Nach den Ersatzkassen kündigen nun auch die Betriebskrankenkassen (BKK) Beitragserhöhungen für den Jahreswechsel an. Der durchschnittliche Beitragssatz der BKKs in Deutschland werde von 12,7 auf 13 Prozent steigen, so der Vorstandsvorsitzende des BKK-Bundesverbandes, Wolfgang Schmeinck, am Dienstag.
Verantwortlich dafür seien Erhöhungen bei voraussichtlich 80 der 300 deutschen BKKs. Der durchschnittliche Beitragssatz aller gesetzlichen Krankenkassen werde dadurch auf knapp 14 Prozent steigen - derzeit sind es 13,6 Prozent.
Für das kommende Jahr befürchten die Betriebskrankenkassen eine weitere Erhöhungswelle. Das Bundesgesundheitsministerium habe zwar ein Arzneimittel-Sparpaket auf den Weg gebracht, doch bezweifeln die Kassen, dass es die erwarteten drei Milliarden Mark an Einsparung erbringen wird. Der BKK-Verband geht davon aus, dass im günstigsten Fall knapp 1,5 Milliarden Mark gespart werden können.
Ausgabenlawine bei Arzneimitteln
BKK-Vorsitzender Schmeinck macht eine „Ausgabenlawine“ bei den Arzneimitteln für den Beitragssatzanstieg zum Jahreswechsel verantwortlich. Verheerend habe sich ausgewirkt, dass Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) Ende Januar die Aufhebung aller Arzneimittelbudgets angekündigt habe, so dass die BKK in diesem Jahr von einem Ausgabenanstieg auf ein neues Rekordniveau von 41,3 Milliarden Mark ausgeht. 2000 waren es noch 37,8 Milliarden Mark gewesen. Dies entspricht einem Anstieg von neun Prozent.
Versandhandel für Medikamente zulassen
Schmeinck fordert, den Versandhandel für Medikamente zuzulassen. In den Vereinigten Staaten würden 15 Prozent aller Arzneien über den Versandhandel vertrieben. Dabei könnten Rabatte bis zu 30 Prozent erzielt werden.