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Bieterwettbewerb reloaded : Bundeswehr bekommt bis zu 60 schwere Transporthubschrauber

  • Aktualisiert am

In die Jahre gekommen: Die Bundeswehr nutzt den CH-53 seit Mitte der 70er Jahre Bild: dpa

Geplant war es schon länger, nun ist offenbar die Entscheidung gefallen. Die Bundeswehr setzt auf Bewährtes, um ihre Transporthubschrauberflotte zu modernisieren - und Generalinspekteur Wieker nennt eine Untergrenze.

          Die Bundeswehr soll im kommenden Jahrzehnt nach Angaben aus Militärkreisen 45 bis 60 schwere Transporthubschrauber erhalten. Dies habe Generalinspekteur Volker Wieker entschieden, sagte ein Insider am Freitag. Bislang galt eine Untergrenze von 40 Hubschraubern. Ein Beschluss für ein bestimmtes Modell sei noch nicht gefallen. Im Westen gibt es auf dem Markt der schweren Transporthubschrauber zwei Anbieter: Sikorsky mit der CH-53K und Boeing mit der Chinook, die über zwei Rotoren verfügt. Bislang fliegt die Bundeswehr eine ältere Version der CH-53, die spätestens 2030 ausgemustert werden soll. Die neuen Hubschrauber, für die im Haushalt knapp vier Milliarden Euro veranschlagt sind, sollen den Angaben zufolge zwischen 2023 und 2029 an die Bundeswehr geliefert werden. Beschaffung und Wartung würden in einem Auftrag vergeben. Der Vertragsabschluss werde für Mitte 2020 angepeilt.

          Ursprünglich wollte die Bundeswehr ihr langjähriges Arbeitspferd CH-53, das unter anderem in Afghanistan im Einsatz war, durch eine Neuentwicklung ablösen. Diese Pläne sind inzwischen wegen der hohen Kosten vom Tisch. Damit wiederholt sich nun der Bieterwettbewerb der 60er Jahre, als sich die Bundeswehr schon einmal zwischen der CH-53 und der Chinook entscheiden musste.

          Der Hersteller Sikorsky, der zum amerikanischen Rüstungskonzern Lockheed Martin gehört, tritt dieses Mal mit dem rundum erneuerten Modell CH-53K an. Die amerikanische Marineinfanterie hatte die sechs Milliarden Dollar teure Entwicklung der Maschine, die noch in der Erprobung steckt, in Auftrag gegeben und will langfristig 200 Exemplare abnehmen. Deutschland wäre ein gern gesehener Referenzkunde für den Export. Als Vorteil der CH-53K werten Experten, dass sie als neuer Helikopter ein großes Modernisierungspotenzial für die Zukunft mitbringe und eine Umschulung der Piloten weniger aufwendig wäre. Andererseits gilt gerade die Tatsache, dass die CH-53K noch in der Erprobung steckt, als Unsicherheitsfaktor. Dazu kommen wohl auch deutlich höhere Kosten als bei der Konkurrenz.

          Boeing argumentiert, seine Chinook sei seit den 60er Jahren ebenfalls deutlich weiterentwickelt worden und habe kaum etwas mit dem alten Modell gemein. Das amerikanische Heer etwa wolle die Chinook noch jahrzehntelang fliegen. Von der Größe ähnelten sich die beiden Maschinen. Die Chinook mit ihren Tandem-Rotoren habe aber den Vorteil, dass sie rückwärts mit der Laderampe an einen steilen Hang heranfliegen und Lasten abladen könne, während sie vorne weiter in der Luft schwebe. Die Chinook ist nach Angaben von Boeing etwa ein Drittel billiger als die CH-53K. Zudem verweist der Konzern auf ihren Einsatz bei zahlreichen Nato-Partnern, was die Ersatzteilversorgung erleichtere.

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