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Bundeswehr in der Türkei Wehrbeauftragter kritisiert de Maizière

 ·  Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus fordert Verteidigungsminister Thomas de Maizière dazu auf, sich umgehend um die Missstände beim Bundeswehreinsatz in der Türkei zu kümmern. Auslöser sind auch Berichte über Schikanen gegen deutsche Soldaten.

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© dpa Der Verteidigungsminister auf Truppenbesuch in der Türkei: „Die Türken geben sich Mühe.“

Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus (FDP) hat Verteidigungsminister Thomas de Maizère (CDU) für seine Aussagen zum Bundeswehr-Einsatz in der Türkei kritisiert. Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) hatte die kürzlich bekannt gewordenen Missstände mit „unterschiedlichen Traditionen“ erklärt. „Ich gehe davon aus, dass das Bundesministerium der Verteidigung umgehend Verbesserungsmaßnahmen für unsere Soldatinnen und Soldaten in der Türkei umsetzt“, sagte Königshaus am Sonntag in Berlin. Die Probleme der Bundeswehrsoldaten nahe der syrischen Grenze seien „zu vielschichtig, als sie gelassen abzutun“, fügte der FDP-Politiker hinzu.

Im türkischen Kahramanmaras sind rund 320 Bundeswehr-Soldaten mit zwei Patriot-Raketenabwehr-Batterien stationiert. Sie sollen verhindern, dass die Türkei von Syrien aus mit Raketen beschossen wird. Königshaus hatte die seit rund einem Monat im osttürkischen Kahramanmaras stationierten Bundeswehreinheiten, die im Auftrag der Nato die Türkei vor möglichen Angriffen aus Syrien schützen sollen, Ende Februar besucht. Im Anschluss berichtete er Mitgliedern des Verteidigungsausschusses von Schikanen gegen deutsche Soldaten. In seinem Bericht bezeichnete er die Zusammenarbeit der beiden Nato-Partner als „problembehaftet“. Die Bundeswehrsoldaten empfänden die türkische Seite als „wenig hilfreich“.

Kontakt mit deutschen Soldaten nicht erwünscht

Der Wehrbeauftragte beschreibt unter anderem einen Vorfall am Rande des Besuchs von de Maizière vor einer Woche, der seiner Ansicht nach „symptomatisch“ ist. Demnach stoppte eine deutsche Feldjägerin das Fahrzeug eines türkischen Generals, um die Durchfahrt der Ministerkolonne zu ermöglichen. Der General sei ausgestiegen und habe mehrere deutsche Soldaten beiseite geschubst, darunter die Feldjägerin. Sie habe anschließend über Prellungen geklagt. Königshaus führt in seinem Bericht viele Missstände auf. So sehe die türkische Armee den Kontakt zu deutschen Soldaten „offenbar ungern“.

Der Zeitung „Bild am Sonntag“ sagte de Maizière, die türkischen Gastgeber hätten sich inzwischen viel Mühe gegeben. So werde es bald neue Unterkünfte geben. Wenn diese fertig seien, werde sich Vieles ändern. Zudem träten die deutschen Soldaten „verantwortungsbewusst und energisch für ihre Interessen vor Ort ein“.

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