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Brüderle bei Kohl : Die Zweitstimme des Altkanzlers

Rainer Brüderle, Philipp Rösler und Helmut Kohl im Garten des Altkanzlers in Oggersheim Bild: dpa

Die letzten Tage des Wahlkampfs: Die Kampagne, die keine ist, läuft schon auf Hochtouren. Und Rainer Brüderle besucht Helmut Kohl.

          Der Wahlkampf ist auf dem Niveau Rainer Brüderles angekommen. Die Sehnsucht nach einem Kanzler, der ein Herz für die Liberalen hatte, weil er noch wusste, wie es ist, wenn sie Zweitstimmen für die andere, die „rote“ Regierung sammeln, trieb ihn jetzt in die Pfalz. Dort findet die FDP, was sie bei Angela Merkel in vier Jahren offenbar nicht gefunden hat.

          Nach einem Besuch bei Helmut Kohl - zusammen mit Philipp Rösler, um jeden Gedanken an ein Methusalem-Komplott zu zerstreuen - hatte Rainer Brüderle dann wahrhaft Überraschendes zu verkünden: „Helmut Kohl hat nicht gesagt: Gib die Zweitstimme der FDP. Er will eine bürgerliche Regierung haben.“

          Man muss nicht so schlau sein wie Brüderle, um zu begreifen, dass Zweitstimme meint, wer bürgerliche Regierung sagt. Auch das rot-rot-grüne Schreckgespenst, das die FDP in den letzten Tagen vor der Wahl entdeckt hat, dient demselben Zweck: Wer sicher gehen will, dass daraus nichts wird, muss die Zweitstimme der FDP geben, soll das heißen.

          Die Kampagne, die keine ist, läuft also schon auf Hochtouren. Jetzt müssen nur noch CDU und CSU das Niveau Rainer Brüderles erreichen. Sonst kommt es am Ende noch so wie in Niedersachsen.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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