Mali will nach einem Militärputsch wieder zu seiner verfassungsmäßigen Ordnung zurückkehren, unter anderem durch Wahlen. Es wäre schön, wenn dies gelänge. Ob Außenminister Westerwelle, der diese Botschaft empfangen hat, gut beraten ist, eine deutsche Rolle in diesem politischen Übergangsprozess anzubieten, ist eine andere Frage. Dass Berlin in der Region unverdächtig ist, weil es dort keine besonderen Interessen hat, ist eine Seite der Medaille.
Die andere ist, dass Deutschland, eben aus diesem Grund, über wenig Kenntnisse verfügt und kaum fähig sein dürfte, die Komplexität der Lage zu überblicken. Man wird hellhörig, wenn von „gemäßigten Tuareg“ die Rede ist, also solchen, die sich einem demokratischen Verhandlungsprozess nicht verschließen, im Gegensatz zu anderen, die nach einem eigenen Staat streben oder mit Islamisten gemeinsame Sache machen. Diese Gemengelage lässt sich vom Petersberg aus nicht einfach aufdröseln. Die Bundeswehr kann eine afrikanische Militärmission unterstützen; aber Berlin sollte nicht Angelegenheiten betreiben, von denen es wenig versteht.
Westerwelles "Kanonenbootpolitik" erinnert an Kaiser
Wilhelm,der auch meinte ,man müßte sich überall
günther reichert (g.reichert)
- 02.11.2012, 11:05 Uhr
Vorsicht
Anton Paschke (Anton_Paschke)
- 02.11.2012, 06:07 Uhr
Die Gemaessigten, dieser Ausdruck ist doch zur Nr. 1 des Berliner
Sprachgebrauchs geworden
Josef Bujtor (Mramorak)
- 02.11.2012, 05:43 Uhr