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Bundestagsmandat für Mali? Deutsche sollen Franzosen mit Luftbetankung helfen

Die französische Regierung hat die Bundeswehr gebeten, bei der Luftbetankung ihrer Kampfflugzeuge zu helfen, die über Mali im Einsatz gegen islamistische Kämpfer sind. Womöglich wäre dazu eine Mandatierung durch den Bundestag notwendig.

© REUTERS Vergrößern Eine Mirage-Kampflugzeug der französischen Luftwaffe wird über dem Luftraum des Tschad betankt

Die französische Regierung hat die Bundeswehr gebeten, bei der Luftbetankung ihrer Kampfflugzeuge zu helfen, die über Mali im Einsatz gegen islamistische Kämpfer sind. Das bestätigte das Verteidigungsministerium am Freitag in Berlin. Die deutsche Luftwaffe verfüge zur Zeit zwar nicht über ein zertifiziertes System, um französische Kampfflugzeuge zu betanken. Es werde aber an einer Lösung dieses Problems gearbeitet.

Wo die Luftbetankungen stattfinden sollen, lässt die französische Anfrage offenbar offen. Diese Frage würde Bedeutung erlangen, wenn die technischen Hindernisse beseitigt sind. Falls die Hilfe im Einsatzgebiet über Mali geleistet werden sollte, wäre eine Mandatierung durch den Bundestag notwendig.

De Maizière lässt Mandatsentwurf  vorbereiten

Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat einen Mandatsentwurf für die Einsatzpläne der Bundeswehr in Mali in Aussicht gestellt, der sich vor allem auf die Beteiligung deutscher Soldaten an der Ausbildung der malischen Armee beziehen soll; er könnte im Februar vorliegen.

Der französische General François Lecointre, der den EU-Ausbildungseinsatz führen soll, sagte der F.A.Z. in Bamako, Mitte Februar sollten die logistischen Vorbereitungen und Ende März die eigentliche Ausbildung der malischen Soldaten beginnen. Nach ersten Erkundungen machte Lecointre deutlich, dass es den Streitkräften des Landes an brauchbarem Material für einen Einsatz mangele. Außerdem herrsche kein Vertrauen in die eigenen militärischen Hierarchien. Die Pläne des Generals sehen vor, dass ein malisches Bataillon nach zwei Monaten Schulung in der Lage sein solle, Kampfhandlungen selbständig zu koordinieren.

Vorstoß in Richtung Gao

Am Freitag näherten sich französische und malische Einheiten bis auf 200 Kilometer der nordmalischen Stadt Gao, die von der Terrorgruppe „Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika“ (Mujao) gehalten wird. Der Vorstoß der französischen Truppen soll mutmaßlich eine Intervention von 500 nigrischen und 2000 tschadischen Soldaten vorbereiten, die sich seit drei Tagen an der Grenze zwischen Niger und Mali sammeln.

Die Islamisten sprengten nach Informationen der F.A.Z. jedoch in Tassiga eine Niger-Brücke, so dass die Tschader bis auf weiteres festsitzen.

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Quelle: F.A.Z. mit Lt./tos.

 
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Veröffentlicht: 25.01.2013, 16:49 Uhr

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Von Berthold Kohler

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