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Fernsehduell : Sind wir hier fertig?

Viel Lärm um nichts oder doch ein interessanter Ansatz? Bild: Thilo Rothacker

Heute Abend treffen Angela Merkel und Peer Steinbrück im Fernsehduell aufeinander; gleich vier Moderatoren moderieren. Wir haben die brisante Begegnung schon vorab durchgespielt.

          Anne Will: Guten Abend, meine Damen und Herren, hier beim großen Fernsehduell genau drei Wochen vor der Bundestagswahl.

          Bertram  Eisenhauer

          Verantwortlich für das Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Peter Kloeppel: Willkommen.

          Maybritt Illner: Ich grüße Sie.

          Stefan Raab: Alles paletti, Mitbürger?

          Will: Auch von mir noch mal - guten Abend.

          Illner: Musst du immer das letzte Wort haben, Anne?

          Will: Besser ich als du, Maybrittchen.

          Illner: Du hast Glück, dass Günther Jauch heute Abend seine Kohle zählen muss; sonst säße der für die ARD hier, nicht du.

          Kloeppel: Meine Damen, bitte.

          Illner: Übertragen wird unsere Sendung in der ARD, bei EinsPlus, EinsFestival, tagesschau24, im ZDF, bei ZDFneo, ZDFkultur, ZDFinfo, Phoenix, 3sat, Arte, KiKa, RTL sowie bei den Schmuddelkindern von ProSieben Sat 1.

          Raab: Hey!

          Kloeppel: Angetreten, sich unseren Fragen zu stellen, sind Peer Steinbrück, der Kanzlerkandidat der SPD, auf der einen Seite und auf der anderen ... - oh! Frau Bundeskanzlerin, wir wären dann so weit! Kommen Sie dazu?

          Angela Merkel kommt gemessenen Schrittes aus der Kulisse und stellt sich hinter ihr Pult.

          Steinbrück: (zu den Moderatoren) Ich wäre Ihnen verbunden, wenn Sie meine Mitbewerberin darauf hinweisen könnten, dass Sie hier ordentlich anzutreten hat.

          Kloeppel: Frau Bundeskanzlerin, Herr Steinbrück bittet mich, Ihnen zu sagen ...

          Steinbrück: Außerdem möchte ich darauf aufmerksam machen, dass meine Mitbewerberin auf dieser Bühne nur Kandidatin ist. Ich würde Sie also bitten, sie als „Frau Merkel“ anzusprechen.

          Kloeppel: Frau Bundeskanzlerin, wäre es für Sie in Ordnung, wenn wir Sie ...

          Steinbrück: „Frau Merkel“! „Frau Merkel“!

          Merkel: Ja? Meinetwegen könnten wir dann anfangen.

          Steinbrück: Das ist wieder ganz typisch für Sie, werte Kollegin; am liebsten machen Sie sich einen schlanken Fuß. (sarkastisch) Wenn es Ihnen zu viel wird, sich im Rahmen einer solchen Sendung den Wählern zu stellen, können wir die Sache gerne abbrechen.

          Merkel: Das ist möglich?

          Sie schickt sich an zu gehen.

          Will, Kloeppel, Illner, Raab, Steinbrück (zusammen): NEIN!

          Illner: Nach den Regeln dieser Sendung, auf die sich die Parteizentralen von CDU und SPD im Vorfeld verständigt haben, geht die erste Frage an Herrn Steinbrück. Dafür hat dann (zwinkert dem SPD-Kandidaten zu; betont) Frau Merkel das Schlusswort. Die Antworten sollen nicht länger als 90 Sekunden sein. Wer seine Redezeit überzieht, muss den Unterschied zwischen EFSM, EFSF und ESM erklären.

          Raab: Ich weiß es, ich weiß es!

          Kloeppel: Stefan, wir glauben dir alle, dass du dich vorbereitet hast.

          Steinbrück: Ich nicht.

          Am 30. August gab es eine Pressekonferenz zum bevorstehenden TV-Duell. Bilderstrecke
          Am 30. August gab es eine Pressekonferenz zum bevorstehenden TV-Duell. :

          Illner: Vielleicht legen wir dann einfach los. Herr Steinbrück, Sie sind auf der Schule zwei Mal sitzengeblieben. Sie haben früher schon darüber gesprochen, das habe für Ihr weiteres Leben eine Rolle gespielt. Welche?

          Steinbrück: Es hat mich sicher auf alle Zeit immun gemacht gegen intellektuelle Anmaßung, Überheblichkeit, Herablassung, Arroganz, Rechthaberei und Aufschneiderei.

          Will: Ah, ja, danke sehr. Nächste Runde. Können Sie beide über Ihren Gegenkandidaten auch etwas Positives sagen? Frau Merkel?

          Merkel: Egal, was die Leute sagen, ich finde, Peer Steinbrück ist ein toller Gegenkandidat.

          Will: Herr Steinbrück?

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