04.07.2004 · Demonstration der Volksnähe: 1500 Bürger - einige prominent, die meisten nicht - speisten am Samstag abend vor dem Brandenburger Tor mit dem neuen Bundespräsidenten Horst Köhler. Es gab schwäbischen Eintopf.
Der neue Bundespräsident Horst Köhler hat kurz nach seinem Amtsantritt Bürgernähe demonstriert. Mit rund 1500 Menschen speisten er und seine Frau Eva am Samstag abend vor dem Brandenburger Tor in Berlin an einer „Tafel der Demokratie“.
Köhler, der zwei Tage zuvor vereidigt worden war, rief dazu auf, den Pessimismus im Land zu überwinden. Deutschland müsse an seine Stärken glauben. Die „Tafel der Demokratie“ wurde zum ersten Mal in Deutschland zu Ehren eines neuen Präsidenten organisiert. Veranstalter war die Werkstatt Deutschland, ein Verein, in dem sich Bürger aus Ost und West engagieren. Die Idee knüpft an Gepflogenheiten anderer Demokratien an, in denen die Bürger die Amtseinführung eines neuen Staatsoberhauptes feierlich begleiten.
Christiansen, Maischberger, Mohn
Die Gäste saßen an langen, weiß gedeckten Tischen im Freien. 600 Menschen waren per Losverfahren eingeladen worden. Hinzu kamen ausgewählte prominente Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft. Unter ihnen waren die Schauspieler und „Tatort-Kommissare“ Peter Sodann und Udo Wachtveitl, die TV-Moderatorinnen Sabine Christiansen und Sandra Maischberger sowie die Vorsitzende der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft, Liz Mohn.
Köhler kündigte an: „Ich werde auf jeden Fall das direkte Gespräch mit den Bürgern suchen.“ Beim Essen wechselte er paar Mal den Tisch. Die meisten Teilnehmer konnten ihn jedoch nur aus der Ferne sehen, zeigten sich aber angetan vom neuen Präsidenten.
Für die Speisen sorgte der Drei-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt aus Köhlers schwäbischer Heimat. Der Küchenchef der Schwarzwaldstube im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn servierte ein Drei-Gänge-Menü. Als Hauptgang brachte er Köhlers Leibgericht, einen Gaisburger Marsch, auf den Tisch. Der Eintopf aus Rindfleisch, Kartoffeln, Spätzle, Möhren, Sellerie und anderen Zutaten wird im Schwäbischen, wo Köhler herkommt, gerne gegessen.