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Veröffentlicht: 20.05.2013, 15:36 Uhr

SPD Mit der Energie der „Kampa“

Matthias Machnig soll in Steinbrücks Kompetenzteam. Der Thüringer Minister hat einen guten Draht zum SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel.

von , Berlin
© dpa Antipode zu Wiesehügel: Matthias Machnig

Die Erwägungen, Matthias Machnig in das sogenannte Kompetenzteam des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück zu berufen, scheinen so gut wie abgeschlossen zu sein. Seit Tagen wird davon gesprochen - und auch aus Sicht Steinbrücks dürfte viel dafür sprechen. Machnig gilt als kompetent und fernseherfahren. Er hat einen guten Draht zum SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel, dessen Staatssekretär er war, als Gabriel in den Jahren der großen Koalition als Bundesumweltminister amtierte.

Günter Bannas Folgen:

Seit deren Ende sammelte er Erfahrungen auch als Minister. Machnig ist in Thüringen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, also so etwas wie ein „Superminister“. So gesehen ist es nahezu gleichgültig, welche politischen Felder Machnig im Team des Kanzlerkandidaten abdecken soll. Energie, Umwelt, Aufbau Ost - Machnig ist in jedem Falle ein Antipode des IG-Bau-Vorsitzenden Klaus Wiesehügel, der schon offiziell in Steinbrücks Team berufen worden ist und für Arbeits- und Sozialpolitik zuständig sein soll.

Der eigentliche Führer in der Thüringer SPD

Eigentlich kommt Machnig aber aus jener Gruppe von Sozialdemokraten, die einst Franz Müntefering um sich versammelt hatte. Als Müntefering Anfang der neunziger Jahre in Nordrhein-Westfalen Arbeitsminister war, nahm er den Fraktionsreferenten als Büroleiter von Bonn mit nach Düsseldorf. Mit Müntefering kehrte Machnig zurück nach Bonn, als dieser 1995 Bundesgeschäftsführer der SPD geworden war, eine Funktion, die heute „Generalsekretär“ heißt. Machnig koordinierte mithin die sogenannte Kampa, eine aus der Parteizentrale ausgelagerte Wahlkampf-Führungsgruppe.

An Selbstbewusstsein gebricht es dem im Sauerland groß gewordenen Machnig nicht. Als er letzthin in einer Talkshow mit dem Hinweis vorgestellt wurde, er habe Gerhard Schröder 1998 zum Bundeskanzler gemacht, widersprach er nicht. Machnig half Schröder und dem Generalsekretär Müntefering auch im Wahlkampf 2002 - damals dann als der für Organisationsfragen zuständige SPD-Bundesgeschäftsführer. Fast schien es damals, als konkurrierten weniger Gerhard Schröder und Edmund Stoiber (CSU) um öffentliche Anerkennung, sondern deren erste Helfer: Michael Spreng (für Stoiber) und eben Matthias Machnig. Nun wird er - und nicht der thüringische SPD-Vorsitzende, stellvertretender Ministerpräsident und Kultusminister Christoph Matschie - von manchen als der eigentliche Führer der SPD in der dortigen großen Koalition angesehen.

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Quelle: F.A.Z.

 

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