Home
http://www.faz.net/-gpf-7gwf9
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veranstaltung gestürmt AfD-Chef Lucke bei Wahlkampfveranstaltung angegriffen

Bernd Lucke, der Vorsitzende der „Alternative für Deutschland“ ist bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bremen angegriffen worden. Acht Vermummte hätten die Bühne gestürmt und ihn zu Boden gestoßen; Lucke sei unverletzt, teilte die Polizei mit.

© dpa Von Vermummten attackiert: der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke

Der Parteivorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, ist am Samstag auf einer Wahlkampfveranstaltung in Bremen angegriffen worden. Nach Angaben der Polizei blieb er unverletzt. Der Vorfall ereignete sich am Samstagnachmittag während einer Veranstaltung der eurokritischen Partei auf der Waldbühne im Bremer Bürgerpark. Acht vermummte und vermutlich dem linksextremen Lager zuzuordnende Angreifer hätten während einer Rede Luckes die Bühne gestürmt und diesen zu Boden gestoßen, sagte eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. Die Gründe für den Angriff seien noch unklar. Die Angreifer seien mit Reizgas, Pfefferspray und mindestens einem Messer bewaffnet gewesen. Sie hätten sich vermutlich während der Rede Luckes unbemerkt in einem an die Bühne angrenzenden Waldstück genähert. Die Polizei nimmt an, dass sich bis zu 20 Angreifer „in den Büschen versteckt“ hatten.

Beim Handgemenge auf der Bühne und bei der anschließenden Verfolgung wurden den Angaben nach 15 Personen durch Reizgas, ein AfD-Mitglied zudem durch einen Messerschnitt an der Hand verletzt. Drei Angreifer wurden bei der Verfolgung, an der sich neben Polizisten auch Parteifreunde Luckes beteiligten, festgenommen. Erst nach längerer Pause wurde die Veranstaltung unter massivem Polizeischutz fortgesetzt.

Lucke, der seine Rede nach dem Angriff fortsetzte, zeigte sich nach Angaben seiner Partei „schockiert und empört“: „Es ist eine unerträgliche Störung des demokratischen Wettbewerbs, dass Schlägertruppen wie seinerzeit in der Weimarer Republik friedliche Wahlkampfveranstaltungen der Alternative für Deutschland stören und dabei billigend in Kauf nehmen, Menschen zu verletzen.“ Die eurokritische Partei hatte sich in den vergangenen Wochen mehrfach über massive Behinderungen im Wahlkampf beklagt. Im gesamten Bundesgebiet würden immer wieder Wahlplakate zerstört, und es komme zu Übergriffen auf Wahlkampfhelfer, hieß es.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET mit dpa

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
AfD in Rhein-Main Zwischen Niedergang und Aufbruch

Die Alternative für Deutschland hat sich seit dem Parteitag von Essen verändert. Der Austritt von Bernd Lucke hat in der Region viele Nachahmer gefunden - und mancherorts auch eine Gegenbewegung ausgelöst. Mehr

20.08.2015, 16:31 Uhr | Rhein-Main
Parteispaltung der AfD? Frauke Petry äußert sich zu Plänen von Bernd Lucke

Die Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, hat das Gesprächsangebot ihres Amtskollegen Bernd Lucke begrüßt. Mehr

19.05.2015, 18:08 Uhr | Politik
Proteste in Heidenau Maas verurteilt Ausschreitungen gegen Flüchtlinge

Inzwischen ist von 31 verletzten Polizisten die Rede: Bundesjustizminister Maas verurteilt die rassistischen Vorfälle vor einer Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Heidenau und ruft nach der Härte des Rechtsstaates. Mehr

22.08.2015, 13:59 Uhr | Politik
Trennung von der AfD Lucke kündigt Austritt aus der AfD an

Ex-AfD-Chef Bernd Lucke hat verkündet, nach dem verlorenen Machtkampf aus der Partei auszutreten. Er wolle nicht als bürgerliches Aushängeschild für Vorstellungen missbraucht werden, die er grundsätzlich ablehne, teilte der Mitbegründer der Alternative für Deutschland mit. Mehr

09.07.2015, 10:19 Uhr | Politik
Krawalle in Heidenau Das ist nicht unser Sachsen

Nach den Krawallen hat die Polizei rund um die Asylbewerberunterkunft einen Kontrollbereich eingerichtet. Sachsens Ministerpräsident Tillich besuchte die Unterkunft und kündigte Konsequenzen an. Am Abend kam es wieder zu Ausschreitungen. Mehr

23.08.2015, 22:47 Uhr | Politik

Veröffentlicht: 24.08.2013, 19:46 Uhr