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Bundeswehr in Afghanistan Schwieriges Vertrauen

03.04.2010 ·  Der Einsatz am Hindukusch ist alles andere als einfach ein „bewaffneter Konflikt“, als den ihn die Bundesregierung lange bezeichnet hat. Waren die Deutschen vor den tödlichen Gefechten nicht vorsichtig genug? Ausgerechnet jetzt nährt Präsident Karzai Zweifel, ob er tatsächlich so fest auf Seiten des Westens steht.

Von Oliver Hoischen
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Es ist nicht nur für die Bundeswehr ein trauriges Osterfest, für die in Afghanistan kämpfenden Deutschen, für ihre Angehörigen und Freunde. Auch der deutschen Öffentlichkeit ist noch einmal deutlich vor Augen geführt worden, dass der Einsatz am Hindukusch alles andere ist als einfach ein „bewaffneter Konflikt“, als den ihn die Bundesregierung lange bezeichnet hat.

Drei Soldaten aus einem Verband im niedersächsischen Seedorf sind bei Kundus gefallen, acht ihrer Kameraden wurden verletzt. Das Gefecht war ungewöhnlich heftig: Wenn die Informationen stimmen, dann dauerten die Kämpfe mehrere Stunden an, gleich mehrere Kompanien kamen zum Einsatz. Die darüber berichtende Nachrichtenagentur meint das eigens erläutern zu müssen, damit auch jeder versteht, um was für eine Auseinandersetzung es sich da gehandelt hat: Zu einer Kompanie gehörten etwa 150 Soldaten, schreibt sie. Zuvor waren die Deutschen beim Minenräumen angegriffen worden – von hundert Aufständischen. Angesichts dieser Zahlen mag es fast scheinen, als seien die Kämpfe noch geradezu glimpflich verlaufen. Und man ahnt zumindest, wie es passieren konnte, dass wenig später auch fünf Angehörige der befreundeten afghanischen Armee – irrtümlich – von der Bundeswehr erschossen wurden (Bundeswehr tötet irrtümlich afghanische Soldaten). Der Vorfall wird jetzt genau untersucht: Waren die Deutschen nicht vorsichtig genug? Klar ist, dass Vertrauen zwischen den deutschen Soldaten und ihren Partnern im Lande so nicht wachsen kann.

Beunruhigend ist aber noch etwas: dass nämlich Präsident Karzai schwere Vorwürfe gegen den Westen erhob, kaum dass ihm Präsident Obama nach seinem Besuch in Kabul den Rücken zugedreht hatte. Für die gefälschte Präsidentenwahl sei das Ausland verantwortlich, behauptete Karzai (Afghanistans Präsident Karzai rückt weiter vom Westen ab). Und nährte damit Zweifel, ob er tatsächlich so fest auf Seiten des Westens steht, wie es nötig wäre. Wahrscheinlich denkt er schon über den Tag hinaus: an die Zeit nach dem Abzug der ausländischen Soldaten und daran, welche Freunde er dann braucht, um im Amt zu bleiben.

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