Home
http://www.faz.net/-hpp-7hnjr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Kurz vor der Wahl Umfrage sieht AfD im Bundestag

Kurz vor der Bundestagswahl hat die euro-kritische Partei Alternative für Deutschland in einer Umfrage erstmals fünf Prozent der Stimmen erreicht. Die meisten Wähler zieht sie von der FDP ab.

© AFP Vergrößern Wer zieht in den Bundestag ein? Die AfD hat nach einer neuen Umfrage gute Chancen

Drei Tage vor der Bundestagswahl hat die euro-kritische Partei Alternative für Deutschland (AfD) in einer Umfrage erstmals fünf Prozent erreicht. Der am Donnerstag veröffentlichten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts INSA zufolge käme die Partei damit in den Bundestag.

Schwarz-Gelb liegt demnach mit insgesamt 44 Prozent hinter den Oppositionsparteien, die zusammen auf 45 Prozent kommen. CDU/CSU erreichen 38 Prozent, die FDP sechs. Die SPD käme auf 28, die Grünen auf acht und die Linke auf neun Prozent. Die Piratenpartei zöge mit zwei Prozent nicht in den Bundestag ein.

Das Institut befragte nach eigenen Angaben 2248 Wahlberechtigte in der Zeit vom vergangenen Sonntag bis Mittwoch, also nach der Bayern-Wahl, bei der die FDP den Wiedereinzug in den Landtag verpasste. INSA arbeitet unter anderem auch im Auftrag der „Bild“-Zeitung.

Beinahe die Hälfte sind Protestwähler

Institutschef Hermann Binkert sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die meisten potentiellen AfD-Anhänger kämen aus dem Lager der Nichtwähler und der Wähler „sonstiger Parteien“. Die vermeintlichen „Protestwähler“ machen demnach 41 Prozent des AfD-Lagers aus.

Bernd Lucke © AFP Vergrößern Zuversichtliche Miene: AfD-Chef Bernd Lucke kann nach einer jüngsten Umfrage auf den Einzug in den Bundestag hoffen

Die meisten Wähler - 22 Prozent - ziehe die AfD von der FDP ab, sagte Binkert. Danach folgt die CDU mit 16 Prozent. Auf dem dritten Platz rangiert überraschend die Linke mit neun Prozent. Binkert erklärt dies damit, dass die Linke wie die AfD eurokritisch sei. Sechs Prozent kommen seinen Angaben zufolge von der SPD, drei Prozent von den Grünen, und weitere drei Prozent sind Erstwähler. 13 Prozent kommen von den „sonstigen Parteien“ und 28 Prozent aus dem Lager der Nichtwählern.

Die INSA-Umfrage bestätigt mit Ausnahme des Werts für die AfD den bundesweiten Trend anderer Institute. Demnach hat Schwarz-Gelb derzeit keine eigene Mehrheit. Die von SPD und Grünen angestrebte Koalition ist von einer eigenen Mehrheit weit entfernt und könnte nur zusammen mit der Linken regieren, was beide Parteien aber ausgeschlossen haben. Entsprechend wäre rechnerisch nur ein schwarz-grünes Bündnis und eine große Koalition möglich. Die AfD sehen die etablierten Meinungsforschungsinstitute deutlich unter fünf Prozent.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Umfrage AfD bundesweit bei zehn Prozent

Der Aufwärtstrend der Alternative für Deutschland hält an. Einer neuen Forsa-Umfrage zufolge käme die Partei derzeit bundesweit auf zehn Prozent der Stimmen. Vor allem aus einem Lager wandern die Wähler ab. Mehr

23.09.2014, 08:24 Uhr | Aktuell
Steinbrück spürt Rückenwind

In der SPD-Parteizentrale findet man schnell einen Weg, dem Wahlabend in Bayern doch noch etwas abgewinnen zu können: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück setzt darauf, dass ein weiteres Mal die schwarz-gelbe Liebesheirat aufgekündigt wurde. Mehr

31.03.2014, 11:18 Uhr | Politik
Landtagswahl in Thüringen Alles auf eine Karte

Mit Hilfe von SPD und Grünen will Bodo Ramelow an diesem Sonntag erster Ministerpräsident der Linken werden. Um an die Macht zu kommen, verleugnet er sogar das Parteiprogramm. Die CDU könnte hingegen - trotz Stimmengewinnen - großer Verlierer werden. Mehr

14.09.2014, 08:57 Uhr | Politik
Eurokritische AfD will bei Europawahl punkten

Zur Europawahl rechnen Experten mit einem Stimmengewinn für europaskeptische Parteien. In Deutschland kann die Alternative für Deutschland laut Umfragen auf bis zu sieben Prozent der Stimmen hoffen. Mehr

20.05.2014, 16:55 Uhr | Politik
Landtagswahl in Thüringen Die SPD steht vor der Gretchenfrage

Die SPD ist nach der Wahl in Thüringen die Königsmacherin: Wählt sie den Linken Ramelow zum Ministerpräsidenten? Eine offene Richtungsdebatte steht bevor - so schnell wird sich in Erfurt keine Regierung bilden können. Mehr

15.09.2014, 06:46 Uhr | Aktuell
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.09.2013, 11:39 Uhr