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Bundeskanzlerin im Aufwind : Angela obenauf

Ein Selfie, das mal nicht für Diskussionen sorgt: Angela Merkel am Montag mit Schülern der Kurt-Tucholsky-Oberschule in Berlin Bild: dpa

Nach den gewonnenen Landtagswahlen ist Angela Merkel so guter Dinge wie lange nicht mehr. Ihre CDU gewinnt weiter an Rückhalt – und die Kanzlerin kann einen entspannten Personenwahlkampf vorbereiten.

          Angela Merkel hat eine schöne Woche hinter sich. Vergangenen Montag konnte die CDU-Vorsitzende fröhlich den Sieg ihres politischen Freundes Armin Laschet aus Nordrhein-Westfalen genießen, der die dortige Landtagswahl gewonnen hatte. Zum Wochenende hin gab es Umfragen der beiden öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, die drei für die Bundeskanzlerin wunderbare Werte signalisierten.

          Günter Bannas

          Leiter der politischen Redaktion in Berlin.

          Nach den Zahlen der Demoskopen lief Merkel – erstens – im direkten Vergleich ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz davon. Auf der Skala der angesehensten Politiker wurde sie – zweitens – erstmals seit der Flüchtlingskrise wieder auf Platz eins gesetzt. In der sogenannten Sonntagsfrage stiegen die Unionsparteien – drittens – auf 38 Prozent; die SPD rutschte auf 26 Prozent.

          Werte waren das, die für Merkel beim Strategiegespräch hilfreich waren, das sie am Sonntag im Kanzleramt mit dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer und einigen anderen Unionspolitikern führte. Um die Wahlkampfplanung der Union ging es und um das gemeinsame Wahlprogramm. Eine „Analyse“ der Ergebnisse der drei zurückliegenden Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen hatte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer angekündigt, was nicht danach klang, dass er Merkels Positionierung in der deutschen Innenpolitik schwächen wollte.

          Ganz auf Merkels Linie

          Grob zusammengefasst konnte die Analyse nur so lauten: drei CDU-Siege, aller Wahrscheinlichkeit nach zwei neue CDU-Ministerpräsidenten – und noch dazu Wahlsieger, die im innerparteilichen Spektrum der CDU zu den liberalen Merkel-Freunden zählen. Laschet und die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatten in den Debatten über Merkels Flüchtlingspolitik stets auf Seiten der Kanzlerin gestanden.

          Merkel hat auch eine, im politischen Sinne, schöne Woche vor sich – als Bundeskanzlerin und als Wahlkämpferin zugleich: den Petersberger Klimadialog zum Beispiel, das Treffen mit Barack Obama beim Kirchentag, den Nato-Gipfel, den G-7-Gipfel. Seit je sind internationale Verpflichtungen für Kanzler auch ein Vehikel, innenpolitisch an Renommee zu gewinnen.

          Über die Umfrageergebnisse zur Bundestagswahl kann sich Kanzlerin Angela Merkel freuen. Die CDU steigt weiter in der Wähler-Gunst.
          Über die Umfrageergebnisse zur Bundestagswahl kann sich Kanzlerin Angela Merkel freuen. Die CDU steigt weiter in der Wähler-Gunst. : Bild: EPA

          Warten auf die heiße Wahlkampf-Phase

          „In der Politik ist in gewisser Weise immer Wahlkampf“, hat Merkel in den Tagen des Schulz-Hypes geäußert, als innerparteiliche Opponenten ihr vorwarfen, als Wahlkämpferin nicht energisch genug aufzutreten. Merkels Satz enthielt die vom Fußball her bekannte Erfahrung des „Vor-dem-Spiel-ist-nach-dem-Spiel.“ Heißt: Unmittelbar nach der Bundestagswahl begann für sie das Werben um das Vertrauen der Wähler. Merkel sagte: „Jeder Wahlkampf kennt immer auch unterschiedliche Phasen. Es gibt Phasen – und in einer solchen sind wir jetzt –, in denen es darum geht, einfach unsere Arbeit mit guter Politik zu machen. Und es gibt dann die sogenannte heiße Wahlkampfphase, die noch lange nicht erreicht ist.“

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