ihre Zusammenarbeit. Sein Hauptquartier befindet sich in Münster. Die Flugabwehrraketengruppe 61 wird dem Korps nicht angehören.

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