Home
http://www.faz.net/-gpf-798wh
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

SPD Mit der Energie der „Kampa“

Matthias Machnig soll in Steinbrücks Kompetenzteam. Der Thüringer Minister hat einen guten Draht zum SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel.

© dpa Vergrößern Antipode zu Wiesehügel: Matthias Machnig

Die Erwägungen, Matthias Machnig in das sogenannte Kompetenzteam des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück zu berufen, scheinen so gut wie abgeschlossen zu sein. Seit Tagen wird davon gesprochen - und auch aus Sicht Steinbrücks dürfte viel dafür sprechen. Machnig gilt als kompetent und fernseherfahren. Er hat einen guten Draht zum SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel, dessen Staatssekretär er war, als Gabriel in den Jahren der großen Koalition als Bundesumweltminister amtierte.

Günter Bannas Folgen:    

Seit deren Ende sammelte er Erfahrungen auch als Minister. Machnig ist in Thüringen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, also so etwas wie ein „Superminister“. So gesehen ist es nahezu gleichgültig, welche politischen Felder Machnig im Team des Kanzlerkandidaten abdecken soll. Energie, Umwelt, Aufbau Ost - Machnig ist in jedem Falle ein Antipode des IG-Bau-Vorsitzenden Klaus Wiesehügel, der schon offiziell in Steinbrücks Team berufen worden ist und für Arbeits- und Sozialpolitik zuständig sein soll.

Der eigentliche Führer in der Thüringer SPD

Eigentlich kommt Machnig aber aus jener Gruppe von Sozialdemokraten, die einst Franz Müntefering um sich versammelt hatte. Als Müntefering Anfang der neunziger Jahre in Nordrhein-Westfalen Arbeitsminister war, nahm er den Fraktionsreferenten als Büroleiter von Bonn mit nach Düsseldorf. Mit Müntefering kehrte Machnig zurück nach Bonn, als dieser 1995 Bundesgeschäftsführer der SPD geworden war, eine Funktion, die heute „Generalsekretär“ heißt. Machnig koordinierte mithin die sogenannte Kampa, eine aus der Parteizentrale ausgelagerte Wahlkampf-Führungsgruppe.

An Selbstbewusstsein gebricht es dem im Sauerland groß gewordenen Machnig nicht. Als er letzthin in einer Talkshow mit dem Hinweis vorgestellt wurde, er habe Gerhard Schröder 1998 zum Bundeskanzler gemacht, widersprach er nicht. Machnig half Schröder und dem Generalsekretär Müntefering auch im Wahlkampf 2002 - damals dann als der für Organisationsfragen zuständige SPD-Bundesgeschäftsführer. Fast schien es damals, als konkurrierten weniger Gerhard Schröder und Edmund Stoiber (CSU) um öffentliche Anerkennung, sondern deren erste Helfer: Michael Spreng (für Stoiber) und eben Matthias Machnig. Nun wird er - und nicht der thüringische SPD-Vorsitzende, stellvertretender Ministerpräsident und Kultusminister Christoph Matschie - von manchen als der eigentliche Führer der SPD in der dortigen großen Koalition angesehen.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Justizminister Heiko Maas Datensammler wider Willen

Justizminister Maas hatte einen Kampfauftrag: Er sollte sich um die Freiheit und die Bürgerrechte kümmern. Nun muss er ein Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung vorlegen, das er nie gewollt hat. Mehr Von Eckart Lohse, Berlin

15.04.2015, 22:59 Uhr | Politik
Wirtschaftsprognose Gabriel trotz Wachstum realistisch

Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel hat im Jahreswirtschaftsbericht für 2015 eine auf 1,5 Prozent erhöhte Wachstumsprognose präsentiert. Die Entwicklung sei relativ günstig und gegenüber dem Vorjahr stabil. Mehr

28.01.2015, 17:50 Uhr | Wirtschaft
Volker Kauder Wir können nicht einfach die Kohle plattmachen

Der nächste Streit in der Koalition: Führende CDU-Politiker wenden sich gegen die von Wirtschaftsminister Gabriel ins Gespräch gebrachte Belastung der Braunkohle. Mehr

20.04.2015, 11:09 Uhr | Wirtschaft
Berlin Gabriel: Schäuble muss neuen Vorschlag zum Soli machen

Sigmar Gabriel hat sich verwundert über die Soli-Pläne der Union gezeigt. CDU und CSU wollen den Solidaritätszuschlag von 2020 an schrittweise abschmelzen. Mehr

04.03.2015, 13:36 Uhr | Wirtschaft
Klimaschutz Gabriels Klimaabgabe weiter in der Kritik

Trotz angekündigten Änderungen bei der geplanten Klimaabgabe für alte Kraftwerke wächst die Kritik am Wirtschaftsminister. CDU-Politikern zufolge hat Gabriel für seine Pläne nicht die Zustimmung Merkels. Mehr

25.04.2015, 05:32 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.05.2013, 15:36 Uhr