Es gibt einige Beispiele dafür, dass ausgerechnet Verteidigungsminister dann am schlechtesten sind, wenn es etwas zu verteidigen gilt, und gehe es um sie selbst. Da fallen einem nicht nur die Namen Wörner und Scharping ein. Auch Rühe schlägt sich bis heute in anderen Disziplinen besser, etwa in der des Kritisierens von Nachfolgern. Der Jüngste aus dieser Reihe offenbarte nun kurz vor Ende seiner ersten Amtszeit, dass er ebenfalls kein Meister der taktischen Defensive ist.
Es war richtig, dass Jung sich nach dem umstrittenen Luftangriff vor die Truppe in Afghanistan stellte, die dort eine schwierige, um nicht zu sagen: unmögliche Mission erfüllen soll - einen fanatisch kämpfenden Gegner von der Rückeroberung des Landes abhalten, aber bitte ohne eigene Verluste und ohne Opfer in der Zivilbevölkerung, die der Gegner jederzeit billigend in Kauf nimmt. Doch Jung machte denselben Fehler, den auch seine Kritiker sich vorwerfen lassen müssen. Er legte sich auf eine Behauptung fest, ohne zu diesem Zeitpunkt schon mit Sicherheit wissen zu können, was genau am Kundus geschah.
Afghanistan ist nicht der Oderbruch
Den Gang der Dinge in Afghanistan wird Jungs Patzer nicht maßgeblich beeinflussen. Hierzulande verschafft er aber der Opposition und auch der SPD die Möglichkeit, ihr Mütchen am Minister zu kühlen, ohne zugeben zu müssen, dass sie auch keinen besseren Plan haben - der sofortige Abzug, wie von der Linkspartei gefordert, ist kein solcher. Zur Erinnerung: Jung und seine Truppe haben einen Auftrag zu erfüllen, den der Bundestag mit breiter Mehrheit erteilt und auch schon mehrfach erneuert hat. Dass es bei einem solchen Einsatz zu Fehlern mit schrecklichen Folgen kommen kann, können nur die für ausgeschlossen gehalten haben, die Afghanistan mit dem Oderbruch verwechseln.
Die Illusion, einen „Krieg“ gebe es am Hindukusch allenfalls im Süden, hat aber auch Jung durch seine Weigerung genährt, die Dinge beim Namen zu nennen. Freilich schloss sich der Verteidigungsminister da nur einer verbreiteten Neigung in der Politik an, die Bevölkerung nicht durch hässliche Wahrheiten aufzuschrecken, schon gar nicht vor einer Wahl. Denn einen Krieg will in Deutschland natürlich niemand mehr führen, nicht einmal dafür, dass kleine Mädchen am Hindukusch zur Schule gehen dürfen. Das sollten auch die Amerikaner bei der Steinigung des Verbündeten nicht vergessen.
Die Bw hat sich in AFG gut geschlagen.........
wolf haupricht (emilgilels)
- 07.09.2009, 21:17 Uhr
Wer Wähler glauben macht, in Afghanistan gäb's was zu gewinnen, ist abzuwählen
Konstantin Schneider (bundesboy)
- 07.09.2009, 22:07 Uhr
Endlich haben wir diese Diskussionj auch im eigenen Land
fritz Teich (fazfazfaz123)
- 08.09.2009, 00:52 Uhr
Vornehme Zurückhaltung der Deutschen im Irak und Afghanistan??
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 08.09.2009, 01:09 Uhr
Schluss mit lustig!
Klaus Roderer (isualK)
- 08.09.2009, 02:06 Uhr