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Bosnien Sfor nimmt mutmaßlichen Kriegsverbrecher fest

08.07.2002 ·  Die internationale Bosnien-Friedenstruppe Sfor hat den bosnischen Serben Miroslav Deronjic festgenommen.

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Soldaten der internationalen Bosnien-Schutztruppe Sfor haben am Sonntag den wegen Kriegsverbrechen gesuchtenbosnischen Serben Miroslav Deronjic festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, während des Bosnien-Krieges (1992-1995) die Tötung von mehr als 60 Moslems befohlen zu haben.

Deronjic sei nahe der Stadt Bratunac im Osten des Landes festgenommen worden, teilte die von der Nato geführte Sfor mit. Er solle dem Kriegsverbrechertribunal der Vereinten Nationen (UN) in Den Haag überstellt werden und sich dort wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. An der Festnahme seien 20 Sfor-Soldaten in zivil beteiligt gewesen. Niemand sei verletzt worden.

Befehl: Glogova niederbrennen

Nach Angaben der Polizei der serbischen Republik Bosniens wurde Deronjic vor seinem Haus am Nachmittag festgenommen. Deronjic wurde wegen des Angriffs auf das mehrheitlich von Moslems bewohnte Dorf Glogova nahe Bratunac 1992 gesucht. Er habe damals als Präsident eines Krisenstabes die dortige Reserve-Miliz kommandiert und befohlen, das Dorf anzugreifen und niederzubrennen, teilte die Sfor weiter mit.

Am 9. Mai 1992 hätten Armee- und Miliz-Einheiten das Dorf umstellt, beschossen und gestürmt, erklärte die Sfor. Dabei seien sie auf keinen Widerstand getroffen, da die Menschen im Dorf bereits entwaffnet waren. In Anwesenheit Deronjics seien dann die Häuser der Moslems und eine Moschee angezündet, etwa 60 Zivilisten hingerichtet und viele andere vertrieben worden. Das moslemische Viertel des Ortes sei dem Erdboden gleichgemacht worden. Glogova liegt nur wenige Kilometer entfernt von der ehemaligen UN-Schutzzone Sebrenica, wo Truppen der bosnischen Serben 1995 bis zu 8000 moslemische Männer und Jungen getötet haben.

Die Sfor hat mittlerweile mehr als 20 mutmaßliche Kriegsgefangene seit Ende des Krieges festgenommen. Weitere wurden in anderen Ländern verhaftet oder haben sich selbst gestellt. Insgesamt befinden sich 81 mutmaßliche Kriegsverbrecher des Bosnien-Krieges in Haft. Der frühere Anführers der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, und dessen Armeechef Ratko Mladic sind untergetaucht. Das UN-Tribunal fahndet nach ihnen wegen Völkermordes.

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