20.07.2009 · Die Bundeswehr hat es in Afghanistan mit einer systematischen Herausforderung zu tun. Die Ereignisse in Kundus, bei denen deutsche Soldaten den Einsatz afghanischer Streitkräfte absichern und unterstützen, ist wohl das erste größere Gefecht nach neuem Muster.
Von Günther NonnenmacherDie ideologische Debatte über die Frage, ob man den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr einen Krieg nennen sollte oder nicht, hat zumindest ein Verdienst: Sie weist auf die veränderte Lage hin, mit der die deutschen Soldaten in ihrem Einsatzgebiet im Norden konfrontiert sind.
Der ursprüngliche Ansatz, den Wiederaufbau des Landes und seine politische Stabilisierung militärisch abzusichern, muss sich in dem Maße verändern, wie sich das Verhalten des Feindes verändert hat. Weil der militärische Druck auf die Taliban im Süden Afghanistans stärker geworden ist, verlagern diese ihre Kräfte und Aktivitäten in andere Regionen, auch in den Norden. Die Bundeswehr hat es nicht mehr nur mit vereinzelten Anschlägen zu tun, sondern mit einer systematischen Herausforderung. Dieser muss sie sich stellen, schon um den Vorwürfen einiger Alliierter zu begegnen, die Deutschen hielten sich aus Kämpfen heraus. Die Ereignisse in Kundus, bei denen die Bundeswehr den Einsatz afghanischer Streitkräfte absichert und unterstützt, ist wohl das erste größere Gefecht nach neuem Muster.
Es waren weniger die Strategen als die Umstände, die das Vorgehen der alliierten Truppen in Afghanistan zur Konvergenz getrieben haben. Die Amerikaner ziehen Konsequenzen aus der Einsicht, dass militärischer Erfolg sich nicht an der Zahl der getöteten Feinde messen lässt, sondern daran, ob die „Herzen und Seelen“ der Afghanen gewonnen werden. Prosaischer ausgedrückt: Die Bevölkerung muss Fortschritte in ihrem täglichen Leben spüren. Die Bundeswehr ist in einer Situation, in der es nicht mehr zu umgehen ist, solche Fortschritte kämpferisch zu verteidigen, wenn sie ihr Konzept „vernetzter Sicherheit“ wirklich ernst nimmt. Es steht zu befürchten, dass den jetzigen Gefechten noch weitere folgen werden.
Denn das Vordringen vor allem der Amerikaner und Briten in südliche Gebiete, in denen die Taliban bisher fast ungehindert schalten und walten konnten, wird weiterhin zu einer Verlagerung und Zerstreuung der Kämpfe führen: Weil die Taliban wissen, dass sie in einer massiven Konfrontation unterlegen wären, werden sie noch stärker auf Guerrilla-Taktik umschalten und in Regionen ausweichen, in denen sie nicht frontal angegriffen werden. Die Bundeswehr ist darauf gefasst, der Deutsche Bundestag sollte sich gleichfalls darauf vorbereiten.
Zitat aus einem alten afghanischen Muster,
Peter Zentner (Caterwaul)
- 21.07.2009, 00:53 Uhr
Immer wieder das alte F. A. Z. - Muster - wenn es um Afghanistan geht
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 21.07.2009, 11:18 Uhr
Afghanistan
Uwe Holz (uwe.holz)
- 22.07.2009, 02:01 Uhr
Herr Nonnenmacher sollte sich bei Robert Gates informieren
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 22.07.2009, 02:27 Uhr
Biertischstrategen
Ralf Schneider (ralf61)
- 23.07.2009, 09:05 Uhr