http://www.faz.net/-gpf-8widc

Lafontaine gegen Schröder : Oskar kontert Gerd

  • Aktualisiert am

Lange vorbei: 1998 warben Oskar Lafontaine (links) und Gerhard Schröder noch gemeinsam für den „Wechsel“. Bild: dpa

Altkanzler Schröder hat seinen Genossen von einem Bündnis mit den Linken abgeraten, solange dort „Familie Lafontaine“ das Sagen hat. Das lässt sein Lieblingsfeind nicht lange auf sich sitzen.

          Der Linken-Politiker Oskar Lafontaine hat als Antwort auf den früheren Kanzler Gerhard Schröder die SPD zu einem Kurswechsel aufgefordert. „Ein Ende von Lohndrückerei und Rentenkürzungen kann es in Deutschland erst dann geben, wenn die SPD wieder vom Plagiat zum Original wird“, schrieb Lafontaine in einem Beitrag für die „Welt am Sonntag“.

          Schröder hatte zuvor mit Verweis auf Lafontaine und dessen Ehefrau, die Linke-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht, gesagt, er halte eine Koalition der Sozialdemokraten mit der Linkspartei auf Bundesebene derzeit nicht für realistisch. „Ich glaube nicht, dass man das hinbekommt, solange die Familie Lafontaine in der Linkspartei tonangebend ist“, sagte Schröder dem Magazin „Der Spiegel“.

          Schröder warnte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz vor einer inhaltlichen Annäherung an die Linkspartei. Mit Parolen, die nach Lafontaine klängen, werde es der SPD nicht anders gehen als der Union auf der Rechten: „Dann wählen die Leute das Original und nicht das Plagiat“, argumentierte Schröder.

          Mit Lafontaine verbindet Schröder seit Jahren ein angespanntes Verhältnis. 1998 hatten sie noch gemeinsam die rot-grüne Koalition geschmiedet. Doch Lafontaine verließ die Regierung nach kurzer Zeit. Im Streit über die „Agenda 2010“ verließ der Saarländer schließlich die Partei und machte ihr schließlich mit der Linkspartei Konkurrenz. Zuletzt war im Saarland von einer Annäherung Lafontaines an seine alten Genossen die Rede. Doch aus einem rot-roten Bündnis wurde dort nichts.

          Quelle: pach./dpa

          Weitere Themen

          Bundestag nimmt Arbeit auf Video-Seite öffnen

          Trotz schwieriger Regierungsbildung : Bundestag nimmt Arbeit auf

          Unabhängig von der politischen Hängepartie nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen hat der Bundestag seine Arbeit aufgenommen. Bei der Debatte über die Verlängerung von Bundeswehr-Mandaten lösten die Linken-Angeordnete Dagdelen sowie der AfD-Fraktionschef Gauland Empörung aus.

          Mahnmal-Kopie neben Höckes Wohnhaus Video-Seite öffnen

          Aktionskunstwerk : Mahnmal-Kopie neben Höckes Wohnhaus

          Aktionskünstler der Gruppe „Zentrum für Politische Schönheit“ haben auf dem Nachbargrundstück des AfD-Politikers Björn Höcke eine Kopie des Berliner Holocaust-Mahnmals errichtet. Höcke hatte das Original zuvor als „Denkmal der Schande“ bezeichnet.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Der Offshore-Windpark Butendiek etwa 30 Kilometer vor Sylt in der Nordsee

          F.A.Z. exklusiv : EU streicht Betrieben Ökostrom–Befreiung

          Für bis zu 10.000 Betriebe steigt ab Januar die Stromrechnung, weil die EU ihnen die Befreiung von der Ökostromumlage gestrichen hat. Zusatzkosten in Millionenhöhe werden erwartet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.