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Kommentar zum Hambacher Forst : Brandgefahr

Die Polizei beginnt mit der Räumung im Hambacher Forst – wegen Brandgefahr. Bild: EPA

Mitunter gilt Gewalt als notwendig, um die Welt ein Stückchen besser zu machen. Da muss der Staat zum letzten Mittel greifen: Räumung wegen Brandgefahr.

          Auch das ist Heimat: Weil die im Hambacher Forst errichteten Hütten zwar Strom und Wasser haben, es aber an ausreichendem Brandschutz fehle, rückt ein Heer von Polizisten an, um die illegale Siedlung zu beseitigen. Es geht natürlich um mehr, eigentlich um alles: Der RWE-Konzern will hundert Hektar Wald für die Vergrößerung des Tagebaus roden.

          Zum Schutz des Klimas haben sich gut organisierte und ausgerüstete Aktivisten im Forst eingenistet, und in der Tat kann man gegen diese Art von Umweltpolitik demonstrieren – aber friedlich und im Rahmen des Rechts. Hier gilt nichts anderes als in Chemnitz und anderswo. Im Hambacher Wald ist es freilich schon zu lebensgefährlichen Angriffen auf Polizisten gekommen. Ein öffentlicher Aufschrei blieb aus.

          Manche Formen des Protests sind eben durch ihre „guten“ Ziele und wegen ihres Milieus von Anfang an mit einer allgemeinen Unbedenklichkeitsplakette ausgestattet. Gewalt gilt vielleicht als unschön, aber notwendig, um die Welt ein Stückchen besser zu machen. Da muss der Staat zum letzten Mittel greifen: Räumung wegen Brandgefahr.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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