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CDU und AfD : Grandios gescheitert

Was ist besser, ein AfD-Wähler oder ein Nichtwähler? Peter Altmaier zeigt noch einmal, warum die CDU mit ihrer Strategie gegenüber der AfD keinen Erfolg hatte: Sie als Fremdkörper zu behandeln, macht sie nur stärker.

          Die Not muss groß sein, wenn sich kurz vor der Wahl eine Kontroverse darüber entspinnt, was besser sei: ein AfD-Wähler oder ein Nichtwähler. Auf das Glatteis dieser Alternative hat sich Kanzleramtschef Peter Altmaier locken lassen, was nicht ohne Ironie ist. Die Strategie der CDU bestand darin, darauf zu hoffen, dass sich die AfD durch Stigmatisierung und innere Streiterei selbst erledige. Alle anderen Parteien spielten dabei kräftig mit.

          Das lief allerdings auf eine recht plumpe Auseinandersetzung mit den „Nazis“ hinaus. Angesichts der Aussicht, dass die AfD am Sonntag drittstärkste Partei werden könnte, darf diese Strategie als grandios gescheitert gelten. Offenbar wirkt sie auf AfD-nahe Wähler so mobilisierend, dass CDU und SPD nun fürchten müssen, dass angesichts der Stärke der AfD wieder nur möglich ist, was zu dieser Stärke beigetragen hat: die große Koalition.

          Die Mobilisierung ins eigene Lager zu lenken, hätte vorausgesetzt, die AfD-Wähler nicht als Fremdkörper zu behandeln. Denn das ist es ja gerade, der Protest gegen Nicht-Anerkennung, der sie zur Wahl treibt – der AfD.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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