23.02.2003 · Politisch mehren sich die Zeichen für eine baldige Entscheidung über einen Irak-Krieg. Zehntausende Menschen demonstrierten am Wochenende öffentlich für eine friedliche Lösung.
Politisch mehren sich die Zeichen für eine baldige Entscheidung über einen Irak-Krieg. Zehntausende Menschen demonstrierten am Wochenende öffentlich für eine friedliche Lösung.
Mehrere zehntausend Menschen haben am Sonntag in Rabat in Marokko friedlich gegen eine mögliche Irak-Intervention der USA protestiert. Die Führer der wichtigsten Parteien und mehrere Mitglieder des Kabinetts schlossen sich der Demonstration in der marokkanischen Hauptstadt an. Während des Protestzuges wurden antiamerikanische und antibritische Parolen skandiert. Sicherheitskräfte bezifferten die Anzahl der Demonstranten auf 60.000.
In Italien blockierten Kriegsgegner vorübergehend Transporte mit US-Militärmaterial. Bei Pisa besetzten 150 meist junge Leute Eisenbahngleise und hielten einen Zug zum nahe gelegenen Nato-Stützpunkt Camp Darby stundenlang auf. Bei Verona kam es am Samstag zu Rangeleien, als Demonstranten ebenfalls Gleise blockieren wollten. Ähnliche Aktionen gab es bei Brescia.
Mehr als eine halbe Million Menschen allein in Deutschland
Eine Woche nach den großen Friedensdemonstrationen mit mehr als einer halben Million Menschen allein in Deutschland sind am Samstag wieder rund zwanzigtausend Gegner eines Irak-Krieges auf die Straße gegangen. Vor dem US-Luftwaffenstützpunkt am Frankfurter Flughafen versammelten sich nach Polizeiangaben mehr als 2.000 Menschen. Gut zehntausend Menschen demonstrierten in der Kölner Innenstadt mit einer Menschenkette gegen einen Krieg im Irak. Rund 5.000 waren es in Mannheim, rund 2.000 in Koblenz. Alle Proteste blieben friedlich.
In Frankfurt postierten sich die Kriegsgegner mit Decken und Klappstühlen vor dem geschlossenen Haupttor des US-Stützpunktes. Die von Mitgliedern der Friedensbewegung gegründete Gruppe „resist“ (Widerstand) hatte zu der Aktion aufgerufen. Im niedersächsischen Emden demonstrierten am Samstag rund 250 Kriegsgegner gegen die Verschiffung britischer Panzer in die Golf- Region. Die britische Armee hatte dort schweres Kriegsgerät für einen möglichen Militärschlag gegen den Irak verladen.
Neue Aktionen in Sachsen
In Sachsen planen Friedensaktivisten schon die nächsten Aktionen: Vom 3. bis 8. März soll Dresden zum Austragungsort einer Friedenswoche werden, teilte die sächsische PDS am Sonntag mit. Es werden erneut Tausende Menschen erwartet. In einigen Städten kommt es inzwischen regelmäßig zu Protestkundgebungen. In Dresden treffen sich jeden Montag etwa tausend Kriegsgegner zu ökumenischen Friedensgebeten und Schweigemarsch.
Im Bautzen bringt die Sorge um den Frieden montags im Schnitt 250 Menschen auf die Beine. In Stollberg bei Chemnitz gibt es seit dem 20. Januar täglich eine Mahnwache. Im vogtländischen Rodewisch treffen sich die Kriegsgegner mittwochs. Zu der Aktion hatten die Kirchen und die PDS aufgerufen. In Auerbach (Vogtland) werden jeden Donnerstag Unterschriften gegen einen Irak-Krieg gesammelt. In Klingenberg und Oelsnitz läuft eine Postkartenaktion an die Adresse von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit der Botschaft: „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen!“.
Im ostsächsischen Hoyerswerda ist am kommenden Mittwoch (26. Februar) ein „Sternmarsch mit anschließendem Friedensfeuer“ geplant. In Zwickau soll es am 1. März eine Demonstration geben.mit der Botschaft: „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen!“. Im ostsächsischen Hoyerswerda ist am kommenden Mittwoch (26.Februar) ein „Sternmarsch mit anschließendem Friedensfeuer“ geplant.In Zwickau soll es am 1. März eine Demonstration geben