http://www.faz.net/-gpf-7hnjr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 19.09.2013, 11:39 Uhr

Kurz vor der Wahl Umfrage sieht AfD im Bundestag

Kurz vor der Bundestagswahl hat die euro-kritische Partei Alternative für Deutschland in einer Umfrage erstmals fünf Prozent der Stimmen erreicht. Die meisten Wähler zieht sie von der FDP ab.

© AFP Wer zieht in den Bundestag ein? Die AfD hat nach einer neuen Umfrage gute Chancen

Drei Tage vor der Bundestagswahl hat die euro-kritische Partei Alternative für Deutschland (AfD) in einer Umfrage erstmals fünf Prozent erreicht. Der am Donnerstag veröffentlichten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts INSA zufolge käme die Partei damit in den Bundestag.

Schwarz-Gelb liegt demnach mit insgesamt 44 Prozent hinter den Oppositionsparteien, die zusammen auf 45 Prozent kommen. CDU/CSU erreichen 38 Prozent, die FDP sechs. Die SPD käme auf 28, die Grünen auf acht und die Linke auf neun Prozent. Die Piratenpartei zöge mit zwei Prozent nicht in den Bundestag ein.

Das Institut befragte nach eigenen Angaben 2248 Wahlberechtigte in der Zeit vom vergangenen Sonntag bis Mittwoch, also nach der Bayern-Wahl, bei der die FDP den Wiedereinzug in den Landtag verpasste. INSA arbeitet unter anderem auch im Auftrag der „Bild“-Zeitung.

Beinahe die Hälfte sind Protestwähler

Institutschef Hermann Binkert sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die meisten potentiellen AfD-Anhänger kämen aus dem Lager der Nichtwähler und der Wähler „sonstiger Parteien“. Die vermeintlichen „Protestwähler“ machen demnach 41 Prozent des AfD-Lagers aus.

Bernd Lucke © AFP Vergrößern Zuversichtliche Miene: AfD-Chef Bernd Lucke kann nach einer jüngsten Umfrage auf den Einzug in den Bundestag hoffen

Die meisten Wähler - 22 Prozent - ziehe die AfD von der FDP ab, sagte Binkert. Danach folgt die CDU mit 16 Prozent. Auf dem dritten Platz rangiert überraschend die Linke mit neun Prozent. Binkert erklärt dies damit, dass die Linke wie die AfD eurokritisch sei. Sechs Prozent kommen seinen Angaben zufolge von der SPD, drei Prozent von den Grünen, und weitere drei Prozent sind Erstwähler. 13 Prozent kommen von den „sonstigen Parteien“ und 28 Prozent aus dem Lager der Nichtwählern.

Die INSA-Umfrage bestätigt mit Ausnahme des Werts für die AfD den bundesweiten Trend anderer Institute. Demnach hat Schwarz-Gelb derzeit keine eigene Mehrheit. Die von SPD und Grünen angestrebte Koalition ist von einer eigenen Mehrheit weit entfernt und könnte nur zusammen mit der Linken regieren, was beide Parteien aber ausgeschlossen haben. Entsprechend wäre rechnerisch nur ein schwarz-grünes Bündnis und eine große Koalition möglich. Die AfD sehen die etablierten Meinungsforschungsinstitute deutlich unter fünf Prozent.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Parteiverdrossenheit SPD schrumpft flächendeckend

Der Mitgliederschwund der etablierten Parteien geht weiter. Seit 1990 hat sich ihre Basis halbiert. Besonders hart trifft es aktuell die Sozialdemokraten. Mehr

12.07.2016, 06:16 Uhr | Politik
Sydney Parlamentswahlen in Australien begonnen

In Australien haben die Parlamentswahlen begonnen. Rund 15, 6 Millionen Wähler sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Laut Umfragen wird es ein knappes Rennen zwischen der liberalen Partei von Regierungschef Malcolm Turnbull und der Labor-Partei des früheren Gewerkschaftsführers Bill Shorten. Mehr

02.07.2016, 14:48 Uhr | Politik
Umfrage SPD gewinnt an Zustimmung

Die Sozialdemokraten befinden sich laut einer Umfrage im Aufwind. Ein prominenter Vertreter der Grünen fordert die Vorbereitung einer rot-rot-grünen Koalition. Mehr

17.07.2016, 01:03 Uhr | Politik
Nach dem Brexit-Referendum Berliner Parteien fordern Konsequenzen

Der Austritt der Briten aus der Europäischen Union darf nicht folgenlos bleiben, fordern führende Politiker von Koalition und Opposition. Nach dem Nein der Briten zur EU will der Bundestag voraussichtlich am Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen und über das weitere Vorgehen beraten. Mehr

24.06.2016, 12:21 Uhr | Politik
Richtungsstreit bei den Grünen Realos wehren sich gegen Trittins Vermögensteuer

Bei den Grünen ist der Richtungsstreit neu entflammt. Im Zentrum steht die Vermögensteuer. Jetzt greift die Realpolitikerin Kerstin Andreae in einem Beitrag für die F.A.Z. Jürgen Trittin scharf an. Mehr Von Heike Göbel

17.07.2016, 18:29 Uhr | Wirtschaft