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Bildung „Deutschland sucht seine Spitzenuniversitäten“

26.01.2004 ·  Schröders Innovations-Initiative als bildungspolitische „Casting-Show“: Die Bundesregierung will in einem Wettbewerb Spitzen-Universitäten auswählen und diese mit jährlich rund 250 Millionen Euro fördern.

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Die Bundesregierung will in einem Wettbewerb Deutschlands Spitzen-Universitäten auswählen und diese mit jährlich rund 250 Millionen Euro fördern. Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) kündigte am Montag in Berlin an, der Bund wolle den besten Hochschulen fünf Jahre lang jährlich jeweils 50 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

In den Genuß dieser Förderung sollen nach Ministeriumsangaben fünf Universitäten kommen. Die Förderung soll 2006 starten. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) unterstützte die Idee. Die CDU kritisierte die Ankündigungen; auch aus den Reihen der SPD wurde Skepsis laut.

„Brain Up!“

Bulmahn kündigte den Start des Wettbewerbs „Brain Up! Deutschland sucht seine Spitzenuniversitäten“ noch vor der Sommerpause an. Daran können sich alle deutschen Universitäten beteiligen, aus denen in einem zweistufigen Verfahren die besten Hochschulen durch eine Jury aus nationalen und internationalen Experten ausgewählt werden sollen. Am Ende sollen etwa fünf Universitäten gefördert werden. Laut einem Ministeriumssprecher ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass letztlich sogar sechs Hochschulen unterstützt werden.

Die Hochschulen, die sich bewerben, sollen laut Bulmahn zunächst deutlich machen, wie sie in die internationale Spitze aufsteigen wollen. Außerdem sollten die Universitäten passende Partner - wie etwa Forschungsinstitute und Wirtschaftsunternehmen - einbeziehen. Die Jury solle dann bis zu zehn Universitäten auswählen. Diese bekommen finanzielle Unterstützung, um ihre Entwürfe zu einem umfassenden Konzept auszuarbeiten. In einer zweiten Runde wählt die Jury dann die Gewinner aus. Noch vor Ablauf der fünfjährigen Förderung soll der Wettbewerb neu gestartet werden, um auch anderen Hochschulen eine Chance zu geben.

Des Kanzlers „Innovationskultur“

Schröder unterstützte diesen Wettbewerb ausdrücklich. Die Bundesregierung werde zu ihren Ankündigungen stehen, sagte er auf einem Innovationskongreß in Berlin. Der Kanzler setzte sich zudem für eine „Innovationskultur“ in Deutschland ein, die sich nicht nur auf Spitzeninstitute und Wissenschaftsförderung beschränken dürfe. Dazu gehörten technologische Entwicklungen ebenso wie optimierte Verfahrensabläufe in der Industrie. In den Unternehmen müßten Autonomie und Flexibilität gefördert werden, außerdem sollten Mitsprache und Teilhabe nicht als Bedrohung empfunden werden.

Kritik an den Plänen Bulmahns kam aus der Union. Wettbewerb sei grundsätzlich zu fördern, aber Bulmahn präsentiere einen neuen „bürokratischen Klotz“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Böhmer. Es bleibe auch das Geheimnis der Ministerin, wo sie die Gelder herzaubern wolle. Die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Katherina Reiche (CDU), kritisierte mit Blick auf Bulmahns Forderung, den Ländern die Verantwortung für den Hochschulbau zu übertragen, wenn die knappe Milliarde dafür weg sei, könne man leicht 200 oder 300 Millionen Euro für Spitzenprojekte gewähren.

Auch der bildungs- und wissenschaftspolitische Sprecher der SPD-geführten Länder, Jürgen Zöllner, zeigte sich skeptisch. Die Fixierung auf eine kleine Zahl von Eliteuniversitäten sei „leistungsfeindlich“, erklärte der rheinland-pfälzische Minister. Wettbewerb sei richtig und notwendig, aber die Auswahl könne nicht wie bei der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ laufen. Statt auf einzelne Hochschulen müsse sich die Spitzenförderung auf verschiedene Wissenschaftsbereiche beziehen.

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