17.06.2009 · Der „Bildungsstreik“ trägt, zumindest was die Hochschulen angeht, einen Namen: Bologna. Seit geraumer Zeit spricht Frau Schavan von mehr Flexibilität bei der Umsetzung dieser Reform. Es wird Zeit, dass solchen Worten Taten folgen.
Von Günther NonnenmacherDer „Bildungsstreik“ trägt, zumindest was die Hochschulen angeht, einen Namen: Bologna. In der Stadt mit der ältesten europäischen Universität wurde vor zehn Jahren — als Weg zu einer gemeinsamen europäischen Hochschulpolitik — eine Reform beschlossen, die immer neuen Unmut hervorruft, nicht nur bei den Studierenden, sondern auch bei vielen Lehrenden. Der Grundfehler war, dass den Hochschulen tiefgreifende Veränderungen verordnet wurden, ohne dass sie die dafür notwendigen Mittel bekommen hätten.
Einige der Ziele können heute schon als verfehlt gelten: Die Einschnürung von Studiengängen in ein detailliertes Curriculum bei gesteigertem Zeitdruck führt eben nicht zu mehr, sondern zu weniger (europäischer) Mobilität. Dass den Universitäten auch noch aufgebürdet wurde, immer mehr Studierende aufzunehmen, ohne dass im entsprechenden Umfang der Lehrkörper aufgestockt wurde, hat die Probleme verschärft.
Seit geraumer Zeit spricht Frau Schavan von mehr Flexibilität bei der Umsetzung der Reform. Es wird Zeit, dass solchen Worten Taten folgen.