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Abgeschlagene SPD : Die Hälfte der Deutschen wünscht sich eine CDU-Regierung

  • Aktualisiert am

Kopf-an-Kopf-Rennen nur auf den Wahlplakaten: Martin Schulz und Angela Merkel Bild: EPA

Sechs Wochen vor der Bundestagswahl schmilzt zwar die Beliebtheit von Kanzlerin Merkel, trotzdem ist Union weiter obenauf. In der Wählergunst bleibt die SPD weit abgeschlagen – und hat nun auch in Niedersachsen schwer zu kämpfen.

          Gut sechs Wochen vor der Bundestagswahl wünschen sich 49 Prozent der Bürger, dass die nächste Bundesregierung abermals von CDU und CSU angeführt wird. Dies sind zwei Prozentpunkte mehr als noch im Mai, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des ARD-Deutschlandtrends ergab. 38 Prozent wollen dagegen eine SPD-geführte Regierung (ebenfalls plus 2 Punkte).

          In der Sonntagsfrage bleibt die Union demnach mit 39 Prozent stärkste Kraft – ein unveränderter Wert zur letzten Befragung Anfang Juli. Die SPD gewinnt einen Punkt hinzu und erreicht 24 Prozent. Die Linken und Grünen erreichen unverändert 9 beziehungsweise 8 Prozent. Die FDP und AfD verlieren jeweils einen Prozentpunkt und kommen auf 8 Prozent.

          Klarer Vorsprung für Merkel

          Wenn man den Bundeskanzler direkt wählen könnte, würden sich 52 Prozent für Angela Merkel entscheiden – minus 5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat. 30 Prozent würden sich für den SPD-Mann Martin Schulz entscheiden (+2). 14 Prozent würden sich für keinen von beiden entscheiden.

          Nach dem ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten neuen Wahltrend von „Stern“ und RTL gibt es eine Pattsituation zwischen Schwarz-Gelb und den übrigen Parteien. CDU/CSU und FDP kommen demnach auf 47 Prozent (CDU/CSU: 40, FDP: 7) – genauso viel wie alle anderen Parteien zusammen. Dabei erreicht die Union wieder ihren Wert aus der Vorwoche, während die FDP einen Punkt verliert. Die SPD gewinnt einen Punkt dazu und liegt nun bei 23 Prozent. Grüne, Linke und AfD bleiben jeweils bei 8 Prozent stabil. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt demnach 24 Prozent.

          Bei der Frage der beliebtesten Politiker hält Finanzminister Wolfgang Schäuble laut ARD-Deutschlandtrend die Führung (64 Prozent, minus eins). Die Bundeskanzlerin hat während ihres Urlaubs an Beliebtheit eingebüßt und verlor zehn Punkte an Zustimmung im Vergleich zum Vormonat (59 Prozent). Außenminister Sigmar Gabriel erreicht 63 Prozent (minus drei), SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz fährt mit 33 Prozent (minus vier) seinen bisher niedrigsten Wert bei einer Befragung von Infratest dimap.

          Schulz auf Sommerreise : Stimmenfang im Kleingartenverein

          Unterdessen kann Rot-Grün auch bei der vorgezogenen Landtagswahl in Niedersachsen einer Umfrage zufolge nicht mit einer Mehrheit rechnen. Wäre an diesem Sonntag Wahl, würde die CDU mit 40 Prozent stärkste Kraft, heißt es in einer Insa-Umfrage für die „Bild“-Zeitung. SPD und Grüne müssten dagegen deutliche Verluste hinnehmen. Die AfD würde erstmals in den Landtag einziehen. Der Umfrage zufolge käme die SPD auf 28 Prozent, vier Punkte weniger als bei der letzten Wahl im Jahr 2013. Die Grünen verlören knapp fünf Punkte und kämen auf neun Prozent. Auch die FDP kann mit neun Prozent rechnen. Die AfD bekäme sieben Prozent. Befragt wurden zu Wochenbeginn 1000 wahlberechtigte Niedersachsen.

          Nach dem Aus für die rot-grüne Regierung in Niedersachsen will der Landtag in Hannover am Donnerstag seine Selbstauflösung einleiten. Die Parlamentarier kommen dafür zu Beratungen zusammen. Die Abstimmung ist erst für den 21. August vorgesehen, da laut Verfassung eine Karenzzeit von elf Tagen gilt. Die Selbstauflösung des Landtags macht den Weg für die vorgezogene Neuwahl am 15. Oktober frei. Die Regierung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte durch den Übertritt der Grünen-Abgeordneten Elke Twesten zur CDU zuvor überraschend ihre Einstimmenmehrheit im Landtag verloren. Eigentlich sollte in Niedersachsen erst am 14. Januar neu gewählt werden.

          Quelle: marf./dpa/Reuters

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