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FAZ.NET-Countdown : Mehr Sex statt „Klartext“ zum Gähnen

Leslie Nielsen in der Rolle des trotteligen Lieutenant Frank Drebin Bild: Picture-Alliance

Der arme Martin Schulz quält sich durch die nächste Wahlsendung. Den Hit des Abends landet aber ein anderer Mann. Wahlkampf und Handy-Krieg, das Wichtigste des Tages im FAZ.NET-Countdown.

          „Seine starken, männlichen Hände erforschten jede Höhlung ihrer lieblich-seidigen Weiblichkeit. Ihre verschlungenen Körper wanden sich in einem sinnlichen Rhythmus, als er seinen purpur-behelmten Liebeskrieger in ihren bebenden Liebes-Pudding hineinbohrte.“

          Christian Palm

          Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET

          Na, aufgewacht? Was in der Klamauk-Komödie „Die nackte Kanone 2 ½“ funktioniert hat, sollte mal jemand im deutschen Wahlkampf probieren. Im Film ging es darum, die Zuhörer eines langweiligen Vortrags zu wecken, damit sie vor einer Bombe flüchten können. Genau so fühlt sich dieser Wahlsommer an: Es brodelt, eine Explosion droht – und das Publikum schläft.

          In knapp zwei Wochen wird eine Partei in den Bundestag einziehen, deren Anhänger es mehr oder weniger normal finden, die Bundeskanzlerin mit Tomaten zu bewerfen. Deren Spitzenkandidaten sich wünschen, Konkurrenten „zu entsorgen“. Deren Repräsentanten anregen, den Holocaust nicht mehr so wichtig zu nehmen. Und trotzdem plätschert der Wahlkampf vor sich hin, als stünde das Land nicht an einem extrem wichtigen Punkt.

          Mein Kollege Yves Bellinghausen hat einen Ort besucht, an dem die AfD nicht nur knapp zehn sondern mehr als 30 Prozent der Stimmen bekommt. Seine Reportage aus Bitterfeld ist ein Lehrstück darüber, wie die Stimmung kippen kann. Wenn niemand aufwacht.

          Klartext zum Gähnen

          Für einen kurzen Moment machten die Moderatoren der Sendung und der SPD-Kanzlerkandidat gestern Abend den Eindruck, als wüssten sie, worum es gerade geht. In der ZDF-Sendung „Klartext“ wurde Martin Schulz, ein potentieller Bombenentschärfer, gefragt, was er gegen die AfD machen will. „Sie aus dem Parlament schmeißen“, lautete seine Antwort. Und dann passierte in dieser Sendung das, was derzeit immer passiert, wenn es in „TV-Duellen“, „Wahlarenen“, „Townhall-Meetings“ und ähnlichen Fernsehformaten auch nur annähernd spannend wird: Themenwechsel.

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          Das ist im FAZ.NET-Countdown anders. Denn im Wahlkampf zählen nicht nur die ganz großen Fragen, sondern manchmal auch die Anekdoten am Rande. Was hält zum Beispiel ein Graphologe von der Handschrift des SPD-Kanzlerkandidaten? Sie zeige Routine und Erfahrung, sei konventionell, bieder und sachlich, findet der Fachmann. „Er wäre ein belastbarer Kanzler, solide und berechenbar.“ Was der Mann wohl zur Schrift des heutigen „Countdown“-Autors sagen würde? Vermutlich: „Kann ich nicht lesen.

          Da ist das Ding

          Zur selben Zeit, zu der sich der belastbare, solide und ebenso bemitleidenswerte Schulz durch die Wahlkampf-Sendung quälte, konnten die Technik-Experten in unserer Redaktion die frohe Kunde vermelden: „Da ist das Ding!“ Die Rede ist vom iPhone 8. Apple hat es ein weiteres Mal geschafft, seine Jünger zu überraschen. „Der Apple-Chef hat geliefert“, findet Michael Spehr, der die Präsentation in Cupertino verfolgt hat. Das neue Top-Modell „iPhone X“ setze Maßstäbe in der Handy-Oberklasse. Was es kann, was es kostet und wann es kommt, schreibt er hier. Einen wichtigen Tipp haben meine Kollegen Marco Dettweiler und Jonas Jansen schon vorher im Liveblog gegeben: „Baden gehen sollten Sie mit dem neuen iPhone nicht.“

          Und im Kino sollten Sie es auf lautlos stellen. Es muss ja keine Retro-Vorstellung der „Nackten Kanone“ sein. Aber wie wäre es mit „Logan Lucky“? Der Film ist eine Geschichte über Verlierer, die keine Verlierer sein wollen. Statt mit einer Wahlarena versuchen es die Protagonisten mit einem ganz krummen Ding. „Amerikanisches Kino vom Feinsten“, urteilt Andreas Kilb im Feuilleton der F.A.Z. Ohne Schund-Erotik, aber mit Bond-Boy Daniel Craig. Tauglich für alle Aufgeweckte oder jene, die es werden wollen. Die Rezension gibt es heute, den Film von morgen an im Programmkino Ihres Vertrauens.

          Quelle: FAZ.NET

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