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Bischofskonferenz „Pius-Bruderschaft muss das Schisma überwinden“

05.03.2009 ·  Zum Abschluss ihrer Frühjahrstagung fordert die Deutsche Bischofskonferenz von der umstrittenen Piusbruderschaft, sich „ernsthaft zu distanzieren“ von Holocaust-Leugner Williamson und „antisemitischen Strömungen“ in der Bewegung.

Von Daniel Deckers, Hamburg
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Mit einer „Erklärung zum gegenwärtigen Weg der katholischen Kirche“ haben sich die die 68 katholischen Bischöfe am Donnerstag im Konflikt über die Wiedereingliederung der Priesterbruderschaft Pius XII. geschlossen und in ungewöhnlich freimütiger Weise zu Wort gemeldet.

So würdigen die Bischöfe die Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe der Pius-Bruderschaft durch Papst Benedikt XVI. knapp als Zeichen des guten Willens und Geste des Entgegenkommens, um anschließend keinen Zweifel daran zu lassen, dass die Pius-Bruderschaft nach wie vor nicht Teil der katholischen Kirche ist.

Klare Worte fanden die Bischöfe auch über das mangelnde Zusammenwirken von vatikanischer Kurie und Bischofskonferenzen: An die „Verantwortlichen in der Kurie“ erging die Aufforderung, „rasch Verbesserungen im Bereich der internen Abstimmung und der Kommunikation mit den Bischofskonferenzen herbeiführen“. Die Erklärung wurde nach Angaben des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch, nach eingehender Diskussion einstimmig verabschiedet.

Bischofskonferenz: „Piusbrüder müssen Schisma überwinden“

„Die Einheit mit dem Papst aufgekündigt“

Über die Pius-Bruderschaft heißt es, sie sich „außerhalb der katholischen Tradition gestellt und die Einheit mit dem Papst aufgekündigt“. Daher sei es Bischöfen und Priestern, die der Bruderschaft angehören, auch nach der Aufhebung der Exkommunikation der Bischöfe nicht gestattet, die Heilige Messe zu feiern oder andere Sakramente zu spenden. Kein Verständnis haben die Bischöfe für das Ansinnen der Bischöfe der Pius-Bruderschaft, in den kommenden Monaten Priester zu weihen.

Dieses Vorhaben verstoße „gravierend gegen die Ordnung und das Recht der Kirche“. Welche Folgen die widerrechtlichen Weihen hätten, möchten die Bischöfe umgehend vom Vatikan erfahren und bitten um „baldige Erklärung“, welche rechtlichen Folgen ein Bischof auf sich ziehe, der die Weihen vornehmen würde.

„Zweite Vatikanische Konzil unaufgebbar“

Über die Wiedereingliederungsbemühungen seitens des Vatikans sagte Zollitsch, diese dürften sich „nicht endlos hinziehen“. Außerdem müssten sie eindeutig von der Überzeugung bestimmt sein, dass die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils „unaufgebbar“ zur katholischen Tradition gehörten, „nicht zuletzt die Texte über die Religionsfreiheit, die Beziehungen zu den nichtchristlichen Religionen, über den Ökumenismus und über die Kirche in der Welt von heute“.

Pflichtgemäß distanzierten sich die Bischöfe auch von der „Holocaust-Leugnung eines Bischofs der Priesterbruderschaft“, erkennen aber darüber hinaus „entsprechende antisemitische Strömungen in der Priesterbruderschaft“ als ganzer. Bislang fehle eine ernsthafte Distanzierung der Betreffenden von solchen inakzeptablen Haltungen, wie sie der Vatikan schon früh gefordert habe. Papst Benedikt XVI. nahmen die Bischöfe nochmals ausdrücklich gegen jeden Verdacht Antijudaismus oder Antisemitismus in Schutz.

Im Blick auf den jüdisch-christlichen Dialog in Deutschland wiederholte Zollitsch die Worte, die er schon im vergangenen Jahr geäußert hatte: „Es wird keine Wende der Wende geben.“ Für sich nehmen die Bischöfe in Anspruch, die Maßgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils seien „die selbstverständliche Grundlage unseres Bemühens, die Kirche in Deutschland geistlich zu erneuern und der Antwort des Glaubens auf die religiösen Fragen unserer Zeit in Wort und Tat neue Kraft zu verleihen“.

Zollitsch zeigte sich zuversichtlich, dass die vergangenen Wochen neues Interesse an der Theologie und den seelsorglichen Orientierungen dieses Konzils geweckt hätten, vor allem an der Wertschätzung der Laien in der Kirche. „Diese Chance wollen wir nutzen“, schreiben die Bischöfe.

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Jahrgang 1960, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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