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Bundespräsidentenwahl Heiterkeit im Amt

17.10.2008 ·  Peter Sodann, der „etwas mehr Heiterkeit“ in das Bundespräsidialamt bringen will, hat sich schon mit seinem ersten ausführlichen Interview für das Amt disqualifiziert. Wie will er eigentlich dorthin kommen, solange er nicht in einer Demokratie lebt? Wird er der Bundesversammlung mit vorgehaltener Pistole gegenübertreten?

Von Stefan Dietrich
Artikel Lesermeinungen (7)

Manche hielten die Nominierung Peter Sodanns für die Wahl zum Bundespräsidenten für einen genialen Coup. Die Beliebtheit des Schauspielers werde auch der Popularität der Linken weiteren Auftrieb geben, hieß es in ersten Kommentaren; er sei ein Kuschelsozialist, der den Menschen weismache, dass es gar nicht weh tue, links zu wählen.

Die Fraktionschefs der Linkspartei waren denn auch von sich selbst begeistert, als sie neulich Sodann als Trophäe ihrer langen Suche nach einem eigenen Präsidentschaftskandidaten präsentierten. Einen „Präsidenten des Volkes“ nannte ihn der volkseigene Gysi; einen „großen Darsteller auf deutschen Bühnen“ der Großdarsteller Lafontaine. Und Sodann selbst fand: „Ganz dämlich bin ich ja auch nicht“.

Das ist nun die Frage. Der Mann, der „etwas mehr Heiterkeit“ in das Bundespräsidialamt bringen will, hat sich schon mit seinem ersten ausführlichen Interview derart entblättert, dass der Linkspartei schlagartig das Lachen vergangen sein muss.

Sodann, der Ehrenkommissar der sächsischen Polizei, würde gern ein bisschen aufräumen im Frankfurter Bankenviertel. Erstmal ein paar Bosse festnehmen - und ab nach Bautzen mit ihnen. Fragt sich nur, wie er ins Amt kommen will, solange er nicht in einer Demokratie lebt. Wird er der Bundesversammlung mit vorgehaltener Pistole gegenübertreten?

Sodanns Demokratie lässt sich wohl nur mit einem kleinen Putsch durchsetzen. Ein genialer Coup der Linken.

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